Kurze Wege für den Wasserstoff

Sie hätten in vielerlei Hinsicht Neuland betreten, erzählte Projektleiter André Steinau. So habe es zum Zeitpunkt des Projektstarts keine Förderung für die komplette Wertschöpfungskette gegeben. Entsprechend kompliziert seien die Verhandlungen gewesen. Nachfolger, die jetzt starteten, hätten es einfacher, da die Bundesregierung verschiedene Förderprogramm aufgelegt habe.

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Ein weiteres Problem sei, eine Genehmigung für den Aufbau einer Elektrolyseanlage im Außenbereich zu bekommen, weil es sich dabei um Industrieanlagen handele, die nicht überall gebaut werden dürften, sagte Steinau. So hätten sie an bestimmten projektierten Standorten nicht bauen dürfen und deshalb umplanen müssen.

Dabei sei es wichtig, dass die Elektrolyseure möglichst nah an den Windparks gebaut würden. So könne der Strom systemdienlich genutzt werden. "Wenn viel Sonne oder viel Wind da ist, wollen ja alle produzieren", erklärte Steinau bei der digitalen Exkursion. "Wenn ich dann direkt am Windrad sitze, nehme ich den Strom heraus, bevor er ins Übertragungsnetz geht." Das Netz werde deshalb nicht belastet. Das hat zudem noch einen finanziellen Vorteil: Wenn der Strom gar nicht erst ins Netz gespeist wird, entfällt auch das Netzentgelt.

Die Transportwege sind kurz

Auch sonst ist die ganze Infrastruktur auf kurze Wege ausgelegt: Keiner der Elektrolyseure ist weiter als 20 Kilometer von den Tankstellen entfernt. Die Tankwagen müssen also nicht weit fahren. Auch die Tankstellen selbst sind effizient ausgelegt: So gibt es keine unterirdischen Tanks, in die der angelieferte Wasserstoff transferiert wird. Statt dessen bringt der Lkw den Tank.

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Der Wasserstoff wird an den Elektrolyseuren nicht nur gewonnen, sondern auch gleich verdichtet und mit einem Druck von 350 bar in Tanks abgefüllt. Die Tanks haben das Format eines konventionellen 20-Fuß-Containers. Darin befinden sich 104 Gasflaschen, die eine nach der anderen gefüllt werden. Sind alle voll, wird der Container verladen und zur Tankstelle gebracht. Dort werden die Speichermodule aufgestellt und ausgetauscht, wenn Wasserstoff vertankt ist.

Die kurzen Wege seien ein Kostenvorteil, sagte Steinau: Ein Wasserstofftransport sei ein Gefahrguttransport, der von besonders geschulten Fahrern mit speziell ausgestatteten Fahrzeugen durchgeführt werden müsse. Je weiter der Weg, desto teurer werde der Transport. Oder andersherum: Der grüne Wasserstoff aus Nordfriesland sei in der Herstellung zwar etwas teurer. Aber der kurze Transportweg kompensiere den höheren Herstellungspreis.

Bis zu 100 Kilogramm Wasserstoff liefert ein Elektrolyseur in Nordfriesland pro Tag. Insgesamt können alle fünf Elektrolyseure genug Wasserstoff gewinnen, um ein Dutzend Busse oder 120 Pkw am Tag zu betanken.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Ein Bus tankt 25 Kilogramm Wasserstoff am Tag

Der reale Bedarf ist aktuell noch geringer: Jeder der Busse kann 35 Kilogramm tanken und kommt damit rund 450 Kilometer weit. So viel fahren sie aber nicht: Die Fahrleistung am Tag beträgt etwa 300 Kilometer. Das bedeutet, jeder Bus tankt etwa 25 Kilogramm Wasserstoff am Tag.

Außerdem frequentieren derzeit rund dreißig Brennstoffzellen-Pkw die Tankstellen. Künftig sollen davon mehr unterwegs sein - als private oder als Firmen-Pkw. Das Problem ist jedoch, dass es derzeit nur zwei Modelle auf dem Markt gibt: den Toyota Mirai und den Hyundai Nexo.

Allerdings gehen Experten davon aus, dass eher Nutzfahrzeuge wie Busse oder Lastwagen mit Wasserstoff fahren werden. GP Joule kooperiert zudem mit einer Reederei, die in Zukunft die Fähre von Nordstrand nach Pellworm oder Föhr mit Wasserstoff betreiben will. Denkbar ist schließlich sogar, einen Brennstoffzellen-Zug im Schienennahverkehr einzusetzen.

Die Frage ist jedoch: Rechnet sich das?

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PanicMan 13. Jul 2021

So wie es die Norweger machen? Ist mir prinzipiell auch egal welches, aber die haben viel...

Dwalinn 12. Jul 2021

Ich denke darauf wollte er hinaus, nur muss der Bus 300km weit kommen auch im Winter...

Dwalinn 12. Jul 2021

Der Wasserstoff wird aber so oder so in der Stahlproduktion benötigt und bei 2000km...

Dwalinn 12. Jul 2021

Sicherlich aber selbst dann passt das nicht. Für die Verdichtung gegen ja 5kW drauf daher...



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