Project Spark: Motioncapture im Wohnzimmer

Eigene Bewegungen und Sprache mit Kinect erfassen und daraus einen fiesen Ingame-Troll in einer Fantasywelt erstellen: Das soll mit Project Spark funktionieren, einem Games-Editor mit neuen Ideen.

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Project Spark
Project Spark (Bild: Microsoft)

Auch auf Spielemessen kommt es eher selten vor, dass der Entwickler einer neuen Software bei der Präsentation wild mit den Armen fuchtelt und laut "Go away" brüllt. Bei Project Spark passiert genau das, denn die fuchtelnden Arme und den Schrei nimmt der Entwickler von Microsoft per Kinect auf und überträgt sie dann auf das bis dahin leblose Drahtgittermodell eines Trolls. Anschließend fuchtelt der Troll innerhalb der Fantasywelt mit den Armen und ruft laut "Go away". Das Ergebnis ist zwar meilenweit von Profi-Standards entfernt, aber immerhin: Im Grunde ist das Gesamtsystem eine rudimentäre Ausgabe eines Motioncapture-Studios für den Hobbybereich.

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Project Spark ist ein Editor, mit dem sich auf Xbox One und Xbox 360 sowie auf Windows-PC eigene Spiele entwickeln lassen. Das Programm entsteht bei Team Dakota - so nennt sich die Gruppe, die bei Microsoft für die Entwicklung zuständig ist. Nach aktuellem Stand erscheint Project Spark noch vor Ende 2013 für Windows, Anfang 2014 sollen die Konsolenfassungen folgen. Am PC ist es übrigens nicht möglich, die Bewegungen per Kinect zu erfassen, so einer der Entwickler auf der Gamescom 2013 - aber die von einer Konsole aufgezeichneten Daten lassen sich auf dem PC weiter bearbeiten.

Auf der Gamescom hat Microsoft vorgeführt, dass sich Spiele mit Project Spark auf grundsätzlich zwei Arten erstellen lassen. Die einfache besteht darin, sich durch eine Reihe von Auswahlmenüs zu klicken. Erst steht die Entscheidung an, ob es sich um Eis-, Wüsten- oder Waldwelt handeln soll, dann ob die Umgebung eher flach oder hügelig sein soll. Anschließend folgen weitere Entscheidungen über die Hauptfigur, den Startpunkt und das grundsätzliche Spielprinzip. Sonderlich innovative Games sind mit einem derartigen System natürlich nicht möglich.

5 mal 5 Kilometer virtuelle Welt

Anders sieht es mit dem freien Editieren aus. In diesem zweiten Modus soll der Hobby-Entwickler die Welt von Grund auf selbst erstellen, indem er sein Terrain nach seinen Vorstellungen baut, Flüsse anlegt, Wälder aus Bäumen erstellt - wenn man die Levelgröße in die Echtwelt umrechnet, kommt dabei laut den Entwicklern eine Größe von 5 mal 5 Kilometern und eine Höhe von 600 Metern heraus; mehrere solcher Quader lassen sich verknüpfen, etwa über Portale.

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In den Welten lassen sich dann beliebig Helden und Gegner sowie sonstige Gameplay-Elemente unterbringen. Ab da wird es dann doch kompliziert: Das auf der Gamescom gezeigte Menü, mit dem etwa das Verhalten eines Gegners festgelegt wird, scheint sich zwar vollständig auf auswählbare Funktionen zu beschränken, die Eingabe von eigenem Code war da nicht nötig oder möglich; Beschriftungen und Texte sind natürlich frei editierbar. Spieler müssen sich allerdings Gedanken machen, wie die Zusammenhänge in der Welt sein sollen und welche Wenn-Dann-Verknüpfungen wie funktionieren sollen.

Ihre Werke sollen Spieler nach Belieben über die Cloud mit anderen teilen können. Die ins Netz gestellten Levels oder Games können dann weiter bearbeitet werden. Wer neugierig ist: Bereits im Oktober 2013 soll der Betatest der PC-Version beginnen, Anmeldungen sind auf der offiziellen Homepage von Project Spark möglich.

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