Abo
  • Services:

Neues Android mit altem Kernel

Künftig kommen Updates des Android-OS-Frameworks dank des Vendor-Interface also vielleicht schneller bei den Nutzern an als bisher. Bestehen bleibt, zumindest aus Sicherheitsperspektive, wohl aber weiterhin das massive Problem mit den Hardwaretreibern und anderen Bestandteilen des Linux-Kernels, mit dessen Pflege die meisten Hersteller schon jetzt gänzlich überfordert sind.

Stellenmarkt
  1. Lidl Digital, Leingarten
  2. über duerenhoff GmbH, Mannheim

So sind sehr viele Hardware-Treiber von den SoC-Produzenten ausschließlich für eine bestimmte Kernel-Version geschrieben worden. Außerdem sind die Kernel der Hersteller oft überhaupt nicht Teil des sogenannten Common-Kernel von Googles Android Open Source Project (AOSP). Der Code zur Unterstützung bestimmter Smartphones findet sich bisher auch fast nie im sogenannten Mainline-Kernel der Linux-Community, auf dem klassische Linux-Distributionen aufbauen.

Der Unterschied von Mainline-Kernel zu dem Kernel, der auf einem bestimmtem Gerät zum Einsatz kommt, beläuft sich so schnell auf mehrere Millionen Zeilen Quellcode. Hinzukommen proprietäre Bestandteile, die als klare Verletzung der GPL nicht offen gelegt werden oder nicht offen gelegt werden müssen, weil diese proprietäre Userspace-Bestandteile sind.

In Anbetracht dieser Umstände ist es leicht nachvollziehbar, warum etwa Samsung sich nicht in der Lage dazu sieht, seine Nutzer schnell vor einem Angriff zu schützen, der über den Treiber des Broadcom-WLAN-Chips ausgeführt wird und die vollständige Übernahme des Gerätes bewirkt.

Weniger Aufwand für neues Android

Sollte sich der Pflegeaufwand für die Android-Geräte dank des Vendor-Interface für die Hersteller allerdings deutlich reduzieren, könnte dies mittelfristig dazu führen, dass sich die Hersteller verstärkt dem Kernel zuwenden können, um die eben beschriebenen Probleme zu lösen.

Das gilt aber eben nicht nur für die Hersteller selbst, sondern auch für große Community-Projekte wie etwa Lineage OS. Deren Aufwand für eine Portierung oder ein Upgrade sollte für Geräte, die ab Android O auf das Vendor Interface setzen, wesentlich geringer ausfallen als bisher. Auch das setzt Kräfte frei, die für die Arbeit am Kernel gebraucht werden können.

Doch selbst wenn sich die Hersteller und die Community nicht dem Kernel zuwenden, wird es für Nutzer wohl einfacher, auch langfristig auf Projekte wie Lineage OS zu setzen und damit Android-Versionsupgrades zu erhalten. Auch wenn der Kernel dann nur mäßig gepflegt wird.

Die vollständige technische Dokumentation zu dem Vendor Interface will Google im Sommer mit der Veröffentlichung von Android O bereitstellen. Auf der Google-Konferenz I/O kommende Woche wird es wohl auch einige weitere Details zu dem System geben. Genutzt wird die neue Technik bereits in der Vorschau auf Android O, die für ausgewählte Geräte von Google bereitsteht.

 Project Treble: Google will Android-Updates revolutionieren
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,25€
  2. (nur für Prime-Mitglieder)

ArcherV 22. Aug 2017

Natürlich, jetzt ist Bill Gates schuld. Wahrscheinlich ist er auch Schuld, dass die...

jose.ramirez 21. Aug 2017

Aus Sicht von Google ist es sicherlich keine "Alibi Funktion". Google ist daran gelegen...

Sharra 14. Mai 2017

Die Hersteller werden mitnichten (mit 1-2 Ausnahmen vielleicht) die Arbeit dann in den...

Wallbreaker 14. Mai 2017

Und genau das wollen sie nicht. Der Nutzer soll auf ewig abhängig sein, und zu seinem...


Folgen Sie uns
       


Fünf smarte Lautsprecher von 200 bis 400 Euro im Vergleich

Link 300 und Link 500 von JBL, Onkyos P3, Panasonics GA10 sowie Apples Homepod treten in unserem Klangvergleich gegeneinander an. Die beiden JBL-Lautsprecher lassen die Konkurrenz blass aussehen, selbst der gar nicht schlecht klingende Homepod hat dann das Nachsehen.

Fünf smarte Lautsprecher von 200 bis 400 Euro im Vergleich Video aufrufen
Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Nach tödlichem Unfall Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos
  2. Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley
  3. Kooperationen vereinbart Deutschland setzt beim Auto der Zukunft auf China

Raumfahrt: Großbritannien will wieder in den Weltraum
Raumfahrt
Großbritannien will wieder in den Weltraum

Die Briten wollen eigene Raketen bauen und von Großbritannien aus starten. Ein Teil des Geldes dafür kommt auch von Investoren und staatlichen Investitionsfonds aus Deutschland.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Esa Sonnensystemforschung ohne Plutonium
  2. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  3. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder

Smartphone von Gigaset: Made in Bocholt
Smartphone von Gigaset
Made in Bocholt

Gigaset baut sein Smartphone GS185 in Bocholt - und verpasst dem Gerät trotz kompletter Anlieferung von Teilen aus China das Label "Made in Germany". Der Fokus auf die Region ist aber vorhanden, eine erweiterte Fertigung durchaus eine Option. Wir haben uns das Werk angeschaut.
Ein Bericht von Tobias Költzsch

  1. Bocholt Gigaset baut Smartphone in Deutschland

    •  /