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Keine Maschine kann bislang gutes Projektmanagement nachahmen

In einem meiner jüngsten Projekte für einen großen Telekommunikationsanbieter verstand der Kunde diese Aufgabe nicht. Statt Projektmanagern wollte er lediglich die Entwickler bezahlen. Das Projekt war dezentral und agil organisiert, einige meiner Kollegen saßen im Ausland. Die Aufgabenstellung war nach Meinung des Auftraggebers so klar, dass alle wissen sollten, was zu tun war. Reine Entwicklungsarbeit.

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Wir entsprachen seinem Wunsch nach agiler Arbeitsweise, organisierten die Entwicklungsarbeit in Sprints und hielten uns - wie gewünscht - kommunikationsseitig zunächst aus dem Projekt heraus. Nach einiger Zeit erhielten wir Beschwerden vom Kunden, dass die Entwickler nicht erreichbar seien und dass trotz agiler Arbeitsweisen die angeforderten kurzfristigen Änderungen nicht umgesetzt würden. Meine Aufgabe war es dann, das Setup des gesamten Projektes noch einmal zu prüfen und dem Kunden zu erklären.

Nach einigen Krisengesprächen wurde das Projektmanagement dann zum Hauptansprechpartner für den Kunden, der immer persönlich und kompetent beraten wurde und dessen Wünsche und Probleme korrekt gefiltert und adressiert wurden. Die Entwickler konnten in Ruhe ihre Arbeit machen und fühlten sich durch weniger Zwischenrufe spürbar wohler.

Diese Arbeit, die vor allem kommunikatives Feingefühl erfordert, wird in den nächsten Jahren keine Maschine erledigen können. Trotzdem wird auch daran schon gearbeitet. Den Grad an Verständnis und die behutsam erklärende Art und Weise, mit der wir in unserem Fall den Kunden in die gewünschte Richtung bewegt haben, wird aber auch mittelfristig keine Maschine imitieren können.

Eine Terminvereinbarung, das schafft eine Maschine. Den Kern der agilen Arbeitsweise zu erläutern, das schafft sie auch. Bei den tiefer gehenden Fragen wird es aber schwierig. In unserem Fall wollte der Kunde wissen, warum die Entwickler die vorgegebenen Änderungen nicht umsetzen. Wir erklärten ihm also das Prinzip der Sprintplanung: dass der Sprint vier Wochen dauert und neue Änderungen erst danach aufgenommen und umgesetzt werden. Wir erklärten ihm außerdem, dass vier Wochen für ein komplexes Produkt eine kurze Zeit und das Ergebnis nur ein Zwischenergebnis sei, das es weiter zu verbessern gelte.

Es stellte sich heraus, dass der Kunde all das gar nicht wusste. Für ihn war agil gleichbedeutend mit schneller gewesen. Wir konnten aber klarstellen, dass es eher transparenter und anpassungsfähiger bedeutet - und eben nicht unbedingt schneller. Wir klärten das Missverständnis in persönlichen Gesprächen auf, mit Charme, Lockerheit und einem individuellen Kommunikationsstil. Welche Maschine sollte das ersetzen können?

Projektmanager sind also keine Geldfresser, keine reinen Zahlenschubser und Analysemaschinen. Sie sind bestenfalls auch Mediatoren und kommunikative Schnittstellen - oder einfach Menschen, die auf eigene Mitarbeiter und den Kunden zugehen und mit kommunikativer Kompetenz überzeugen können.

 Projektmanagement: An der falschen Stelle automatisiertMein Programm wird mir schon sagen, was ich tun muss 
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tirili 29. Jun 2019

Projektmanager vs Scrum-Master ist doch ein bisschen so, wie Alexander der Große versus...

Kleba 16. Jun 2019

This. Ich bin zwar kein PM, sondern Software Entwickler/Architekt, aber ich habe schon...

gadthrawn 13. Jun 2019

Naja, sagen wir es so: den letzten Artikel des Autors den ich gelesen habe, habe ich...

MFGSparka 13. Jun 2019

Der Artikel hinkt vorne und hinten. Ich stimme zu, dass Kommunikation und...

Trollversteher 13. Jun 2019

Also ich habe danach gearbeitet, mit Grob- und Detailspezifikation sowohl fürs gesamte...


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