Project Nimbus: Dokumente verraten Google-Tools für Israels Videoüberwachung

Bereits seit Längerem ist bekannt, dass Google (und Amazon) die eigenen Cloudprodukte und Machine-Learning-Software an Israel verkauft. Den Vertrag fasst das Unternehmen unter Project Nimbus zusammen. Allerdings war bisher wenig über dessen Umfang bekannt und welche Software darin enthalten ist. Das Magazin The Intercept(öffnet im neuen Fenster) hat nun einige Dokumente(öffnet im neuen Fenster) entdeckt, die dazu mehr Einsicht geben.
Es scheint, als biete Google der israelischen Regierung das gesamte Machine-Learning-Paket an. Über die Video Intelligence API können etwa Objekte erkannt und Sprachen transkribiert werden. Google zeigt die API im Kontext mit Videoüberwachung – ein Grund, warum das Projekt in Verbindung mit der staatlichen Nutzung in der Kritik steht.(öffnet im neuen Fenster) Google bietet nebenbei auch andere Tools für die staatliche Nutzung an, etwa Big-Data-Analysen, Storage, Netzwerkinfrastruktur und mehr. Zudem könne mit der Cloud Vision API auch die Mimik in Gesichtern erkannt werden. Allerdings wird diese Software wegen ihrer noch nicht ausreichenden Genauigkeit kritisiert.
Kritiker ziehen Apartheid-Vergleiche
Allerdings ist nicht genau klar, welche der Machine-Learning-Tools die Regierung schlussendlich einsetzt. Generell steht die Nutzung von Überwachungswerkzeugen bei Google selbst und bei Menschenrechtsverfechtern in der Kritik. "Die Datenerhebung über die gesamte palästinensische Bevölkerung war und ist ein wesentlicher Bestandteil der israelischen Besatzung" , sagt Ori Givati von der Organisation Breaking the Silence.
Der ehemalige Google-Forschungsassistent Jack Poulson ist der Meinung, dass Googles und Amazons Überwachungssoftware strengstens dokumentiert werden sollte. Er nannte Israels Aktionen im Bezug auf die palästinensische Bevölkerung "Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Apartheid und Verfolgung" . Er kündigte aus selbigem Grund seinen Job bei Google.