Protestbrief: Mehr als 1.100 deutsche Autoren gegen Amazon
Immer mehr deutsche Schriftsteller kritisieren die Geschäftsmethoden von Amazon und haben den Brandbrief unterschrieben, der Amazon Manipulation, Geiselhaft für Autoren und Erpressungsmethoden vorwirft.
Mittlerweile haben rund 1.100 deutsche Autoren einen offenen Brief an Amazon-Chef Jeff Bezos unterschrieben, in dem das Geschäftsgebaren von Amazon angeprangert wird. Der Hauptvorwurf: Der Onlinehändler wird beschuldigt, Bücher und Autoren bei den Preisverhandlungen mit den Verlagen als "Geiseln" zu nehmen.
Zu den neuen Unterzeichnern gehören Amelie Fried, Franziska Sperr, Christoph Hein, Doris Dörrie, Gaby Hauptmann, Jan Brandt und Ilija Trojanow. Zuvor hatten schon Autoren wie F. C. Delius, Tanja Dückers, Josef Haslinger, Jakob Hein, Elfriede Jelinek, Eva Menasse, Sten Nadolny, Nele Neuhaus, Ingrid Noll, Uwe Timm, Ferdinand von Schirach, Alissa Walser, Günter Wallraff und Juli Zeh den Brief unterschrieben.
Die Schriftsteller werfen Amazon vor, Empfehlungslisten zu manipulieren und Bücher von Verlagen verlangsamt auszuliefern, um höhere Rabatte durchzusetzen. "Wir fordern Amazon entschieden auf, nicht länger Bücher und damit auch Autoren und Autorinnen als Geiseln zu nehmen, sondern eine lebendige, ehrliche Buchkultur zu gewährleisten", heißt es laut einem dpa-Bericht in dem Schreiben.
Laut einem Artikel des Focus vermutet Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt") sogar Monopolabsichten bei Amazon: "Das Geschäftsmodell von Amazon nimmt langfristig in Kauf, ja beabsichtigt wahrscheinlich sogar, dass die Verlage ihre Tätigkeit nicht fortführen können." Krimi-Autorin Nele Neuhaus schreibt im Focus: "Eines düsteren Tages wird man womöglich nur noch lesen können, was Amazon genehmigt."
In den USA hatten im Streit um E-Book-Preise mehr als 900 Autoren in einem offenen Brief gefordert, Bücher nicht als Geiseln zu nehmen. Der Online-Händler verteidigt hingegen seine Preispolitik für billigere E-Books.
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