Project Natick: Microsofts Vision einer Unterwasser-Server-Farm

Microsoft hat Informationen über das Project Natick(öffnet im neuen Fenster) öffentlich gemacht, dessen erster Test sich mit einem Prototyp in der Auswertungsphase befindet. Die nach einem Halo-Charakter benannte Kapsel war der erste Schritt, um zu prüfen, ob und wie mittelfristig Serverfarmen im Meer realisierbar sind. Zu den Vorteilen zählen eine Wasserkühlung in tieferen und somit kälteren Schichten, kürzere Latenzen vom Datenzentrum zu Küstenstädten und die Nutzung von Meeresströmungen zur Energiegewinnung mit Turbinen.

Die nach dem Charakter Leona Philpot aus dem Halo-Universum getaufte Kapsel wurde mit Dutzenden von Sensoren versehen und im August 2015 einige Meter tief im Pazifik vor der kalifornischen Küste versenkt. Dort operierte der Prototyp vier Monate lang und sammelte Daten, bevor er im November 2015 geborgen und ins Hauptquartier nach Redmond transportiert wurde. Die vorläufigen Resultate zeigen, dass das Project Natick erfolgreicher als erwartet gelaufen sei, eine Vorortwartung durch Microsoft-Techniker etwa war nicht notwendig.
Unter anderem habe das Experiment Antworten auf Fragen wie die nach dem Einfluss auf die Flora und Fauna klären können, die durch den Prototyp nicht negativ beeinflusst worden sein sollen. Neben der Meerwasserkühlung- und Energiegewinnung sollen die Kapseln auch nach ihrem geschätzt 20 Jahren langen Einsatz die Umwelt nicht verschmutzen, da sie recycelbar sind. In diesem Zeitraum könnte die Hardware in dem System alle fünf Jahre ausgetauscht werden, da Moore's Law immer weiter gedehnt wird.


Als nächsten Schritt plant Microsoft, mehr und größere Kapseln zu erproben.