Prothese aus dem 3D-Drucker: Günstige bionische Hand gewinnt Designpreis
Eine erschwingliche robotische Handprothese in wenigen Tagen: Das will das britische Unternehmen Open Bionics(öffnet im neuen Fenster) möglich machen. Für den Prototyp der robotischen Prothese ist das Unternehmen ausgezeichnet worden.
Für die Herstellung der Prothese wird zunächst der Arm des künftigen Trägers mit einem 3D-Scanner abgetastet. Dann wird die Hand im 3D-Drucker aufgebaut. Innerhalb von zwei Tagen soll die Prothese fertig sein – sonst dauert das mehrere Wochen. Open Bionics will die Prothese ab dem kommenden Jahr für rund 2.000 britische Pfund, umgerechnet etwa 2.700 Euro, auf den Markt bringen.
Die Prothese kann ein rohes Ei greifen
Die Finger werden durch Motoren aktuiert, die künstliche Bänder durch Auf- und Abwickeln spannen und lösen. Gesteuert wird die Prothese über elektrische Signale der Muskeln im Unterarm. Elektroden nehmen die Signale ab und setzen sie in Bewegungen der Prothese um. Drucksensoren in den Fingern ermöglichen eine Kontrolle des Griffes, so dass es möglich ist, mit der Handprothese auch ein rohes Ei anzufassen, ohne es zu zerbrechen.
Die Anpassung an einen Träger dauere nur einige Minuten, sagte Open-Bionics-Gründer und -Chef Joel Gibbard der BBC(öffnet im neuen Fenster). Das mache er mit einem Tablet, das mit einem speziellen Sensor ausgestattet sei. Anschließend werden die Teile in etwa 40 Stunden von einem 3D-Drucker aufgebaut. In zwei Stunden sind diese dann zur fertigen Prothese zusammengesetzt.
Open Bionics wird ausgezeichnet
Für die Entwicklung der Prothese ist das Unternehmen aus Bristol mit dem britischen James Dyson Award ausgezeichnet(öffnet im neuen Fenster) worden, der mit einem Preisgeld von 2.220 britischen Pfund, etwa 3.000 Euro, dotiert ist. Zudem kommt Open Bionics in die internationale Ausscheidung des Design-Preises.
Ein ähnliches Konzept verfolgt auch der US-Entwickler Easton LaChappelle. Er baut ebenfalls eine Handprothese mit dem 3D-Druckerauf. Allerdings wird diese nicht mit Muskelsignalen, sondern mit Hirnströmen gesteuert, die ein Stirnband erfasst.
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