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Project Tango: Googles Smartphones sollen lernen, die Welt in 3D zu sehen

Mit dem Verkauf von Motorola hat Google nicht alle Handyentwicklungen abgegeben – denn das "Project Tango" wird fortgeführt. Dahinter verbirgt sich ein 3D-System, das Handys wie autonome Autos sehen lehrt. Nun sucht der US-Konzern Entwickler dafür.
/ Nico Ernst
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Das Tango-Smartphone kann in 3D sehen. (Bild: Google/Screenshot: Golem.de)
Das Tango-Smartphone kann in 3D sehen. Bild: Google/Screenshot: Golem.de

Google Glass und Street View , zwei umstrittene Projekte des Onlinekonzerns, waren nur ein sehr kleiner Anfang – diesen Eindruck könnte man anhand der neuen PR-Videos von Google bekommen. Das Unternehmen stellt darin den Prototyp eines Smartphones vor, das die Welt sehen kann. Und zwar nicht nur in Form von Fotos und Videos, sondern in 3D-Modellen. Das Gerät kennt also Ort, Ausrichtung und Größe von Objekten.

Beim Herumtragen in einem Wohnzimmer oder einem Treppenhaus – für beides zeigt Google Modelle – erfassen die zahlreichen Sensoren die Umgebung in Echtzeit. Die Bilder ähneln sehr den Darstellungen, welche die Systeme von autonom fahrenden Roboterautos erzeugen.

Project Tango – Googles Mapping-Telefon
Project Tango – Googles Mapping-Telefon (02:57)

Auf der Rückseite des Telefons sitzen dafür eine 4-Megapixel-Kamera für die Bildaufnahme, eine zusätzliche für Bewegungserkennung und ein weiterer Sensor, der die Tiefe des Raums erkennen kann. Dazu kommen noch Lagesensoren, wie man sie von Smartphones und Tablets schon kennt. Insgesamt soll das System 250.000 Messungen pro Sekunde durchführen können.

Diese Datenmenge wird von spezialisierten Bildverarbeitungsprozessoren namens "Myriad 1" verarbeitet. Gleich zwei davon sind in dem Handy-Prototyp verbaut. Solche Spezialchips, die auch in anderen sehenden Geräten zum Einsatz kommen, können die Daten von vielen Sensoren parallel kombinieren und daraus ein 3D-Modell der Umgebung erzeugen.

Nutzen soll das alles, wie das Unternehmen unter anderem bei Google+ schreibt(öffnet im neuen Fenster) , um sich beispielsweise in einem fremden Gebäude zu orientieren. Ob dabei die von anderen Benutzern auf Googles Servern gespeicherten Daten einbezogen werden, sagt das Unternehmen nicht – das ist aber mehr als wahrscheinlich. Immerhin hatte sich der Konzern auch mit Street View schon eine vollständige Erfassung aller Großstädte der Welt vorgenommen.

Entwickelt wurde der Prototyp von der Abteilung "Advanced Technology and Projects" (ATAP), die Google nach dem Verkauf von Motorola an Lenovo behalten hatte. Dabei wirkten zahlreiche andere Hard- und Softwareunternehmen sowie Forschungseinrichtungen mit.

200 der Smartphones mit 3D-Scannern will Google nun unabhängigen Entwicklern zur Verfügung stellen. Wie schon bei Glass muss man sich dafür bewerben und konkrete Vorschläge vorbringen. Ob die Geräte dann, wie bei Glass, auch bezahlt werden müssen, geht aus Googles Projektseite(öffnet im neuen Fenster) nicht hervor. Bis zum 14. März 2014 sollen alle Geräte vergeben werden.


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