Project Quantum: Intel-CPUs machen AMDs Komplett-PC besser

Sakrileg! AMD verwendet in seinem Project-Quantum-System zwei Radeon-R9-Grafikchips und einen Intel-Prozessor. Dafür musste sich der Hersteller schriftlich rechtfertigen - dabei ist die Entscheidung für Intel einfach nur naheliegend.

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Project Quantum
Project Quantum (Bild: AMD)

Als AMD auf der Vorabveranstaltung zum Test der Radeon R9 Fury X den Komplett-PC namens Project Quantum zeigte, nickte ich bei der Aufzählung der Komponenten zustimmend. In dem wassergekühlten, extrem kompakten System stecken eine Grafikkarte mit zwei Fiji-Chips und Intels Core i7-4790K auf einem Mini-ITX-Board. Aus meiner Sicht logisch und keinesfalls überraschend, doch nicht alle sehen das so.

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Für einige Internet-Nutzer scheint die Entscheidung unverständlich. Eine in mehreren Foren gestellte Frage lautete: Wieso verbaut AMD in seinem Vorzeige-Rechner einen Prozessor von Intel und keines der eigenen CPU-Modelle, beispielsweise einen FX-8370E? Die im Internet übliche Empörung folgte auf dem Fuße, und schließlich sah sich AMD genötigt, eine schriftliche und ausführliche Stellungnahme zu veröffentlichen.

Man werde Project Quantum mit AMD- und Intel-Prozessoren anbieten, am wichtigsten sei ohnehin die Fiji-basierte Grafikkarte. Da der Komplett-Rechner auf einem Mainboard im Mini-ITX-Formfaktor basiert, kann AMD keine FX-Prozessoren im Project Quantum verbauen, da es keine entsprechenden Platinen gibt. Somit bleiben aus AMDs Sicht nur Kaveri-Chips für den Sockel FM2+ übrig. Ein aktueller Intel-Prozessor wie der Core i7-4790K kostet zwar das Doppelte, ist aber sehr viel schneller und benötigt ähnlich viel Energie.

Eine doppelte Fury X, wie sie im Project Quantum steckt, braucht unbedingt einen richtig flotten Prozessor, der sie mit Daten füttert. Denn eine langsame CPU bremst Multi-GPU-Grafikkarten oder generell schnelle Modelle aus, insbesondere mit D3D11- statt Mantle- oder D3D12-Grafikschnittstelle und in Spielen wie Battlefield 4 im Mehrspielermodus.

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Das weiß auch AMD: Mit einer lahmen CPU würde diese den kleinsten gemeinsamen Leistungsnenner bilden und AMDs Radeon R9 Fury X wäre in einigen Benchmarks genauso schnell wie die eigentlich langsamere Geforce GTX 980 Ti. Eine flotter Prozessor kaschiert zudem den höheren Treiber-Overhead in Spielen bei AMD-Karten.

  • Project Quantum (Bild: AMD)
  • Project Quantum (Bild: AMD)
  • Project Quantum (Bild: AMD)
Project Quantum (Bild: AMD)

Alle Messwerte im Reviewer's Guide (eine Art Überblick aller Funktionen und Leistungseinschätzung für Tester) zur Radeon R9 Fury X wurden mit einem Core i7-5960X angefertigt. Ähnlich geht AMD seit Jahren vor: Die Radeon HD 5870 von 2009 beispielsweise kombinierte der Hersteller mit einem Core i7-965XE.

Da AMD im Preisbereich ab etwa 170 Euro keinen Prozessor im Angebot hat, der in Spielen mit ähnlich teuren Intel-Modellen mithält, ist es sinnvoll, Project Quantum mit beispielsweise einem Core i7-4790K auszustatten. Der Chip liefert die Geschwindigkeit, welche die Doppel-Fiji-Grafikkarte benötigt.

Der Komplett-PC zeigt somit eine ausbalancierte Leistung und ist ein gutes Angebot - genau das, was AMD braucht. Chefin Lisa Su brachte es auf den Punkt: "Unsere Aufgabe ist es, tolle Produkte zu entwickeln." Manchmal ist dafür eben ein Bauteil von der Konkurrenz notwendig.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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K10_Kobold 10. Jul 2015

Ich muss ehrlich gestehen, dass der ganze Hype um Hans und Kunz die Jahre an mir vorbei...

gruffi 01. Jul 2015

Falsch. Die aktuellen FX CPUs unterstützen überhaupt kein PCIe. PCIe wird dort vom...

gruffi 01. Jul 2015

GTX 980 Ti? Ich dachte es soll eine gescheite Grafikkarte werden? Wer bitteschön will da...

gruffi 01. Jul 2015

Danke für den Witz des Tages! Habe herzlich gelacht.



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