Proteste: Iran will Kopftuchzwang mit Gesichtserkennung durchsetzen

Die Proteste im Iran führen nicht nur zu Internetsperren, KI-Pläne der Regierung könnten die Verfolgung von Demonstranten erleichtern.

Artikel veröffentlicht am ,
Plakate bei Protesten gegen den Iran in Köln
Plakate bei Protesten gegen den Iran in Köln (Bild: Ying Tang via Reuters Connect)

Die Behörden des Iran könnten demnächst auf automatische Gesichtserkennungssysteme setzen, um religiöse Kleidungsvorschriften durchzusetzen beziehungsweise zu verfolgen, wie etwa die Pflicht von Frauen zum Tragen eines Kopftuches. Das berichtete der Guardian bereits vor wenigen Wochen. Mit Blick auf die aktuellen Proteste im Iran, die sich direkt gegen diese Vorschriften richten, erhält diese Nachricht aber neue Brisanz.

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Die Ankündigung geht dem Guardian zufolge auf ein Interview eines Verantwortlichen der sogenannten Sittenwächter zurück. Diese wollen damit offenbar auf die angekündigten verschärften Regeln für Frauen reagieren. Die Nutzung einer automatischen Gesichtserkennung sei dabei schon länger Teil der Überlegungen der iranischen Behörden, sagte die Forscherin Azadeh Akbari dem Guardian.

Im Iran kommt es nach dem Tod einer 22-Jährigen seit dem Wochenende verstärkt zu Protesten gegen die Vorschriften. Wenige Tage nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei verstarb Mahsa Amini, auch als Jina Amini bekannt. Bei den Protesten verzichten zahlreiche Frauen auf das Tragen eines Hidschab oder verbrennen diesen auch öffentlich. Videoaufnahmen davon werden in sozialen Netzwerken geteilt.

Politikwissenschaftlerin Akbari weist darauf hin, dass die Gesichtserkennung für die iranischen Behörden inzwischen deutlich leichter sein könnte. Da immer mehr öffentliche Dienstleistungen vom Besitz eines Ausweisdokuments mit biometrischen Fotos abhingen, seien diese Bilder nun in einer nationalen Datenbank gespeichert. "Die Regierung hat also Zugang zu allen Gesichtern; Sie wissen, woher die Leute kommen, und können sie leicht finden. Eine Person in einem viralen Video kann in Sekundenschnelle identifiziert werden."

Internetblockaden im Iran

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Im Zuge der sich auf das ganze Land ausweitenden Proteste im Iran schränken die dortigen Behörden laut der Organisation Netblocks auch schrittweise den Zugriff auf bestimmte Dienste und das gesamte Internet ein. Nach einer stetigen Ausweitung der Blockaden wurden demnach zuletzt Instagram und Whatsapp gesperrt und am 21. September sollen auch die Mobilfunknetzwerke offline genommen worden sein.

Im Iran kommt es immer wieder zu massiven Einschränkungen des Zugangs zum Internet. Die Nutzung zahlreicher ausländischer Dienste wie etwa Twitter oder Facebook ist verboten und etwa nur über VPN-Techniken möglich. Auch Internetblockaden können oft mehrere Tage anhalten, wie sich etwa bei Protesten im Jahr 2019 zeigte.

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FriedaZwei 23. Sep 2022 / Themenstart

In Schreibers Utopie wird -- ein plausibles Szenzario -- das Wort Kopftuch&#8221...

Kaiser Ming 23. Sep 2022 / Themenstart

wer meint dabei gehts um Mode hat das Thema nicht verstanden was nicht ausschliesst das...

mfeldt 23. Sep 2022 / Themenstart

Das ist nicht ganz richtig. Wie "Werte" der islamischen Republik werden durchaus nicht...

ManuPhennic 22. Sep 2022 / Themenstart

Im Iran ist KOPFTUCHzwang, welches logischerweise das Gesicht selbst nicht verdeckt, wir...

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