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Protest: Meta-Whistleblowerin muss bei Podiumsdiskussion schweigen

Wegen einer Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber muss Meta-Whistleblowerin Sarah Wynn-Williams schweigen – bei einer Podiumsdiskussion.
/ Tobias Költzsch
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Sarah Wynn-Williams bei einer Senatsanhörung im April 2025 (Bild: Win McNamee/Getty Images)
Sarah Wynn-Williams bei einer Senatsanhörung im April 2025 Bild: Win McNamee/Getty Images

Die ehemalige Meta-Mitarbeiterin und Whistleblowerin Sarah Wynn-Williams hat bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Literaturfestivals in Hay-on-Wye für eine Stunde lang schweigend auf der Bühne gesessen. Die beiden anderen Teilnehmer, die Journalistin Carole Cadwalladr und der Aktivist Tim Wu, führten stattdessen die Diskussion, berichtet der Guardian(öffnet im neuen Fenster). Wynn-Williams gibt in ihrer Biografie Careless People zahlreiche Interna preis, die sie in ihrer Zeit als leitende Managerin bei Meta erlebte.

Aufsehen erregte unter anderem ihr Bericht, wie sich Meta, damals noch Facebook, vor der ersten Amtszeit Donald Trumps bei chinesischen Behörden andiente. Es soll unter anderem ein Zensursystem für die Meta-Dienste in China geplant worden sein. Auch berichtet Wynn-Williams über die Unternehmenskultur und politische Einflussnahme.

Meta hatte Ende 2025 eine Verfügung erreicht(öffnet im neuen Fenster), der zufolge Wynn-Williams keine Inhalte aus ihrem Buch preisgeben oder darüber diskutieren darf. Für jede Zuwiderhandlung müsste Wynn-Williams eine Strafe von 50.000 US-Dollar zahlen. Ihre Anwälte hatten ihr von Äußerungen auf dem Festival abgeraten. Die Journalistin Cadwalladr bezeichnet Metas Verhalten als "trollartig".

Festivalveranstalter nehmen Buch aus dem Verkauf

Wu bezeichnete Metas Verfügung als Zensur. Cadwalladr las während der Diskussion einen Brief von Wynn-Williams' Anwälten vor, der das Verbot noch einmal erklärt. Die Veranstalter des Hay-Festivals nahmen Careless People vorsichtshalber aus dem Verkauf, um mögliche rechtliche Schritte seitens Meta zu verhindern.

Nach Ende der Podiumsveranstaltung habe die schweigende Sarah Wynn-Williams Standing Ovations bekommen und sei zu Tränen gerührt gewesen, so der Guardian. Dass sie trotz des Verbots bei der Diskussion anwesend war, dürfte als Protest zu verstehen sein.


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