Promoted Posts: Facebook-Nutzer können sich Aufmerksamkeit kaufen

Das, was bisher nur Unternehmensseiten vorbehalten war, gilt jetzt auch für private Facebook-Nutzer: Statusmeldungen können gegen Bares hervorgehoben werden. Promoted Posts nennt Facebook die Funktion, die bisher nur bei Nutzern in den USA getestet worden war. Nun berichten auch einige deutsche Nutzer über eine solche Funktion, die nach und nach bei allen anderen ausgerollt werden soll.
Im Klartext heißt das: Facebook-Nutzer, die der Meinung sind, bestimmte Texte würden von zu wenigen in der eigenen Freundesliste gesehen, können gegen Geld ihre privaten Statusmeldungen prominenter präsentieren. Um wie viel die Aufmerksamkeit gesteigert wurde, wird später in einem Auswertungstool dargestellt. Die Reichweitensteigerung wird in Prozent angegeben.
5 Euro für ein Statusupdate
Nutzer berichteten(öffnet im neuen Fenster) bereits im Mai 2012 von den Promoted Posts. Erst Monate später gab es Anfang Oktober von Facebook-Entwickler Abhishek Doshi im unternehmenseigenen Blog eine Bestätigung(öffnet im neuen Fenster) . Durch das Hervorheben eines Beitrages werde dieser im Newsfeed weiter oben präsentiert, schrieb er. Angaben zu den Preisen machte er nicht.
Bei einem Test von Mitarbeitern unserer Redaktion verlangte Facebook für ein Statusupdate ohne Bild oder Video rund 5 Euro. Der Account hatte 211 Freunde und war aus Berlin. Bei einem anderen Account mit 339 Freunden wurde die gleiche Summe fällig. Auch der Account war aus Berlin.
Facebook schreibt(öffnet im neuen Fenster) : "Die Kosten für das Hervorheben eines Beitrages hängen von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem deiner geographischen Position und die Größe des gewünschten Publikums." Ob das bedeutet, dass Facebook-Nutzer in Berlin mehr für ihre Statusmeldungen bezahlen müssen als zum Beispiel Nutzer in Hamburg, ist unklar.
Unternehmen konkurrieren mit Privatpersonen
Obwohl Facebook betont, dass die gesponserten Unternehmensmeldungen und die privaten kostenpflichtig hervorgehobenen Statusmeldungen als zwei voneinander unabhängige Produkte betrachtet werden, konkurrieren sie doch im Newsfeed miteinander. Ob Facebook einer bezahlten privaten Meldung dem Vorrang vor einem ebenfalls bezahlten Unternehmensupdate lässt? Wir wissen es nicht.
Immerhin will Facebook sicherstellen, dass auch nur Privatpersonen die Möglichkeit nutzen, private Statusmeldungen zu promoten. Nutzer mit mehr als 5.000 Freunden und Abonnenten können keine Beiträge hervorheben.