Proteste: Iran will 40.000 Starlink-Terminals deaktiviert haben

Irans Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen Erfolg beim Vorgehen gegen illegale Empfänger von Satelliten-Internet erzielt. 40.000 Endgeräte von Elon Musks Starlink seien deaktiviert worden, berichtete der staatliche Rundfunk. Unklar blieb, ob die Geräte beschlagnahmt oder anderweitig technisch außer Betrieb gesetzt wurden.
Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. Irans Staatsführung warf seinen Erzfeinden Israel und den USA abermals "terroristische Tätigkeiten" vor. Seit Tagen bezeichnet die Regierung die jüngsten Massenproteste gegen die autoritäre Politik als vom Ausland gelenkt.
Das Satelliteninternet Starlink von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX basiert auf einem Netzwerk aus Tausenden Satelliten. Nutzer benötigen zum Empfang eine flache Antenne mit Routerfunktion. In Iran ist Starlink verboten. Etwa 50.000 Terminals sollen Schätzungen zufolge über Schmuggelwege ins Land gelangt sein. Nutzern drohen jahrelange Haftstrafen.
Bevölkerung hat immer noch kein Internet
Die Antennen brauchen freie Sicht zum Himmel, zudem lassen sich ihre Signale orten. Der Starlink-Service soll in der vergangenen Woche bereits gestört worden sein . Seit dem Ausbruch der jüngsten Massenproteste am 8. Januar ist die Bevölkerung im Land vom Internet abgeschnitten.
Die Proteste brachen Ende 2025 auf einem Teheraner Basar aus, nachdem sich Händler über die im Wert fallende Währung beschwert hatten. Von dort aus breiteten sich die Demonstrationen auf zahlreiche andere Städte und Teile des Landes aus. Die Proteste richten sich mittlerweile nicht mehr nur gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung, sondern gegen das Regime an sich.
Der iranische Machtapparat geht hart gegen die Demonstranten vor. Die Opferzahlen lassen sich nicht genau beziffern, sie schwanken je nach Organisation. Amnesty International spricht von mindestens 2.000 Toten(öffnet im neuen Fenster) , Iran Human Rights mit Sitz in Oslo von 3.428 Toten. Der Nachrichtensender Iran International führt sogar 12.000 Tote an(öffnet im neuen Fenster) , die Sunday Times zwischen 16.500 und 18.000 Opfer. Iranische Regierungsvertreter sprechen von 5.000 Toten.



