Prosite und Speedbone: CCC will Server nach Hildmann-Hoster-Hack umziehen

Große ISPs und Netzwerkbetreiber machen offenbar unwissentlich Geschäfte mit einem mutmaßlichen Rechtsextremen. Der CCC zieht Konsequenzen, andere könnten folgen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Geschäftspartner sind im Internet nicht immer leicht zu beurteilen.
Geschäftspartner sind im Internet nicht immer leicht zu beurteilen. (Bild: Heinz-Peter Bader/Reuters)

Im Zuge des Anonymous-Hacks der Webseite von Attila Hildmann haben Aktivisten auch Details zum Chef des angegriffenen Hosters veröffentlicht. Demnach sei der Prosite-Chef Impfgegner, poste und teile rechtsextreme Inhalte auf Facebook und relativiere die Shoa. Zudem interessiere er sich für Chemtrails. Prosite wiederum ist eine Hosting-Marke von Speedbone, einem Rechenzentrumsbetreiber und Colocation-Anbieter. Der Chaos Computer Club (CCC) zieht aus den Veröffentlichungen rund um den Hack nun direkt Konsequenzen.

Inhalt:
  1. Prosite und Speedbone: CCC will Server nach Hildmann-Hoster-Hack umziehen
  2. Distanzierungen von Enthüllungen und weitere Konsequenzen

Der CCC ist, wie viele andere Vereine, ISPs oder Netzwerkbetreiber auch, entweder direkt Kunde von Speedbone, hat dort eigene Hardware stehen oder ist mit Speedbone über einen Carrier verbunden. CCC-Sprecher Linus Neumann sagte Golem.de dazu am Dienstagabend: "Wir haben durch den Anonymous-Hack davon erfahren. Seit gestern bereiten wir den Umzug unserer Server vor, die dort in den Racks stehen." Der CCC hat also offenbar unmittelbar auf das Bekanntwerden der Informationen reagiert.

Bei sogenannten Colocationdiensten oder auch Serverhousing bietet ein Unternehmen als Betreiber eines Rechenzentrums Kunden möglichen Stellplatz für Server-Racks und entsprechende Infrastruktur wie eben Kühlung, Strom oder auch Zugangskontrollen. Die Kunden wiederum können so komplett eigene Hardware betreiben und sich etwa auch selbst um das Routing oder Peering mit anderen Netzen kümmern.

Hinzukommen können aber auch Hostingdienste für weitere Kunden. Um diesen wiederum einen vergleichsweise einfachen Zugriff auf das weltweite Internet zu geben, gibt es noch Anbieter, die als sogenannte Carrier eben diese Verbindung herstellen - über eigenes Equipment, das in Rechenzentren steht.

Viele Verbindungen zu ISPs, Hostern und Netzwerkbetreibern

Aus der PeeringDB geht hervor, dass die Räumlichkeiten von Speedbone beziehungsweise dessen Standort am Alboin-Kontor in Berlin von zahlreichen Netzwerkbetreibern zum Austausch genutzt wird. Dazu gehören wie bereits erwähnt der CCC, aber zum Beispiel auch Freifunk, Internet-Exchange-Betreiber wie BCIX oder ECIX, Endkunden-Provider wie DNS.Net oder Vodafone und viele weitere Anbieter klassischer Internetdienstleistungen vom Hosting bis zu Infrastruktur-Lösungen wie etwa Netuse oder Syseleven.

Auf der Webseite von Speedbone listet das Unternehmen selbst noch weitere Internetdienstleister als Partner oder auch als Carrier auf. Auch hier finden sich etwa die großen deutschen ISPs wie die Deutsche Telekom, Vodafone, 1&1, Telefonica und O2. Genannt werden auch weitere Netzwerkbetreiber wie Level 3, Retn oder auch Colt.

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Distanzierungen von Enthüllungen und weitere Konsequenzen 
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Fresh 16. Nov 2021

Die werden vermutlich einen 0815 Vertrag haben mit allem was die Firma angeblich an...

M.P. 15. Nov 2021

Immerhin nicht geplenkt ;-)

demon driver 13. Nov 2021

P.S.: Im übrigen sieht es wohl so aus, als habe diese Firma vor allem Rechtspopulisten...

packansack 12. Nov 2021

Naja, wer wen als leichtgläubigen Dummkopf einschätzt ist irrelevant, denn die meisten...



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