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Android kommt je nach Hersteller in einem anderen Gewand.
Android kommt je nach Hersteller in einem anderen Gewand. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Neues Android mit altem Kernel

Künftig kommen Updates des Android-OS-Frameworks dank des Vendor-Interface also vielleicht schneller bei den Nutzern an als bisher. Bestehen bleibt, zumindest aus Sicherheitsperspektive, wohl aber weiterhin das massive Problem mit den Hardwaretreibern und anderen Bestandteilen des Linux-Kernels, mit dessen Pflege die meisten Hersteller schon jetzt gänzlich überfordert sind.

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So sind sehr viele Hardware-Treiber von den SoC-Produzenten ausschließlich für eine bestimmte Kernel-Version geschrieben worden. Außerdem sind die Kernel der Hersteller oft überhaupt nicht Teil des sogenannten Common-Kernel von Googles Android Open Source Project (AOSP). Der Code zur Unterstützung bestimmter Smartphones findet sich bisher auch fast nie im sogenannten Mainline-Kernel der Linux-Community, auf dem klassische Linux-Distributionen aufbauen.

Der Unterschied von Mainline-Kernel zu dem Kernel, der auf einem bestimmtem Gerät zum Einsatz kommt, beläuft sich so schnell auf mehrere Millionen Zeilen Quellcode. Hinzukommen proprietäre Bestandteile, die als klare Verletzung der GPL nicht offen gelegt werden oder nicht offen gelegt werden müssen, weil diese proprietäre Userspace-Bestandteile sind.

In Anbetracht dieser Umstände ist es leicht nachvollziehbar, warum etwa Samsung sich nicht in der Lage dazu sieht, seine Nutzer schnell vor einem Angriff zu schützen, der über den Treiber des Broadcom-WLAN-Chips ausgeführt wird und die vollständige Übernahme des Gerätes bewirkt.

Weniger Aufwand für neues Android

Sollte sich der Pflegeaufwand für die Android-Geräte dank des Vendor-Interface für die Hersteller allerdings deutlich reduzieren, könnte dies mittelfristig dazu führen, dass sich die Hersteller verstärkt dem Kernel zuwenden können, um die eben beschriebenen Probleme zu lösen.

Das gilt aber eben nicht nur für die Hersteller selbst, sondern auch für große Community-Projekte wie etwa Lineage OS. Deren Aufwand für eine Portierung oder ein Upgrade sollte für Geräte, die ab Android O auf das Vendor Interface setzen, wesentlich geringer ausfallen als bisher. Auch das setzt Kräfte frei, die für die Arbeit am Kernel gebraucht werden können.

Doch selbst wenn sich die Hersteller und die Community nicht dem Kernel zuwenden, wird es für Nutzer wohl einfacher, auch langfristig auf Projekte wie Lineage OS zu setzen und damit Android-Versionsupgrades zu erhalten. Auch wenn der Kernel dann nur mäßig gepflegt wird.

Die vollständige technische Dokumentation zu dem Vendor Interface will Google im Sommer mit der Veröffentlichung von Android O bereitstellen. Auf der Google-Konferenz I/O kommende Woche wird es wohl auch einige weitere Details zu dem System geben. Genutzt wird die neue Technik bereits in der Vorschau auf Android O, die für ausgewählte Geräte von Google bereitsteht.

 Project Treble: Google will Android-Updates revolutionieren

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gadthrawn 15. Mai 2017

Fallbeispeil Ativ S Updates vom Betriebssystem (Windows Phone) kamen von MS, mussten...

ArcherV 14. Mai 2017

Lustig, dass so ein Satz vom Linux/Open Source Priester kommt :D

Sharra 14. Mai 2017

Die Hersteller werden mitnichten (mit 1-2 Ausnahmen vielleicht) die Arbeit dann in den...

Wallbreaker 14. Mai 2017

Und genau das wollen sie nicht. Der Nutzer soll auf ewig abhängig sein, und zu seinem...



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