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Project Kuiper: Amazon öffnet sein Satellitennetzwerk für erste Nutzer

Amazon kann den Zugang zu seinem ehemaligen Kuiper-Netzwerk bereits an erste Testkunden vergeben. Beworben werden 1 GBit/s im Download und 400 MBit/s im Upload.
/ Achim Sawall
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Die grösste Antenne von Amazon Leo (Bild: Amazon Leo)
Die grösste Antenne von Amazon Leo Bild: Amazon Leo

Amazon öffnet sein Satellitennetzwerk für erste Testnutzer. Das hat der US-Konzern am 24. November 2025 bekanntgegeben. Ausgewählte Firmen können das User Terminal (UT) von Amazon Leo in einer "Unternehmensvorschau" erproben, erklärte Amazon in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) . Das Testprogramm ermögliche es Amazon, Feedback zu sammeln und "Lösungen für spezifische Branchen anzupassen" , bevor der Dienst kommerziell startet.

Der Netzbetreiber werde seine Pro Terminals und Ultra Antennen an Teilnehmer des Enterprise Preview-Programms liefern. Das Unternehmen präsentierte erstmals das Design des Ultra Modells mit einer Downloaddatenrate bis zu 1 GBit/s und Uploads bis zu 400 MBit/s. "Damit ist es die schnellste kommerziell erhältliche Phased-Array-Antenne" , heißt es bei Amazon.

Man plant, das Programm auf weitere Kunden auszuweiten, sobald die Abdeckung und Kapazität verbessert sind. Preise und Verfügbarkeit für Kunden wurden noch nicht bekanntgegeben. "Dieses Tests dürften vorläufig nur mit regelmäßigen Aussetzern möglich sein, weil die Anzahl an Satelliten noch nicht für eine unterbrechungsfreie Versorgung ausreicht" , sagte Christian von der Ropp, Berater für Satellitenkommunikation, Golem auf Anfrage.

Anfang November 2025 benannte Amazon sein Satellitennetzwerk von Project Kuiper in Amazon Leo um und startete eine Vorregistrierung zur künftigen Vermarktung des Dienstes. In der Werbung werden Anwendungen im urbanen Bereich oder auf Bohrinseln gezeigt.

Amazon Leo: Satellitenstarts nicht mehr zu schaffen

Vor sechs Jahren stellte Amazon Pläne zum Aufbau einer Konstellation von 3.236 erdnahen Satelliten vor. Seit April 2025 hat das Unternehmen über 150 Satelliten mit Raketenstarts von Partnern wie der United Launch Alliance und SpaceX ins All bringen lassen. Amazon wird mit Starlink von SpaceX konkurrieren, das bereits rund 9.000 Satelliten im Orbit hat.

Das Unternehmen muss gemäß der Fristen der Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) bis 30. Juli 2026 die Hälfte seiner Satelliten -1.618 – gestartet haben, was praktisch nicht mehr zu schaffen ist.

Amazon schloss bereits Verträge mit der Fluggesellschaft Jetblue Airways, dem Rüstungs- und Technologiekonzern L3Harris und dem australischen Netzbetreiber NBN ab.

Anders als Starlink muss Amazon Leo nicht profitabel werden , sondern kann mit AWS verbunden und für Prime-Kunden ins Paket gelegt werden. Mit Direct to AWS (D2A) können AWS-Kunden über die Oberfläche in der Amazon Leo-Webkonsole per AWS Transit Gateway oder AWS Direct Connect Gateway eine Verbindung zu ihren Cloud-Workloads herstellen, erklärte Amazon.


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