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Project Morpheus ausprobiert: Abstecher auf den (fast echten) Mars

GDC 2014
Haiangriff in der Tiefsee, eine Weltraumschlacht und eine Begegnung mit der Marssonde Curiosity: Golem.de hat Project Morpheus ausprobiert - und im Videointerview mit Sony-Manager Shuhei Yoshida über die Hardware gesprochen.
/ Peter Steinlechner
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Golem.de-Redakteur mit Project Morpheus (Bild: Golem.de)
Golem.de-Redakteur mit Project Morpheus Bild: Golem.de

Wohin wir auch blicken, wir sehen die Weiten des Mars. Links ist Mars, rechts ist Mars, hinten und vorne sowieso, und auch unten und oben: Mars - der Planet natürlich. Nicht ganz echt, aber gefühlt verdammt nah dran am Original. Die Bodentexturen und die geometrischen Daten hat die Sonde Curiosity im Auftrag der Nasa erfasst, und Sony hat daraus in Zusammenarbeit mit dem Jet Propulsion Laboratory(öffnet im neuen Fenster) eine Demo für die Virtual-Reality-Brille Project Morpheus gemacht, die wir auf der GDC 2014 in San Francisco ausprobieren können.

Sonys VR-Brille Morpheus ausprobiert
Sonys VR-Brille Morpheus ausprobiert (01:55)

Noch beeindruckender finden wir dann allerdings den Anblick von Curiosity selbst: Die etwa autogroße Sonde rumpelt leise bis direkt vor uns und bleibt dann stehen. Wir selbst können uns in der Demo zwar nicht von der Stelle wegbewegen, aber durch vorbeugen einen Greifarm von allen Seiten betrachten, eine kleine Plakette inspizieren und uns das Vehikel in aller Ruhe und ziemlich genau ansehen. Von einem großen technischen Gerät rechts von uns kommen irgendwelche Geräusche - und zwar tatsächlich genau aus der gefühlt richtigen Richtung.

Allerdings erklärt uns ein Sony-Mitarbeiter, dass das Summen nicht vom Mars stammt: Curiosity konnte den Sound wegen einer technischen Panne nicht selbst aufnehmen. Allerdings soll er weitgehend authentisch sein (offenbar ist die Mars-Atmosphäre dicht genug für Schallwellen).

Im Interview sagt uns Shuhei Yoshida - Chef des weltweiten Sony-Studioverbunds(öffnet im neuen Fenster) -, dass Project Morpheus nicht nur für Spiele gedacht ist. "VR kann größer als der Spielemarkt sein. Jeder kann zur Zielgruppe gehören" , so Yoshida. "Man kann damit wunderschöne Orte auf der Welt besuchen, oder auf dem Mond spazieren gehen" . Er rechnet allerdings damit, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis sich der Markt zu seinem vollen Potenzial entwickelt.

Treffen mit Hai

Neben dem Ausflug auf den Mars hat Sony noch eine Weltraumschlacht aus Eve Valkyrie im Angebot, bei der wir unser Schiff selbst steuern können und Raketen abfeuern, indem wir durch Sichtkontakt ein feindliches Raumschiff anblicken - was ebenfalls imposant wirkt.

Unter rein grafischen Gesichtspunkten ist allerdings eine dritte Demo am spektakulärsten, die Entwickler von Sony in England programmiert haben. Wir stehen in einem Tauchkäfig und werden in ein immer dunkler werdendes Meer hinabgelassen. Irgendwann nähert sich ein Hai, umkreist uns und greift irgendwann an. Es sieht irre aus, wie das riesige Biest sich direkt vor uns in den Metallstäben festbeißt - mit dem Gesamteindruck kann kein noch so großer Monitor auch nur ansatzweise mithalten.

Alle drei Demos laufen direkt auf einer Playstation 4, zur Steuerung in Eve verwenden wir den Dualshock-4-Controller der Konsole. Die Auflösung liegt in allen Fällen bei 1.920 x 1.080 Pixeln, die Grafik macht einen sehr gelungenen Eindruck - nur bei der Mars-Demo gibt es kleine Darstellungsfehler, die aber am Ausgangsmaterial der Nasa liegen und nicht weiter stören.

Was den Vergleich mit der zweiten Entwicklerversion von Oculus Rift angeht, das wir wenige Tage zuvor ausprobieren konnten, tun wir uns schwer. Die Grafik und das Tracking der Geräte sind nach unserem Eindruck etwa auf dem gleichen hohen Niveau. Kein Wunder, beide verwenden die gleiche Auflösung und ähnlich schnelles Headtracking mit 1.000 Hz.

Den überhaupt gelungensten VR-Eindruck hatten wir mit Oculus Rift im Weltraumspiel Elite Dangerous, gleich danach kommen die Tiefsee- und die Mars-Demo von Sony. Wir möchten uns nicht vor einer klaren Aussage drücken, aber wir sehen hier derzeit einfach Gleichstand.


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