Protest gegen VW: Polizei ermittelt gegen Greenpeace nach EM-Bruchlandung
Vor Anpfiff des EM-Spiels Deutschland-Frankreich ist ein Motorschirmflieger im Stadion gelandet: Greenpeace forderte den Verbrennerausstieg von VW.

Bei der Fußball-Europameisterschaft Euro 2020 ist ein Mann mit einem Gleitschirm in die Münchner Arena geflogen. Auf dem gelben Schirm stand "Kick out Oil - Greenpeace", vor dem Schriftzug war ein Volkswagen-Logo angebracht. Mit der Aktion wollte Greenpeace für mehr Tempo beim Ausstieg aus klimaschädlichen Verbrennungsmotoren beim EM-Sponsor Volkswagen demonstrieren - aber offenbar etwas anders: "Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen", erklärte die Umweltschutzorganisation. Das sieht die Polizei ähnlich, denn inzwischen haben die Behörden die Ermittlungen aufgenommen.
Auch Videoaufnahmen zeigen, dass der Flug nicht wie erwartet verlief. Zuerst versuchte der Mann, einen großen gelben Ball ins Stadion zu werfen, was misslang. Dann geriet er in die Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und begann zu trudeln, schaffte es aber, auf dem Rasen zu landen, auf dem sich schon die Spieler befanden. Das Spiel war aber noch nicht angepfiffen worden. Der Mann wurde von Sicherheitskräften abgeführt.
Greenpeace twitterte kurz nach der unsanften Landung des Fallschirmspringers ein Foto mit dem Text "Greenpeace Protest gegen Volkswagen bei #EM2020". Die Organisation fordert Volkswagen auf, keine Diesel- und Benzinautos mehr zu bauen.
Beim Überflug wurden Berichten zufolge zwei Personen verletzt. Die Verletzten wurden durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt und zur weiteren Abklärung in Krankenhäuser gebracht. Eine akute notärztliche Versorgung war laut Polizei nicht erforderlich. Greenpeace twitterte: "Wir entschuldigen uns dafür, dass bei der heutigen #Greenpeace Aktion aufgrund einer technischen Störung erzwungenen Notlandung Menschen gefährdet wurden und dadurch offenbar eine Person verletzt wurde. Wir hoffen, dass es allen gut geht."
Ende Mai 2021 hatten sich Greenpeace-Aktivisten Zugang zum Verladehafen in Emden verschafft und bei Dutzenden Fahrzeugen den Zündschlüssel abgezogen sowie Banner platziert.
In einem gemeinsamen Brief forderten mehrere Umweltverbände die deutschen Autobauer im März 2021 auf, bis spätestens 2030 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zu verkaufen. Hersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW müssten ihre Produktion stattdessen auf "effiziente und verbrauchsarme Elektrofahrzeuge ausrichten", hieß es in einem Brief, den unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Germanwatch, Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe unterschrieben. Für Hybridfahrzeuge gelte die Forderung nach einem Verkaufstopp gleichermaßen.
Nachtrag vom 16. Juni 2021, 14:06 Uhr
Wir haben die Überschrift angepasst und den Artikel um die Information ergänzt, dass die Polizei München nun in diesem Fall ermittelt.
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Bei dir konnte man es gut zwischen den Zeilen rauslesen... ;)
Die Unterschiede passen wohl einigen nicht ins Narrativ.
Alleine die Verletzung einer Flubverbotszone berechtigt nicht zum Abschuß. Was machst du...
ja, die sind Hauptsponsor der Spiele. jup, die haben den Dieselskandal mit...