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Kernel-Upgrades weiter nicht vorgesehen

Die wohl seit Jahren wichtigste Baustelle für Android-Updates ist der genutzte Linux-Kernel - vor allem in Bezug auf mögliche Updates der Geräte sowie für einen Langzeitsupport dieser. Dank einer großangelegten Initiative innerhalb des Industriekonsortiums Linaro hat es Google gemeinsam mit den SoC-Herstellern und seinen OEMs immerhin geschafft, nun einen bestimmten Kernel immerhin sechs Jahre lang als LTS-Kernel zu pflegen.

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Erste Versuche mit einer derart langen Pflege einer Kernel-Version hat Google für seine ersten Pixel-Smartphones mit Linux 3.18 unternommen, der vor einigen Wochen von der Kernel-Community zum AOSP gewandert ist. Es folgten die Linux-Version 4.4 sowie 4.9, die als Teil der Linaro-Initiative offiziell sechs Jahre mit Updates versorgt werden.

Die aktuellen Pixel 3a von Google nutzen etwa Linux 4.9, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Geräte schon knapp 2,5 Jahre alt war. Diese Kernel-Version wird offiziell bis Januar 2023 gepflegt. Das sind also insgesamt zwar die von Linaro forcierten sechs Jahre, für das Gerät selbst bleiben davon aber nur noch rund dreieinhalb Jahre Supportzeitraum über. Wohl vor allem deshalb bietet Google auch nur 3 Jahre lang Sicherheitsupdates für seine Geräte an.

Wie die Google-Entwickler in dem Interview bestätigen, ist es vorerst aber nicht vorgesehen, dass Android-Geräte im Laufe ihre Lebenszeit Upgrades auf neue Kernel-Versionen erhalten. Das Pixel 3a wird also nie offiziell auf Linux 4.14 oder gar 4.19 aktualisieren, obwohl Google diese Versionen als Common-Kernel im Android-Projekt pflegt. Darüber hinaus zeigen sich die Google-Entwickler in dem Interview schon erfreut darüber, dass überhaupt kleine Patch-Updates für die Kernel-Versionen verteilt werden können.

Der Grund für diese verfahrene Situation ist dem Interview zufolge die Arbeit der SoC-Hersteller, die die Kernel-Version langwierig an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen und offenbar auch kein Interesse an den Upgrades für bereits verfügbare Geräte haben. Hinzu kommt, dass derzeit noch nicht offiziell entschieden worden ist, ob Linux 4.14 oder eventuell auch die Version 4.19 künftig ebenfalls sechs Jahre lang gepflegt werden. Das hängt davon ab, ob die SoC-Hersteller für die kommende Generation ihrer Hardware auf diese Version wechseln - oder eben auch nicht.

Einheitliche Kernel-Schnittstelle und -Images

Als möglichen Ausweg aus dieser Situation arbeitet Google mit seinen Partnern jedoch daran, künftig die Unterstützung der Standard-Kernel-API als Schnittstelle für die Android-Geräte vorauszusetzen. So arbeitet Google an einer Mainline-Unterstützung für das Qualcomm-SOC Snapdragon 845, das die Standard-Grafikschnittstelle DRM (Direct Rendering Manager) des Linux-Kernels benutzt. Aktiv eingesetzt wird dies bereits in Googles Pixel 3.

Das vereinheitlicht auch die Userspace-Komponenten wie Gralloc sowie der DRM-Hwcomposer und erleichtert damit deren Pflege. Darüber hinaus zwingt es die Hersteller, ihre Treiber sehr nah an der Entwicklung der Upstream-Linux-Community zu positionieren. Der Schritt, diese Treiber dort einzubringen, sollte dann nicht mehr allzu schwierig sein. Der Betrieb solch eines Mainline-Kernels in einem Android-Gerät sei auch erklärtes Ziel der Entwickler, wie die Entwickler in dem Interview bestätigen.

Dort heißt es auch, dass das Team künftig aus dem sowieso schon einheitlichen Quellcode des sogenannten Common-Kernel ein generisches Kernel-Abbild (GKI) erzeugen könnte. Noch existieren diese Builds jedoch nicht und die GKI sind nicht mehr als ein Idee. Doch diese Konzept könnte Google langfristig helfen, auch den Kernel unabhängig von den OEM-Herstellern zu aktualisieren oder gar upzugraden, was bei üblichen Linux-Distribution problemlos machbar ist. So weit ist das Team aber noch lange nicht.

 Project Mainline und Apex: Google bringt überall Android-Updates, außer am Kernel
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