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Prototype 2 Test-Video: Superheld im Mutanten-Stadl

Eine verwüstete Großstadt, ein tödlicher Virus und zahllose Mutanten: Prototype 2 schickt den Spieler in ein apokalyptisches New York – gibt ihm dafür aber auch zahlreiche Superhelden-Fähigkeiten mit auf den Weg.
/ Thorsten Wiesner
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Prototype 2 (Bild: Activision)
Prototype 2 Bild: Activision
Prototype 2 - Test
Prototype 2 - Test (04:56)

Sergeant James Heller will nur noch eins: Rache. Seit seine Frau und seine Tochter durch einen gefährlichen Virus dahingerafft wurden, der halb New York in eine abgeriegelte Hochsicherheitszone verwandelt hat, will er den Schuldigen eliminieren. Verantwortlich scheint Alex Mercer zu sein, der Protagonist des ersten Prototype-Spiels – das hierzulande wegen exzessiver Gewaltinhalte offiziell nie auf den Markt gekommen ist. Als Heller jetzt in Teil 2 als Mitglied eines Elitetrupps in die abgesperrte Zone gesandt wird und dort auf eben diesen Mercer trifft, scheint der Moment der Abrechnung nahe.

Schon kurz nach Spielbeginn kommt es zum Showdown zwischen Mercer und Heller. Allerdings verläuft der ganz anders, als Heller es sich vorgestellt hatte. Sämtliche eigentlich tödlichen Attacken prallen wirkungslos an Mercer ab, stattdessen wird Heller selbst mit dem Virus infiziert. Nun wird ihm auf einmal eine ganz andere Seite der Geschichte erzählt. Laut Mercer steckt nämlich ein von der Regierung organisiertes Biowaffenexperiment hinter den Mutationen, die Firma Gentek und das Sicherheitsunternehmen Blackwatch sind die eigentlich Verantwortlichen. Die Suche nach der Wahrheit beginnt – und wird den Spieler in der Kampagne mindestens 15 Stunden beschäftigen.

Prototype 2 präsentiert sich als Open-World-Game. Zwar ist es möglich, kontinuierlich der Story zu folgen, in den einzelnen, unterschiedlich schwer infizierten Zonen von New York darf sich der Spieler aber frei nach seinen Vorstellungen bewegen. Er kann Nebenmissionen absolvieren – und von denen gibt es eine Menge. Allerdings folgen sie oft einem ähnlichen Schema: zu Punkt X reisen, Person Y finden oder Gegenstand Z einsammeln. Etwas mehr Abwechslung wäre hier schön gewesen.

Sich durch das apokalyptische New York zu bewegen, macht trotzdem Spaß – vor allem, weil Heller nach seiner Infektion über diverse übermenschliche Fähigkeiten verfügt. An Häusern hochlaufen, über die Dächer springen, durch die Luft gleiten, Panzer und Hubschrauber kapern oder riesige Objekte durch die Gegend werfen: kein Problem. Vor allem ist es ihm aber auch möglich, Kontrahenten zu "absorbieren". Damit entzieht Heller ihnen nicht nur Lebenskraft und lädt damit seine Energieleisten auf, sondern übernimmt auch gleich das Aussehen und den Erinnerungsschatz des Opfers. Praktisch, wenn einem etwa die Blackwatch-Schergen auf den Spuren sind und sich das eigene Antlitz in einen Blackwatch-Kollegen modifizieren lässt. Auch Zugang zu bestimmten Arealen und Gebäuden gibt es nur mit dem richtigen Aussehen.

Ein Großteil der Spielzeit wird allerdings nicht über Dächer springend oder absorbierend verbracht, sondern mit ganz klassischer Action, und die gestaltet sich recht einfach. Per Knopfdruck werden Gegner attackiert, Spezialangriffe und Kombos gibt es ebenso wie Ausweichmanöver – alles geht aber recht unkompliziert von der Hand. Mit der Zeit lassen sich Hellers Fähigkeiten immer mehr ausbauen: Dann wird nicht mehr nur mit einfachen Schlägen oder Tritten attackiert, sondern mit mächtigen Klingen, Klauen, Tentakeln oder Stacheln. Vor allem spätere Kämpfe verlangen auch durchaus taktisches Vorgehen – je tiefer Heller in die Mutantenzonen vordringt, desto mächtiger und einfallsreicher werden die Monster, die sich ihm neben Soldaten, Helikoptern und dergleichen mehr in den Weg stellen. Die KI ist trotzdem kaum der Rede wert, zumal sie sich immer wieder mit einfachen Mitteln austricksen lässt.

Heller geht nicht zimperlich vor – die Gewaltdarstellungen sind zwar nie drastisch, haben dem Spiel aber eine USK-Freigabe ab 18 Jahren eingebracht. Trotzdem ist das Spiel an einigen Stellen geschnitten.

Prototype 2 – Trailer (USK Version Gameplay)
Prototype 2 – Trailer (USK Version Gameplay) (01:58)

Atmosphärisch macht Prototype 2 vieles richtig. Die Zwischensequenzen wirken mit ihrem Videoschnipsel-Charme und den Schwarz-Weiß-Einlagen stimmungsvoll, die englische Sprachausgabe ist passend, die Soundkulisse mit ihren zahllosen krachenden Explosionen ebenso. Von den grafischen Schwächen des Spiels kann das alles allerdings nicht ablenken – Prototype 2 ist mit seinen matschigen Texturen und der geringen Weitsicht nicht so stimmig wie beispielsweise Infamous 2 .

Prototype 2 ist ab sofort für Playstation 3 und Xbox 360 verfügbar und kostet etwa 60 Euro. Eine PC-Umsetzung soll im Sommer folgen.

Fazit

Schönes Szenario, tolle Fähigkeiten – Radical Entertainment versucht das Beste von Titeln wie Infamous und Spider-Man zu kopieren. Prototype 2 ist aber trotzdem kein herausragender Titel und bleibt so hinter seinen Möglichkeiten zurück. So viel Spaß es macht, sich durch die Open-World-Areale zu bewegen, so sehr mangelt es an abwechslungsreicheren Missionen, besserer KI und schöner Grafik.


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