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Project Jupiter: Oracle bringt durch Zahlungsstopp zentralen OpenAI-Ausbau ins Wanken

Oracle hat mit einem wahnwitzigen Konzept zur Energieversorgung breite Proteste gegen sein riesiges Rechenzentrum in New Mexico ausgelöst. Nun stoppt der Trump-Vertraute Larry Ellison die Zahlungen.
/ Achim Sawall
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US-Präsident Donald Trump und Oracle-Mitbegründer Larry Ellison, der am 21. Januar 2025 im Weißen Haus in Washington, USA, sprach. (Bild: REUTERS/Carlos Barria)
US-Präsident Donald Trump und Oracle-Mitbegründer Larry Ellison, der am 21. Januar 2025 im Weißen Haus in Washington, USA, sprach. Bild: REUTERS/Carlos Barria

Oracle setzt seine Zahlungen für den Bau des riesigen KI-Rechenzentrums-Campus Project Jupiter im New Mexico Doña Ana County aus. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die beteiligten Unternehmen. Oracle hat beim Standortentwickler Stack Infrastructure, der Teil des Finanzinvestors Blue Owl Capital ist, die Rechtsklausel der höheren Gewalt (Force Majeure) geltend gemacht.

Der sogenannte Hell-or-High-Water-Lease-Vertrag verlangt von Oracle, die Mietzahlungen ohne Verzug zu leisten. Mit der Klausel erreicht der Konzern jedoch bis zu drei Jahre Aufschub, bis die Energieversorgung gesichert ist.

Wasserversorgung der Landwirtschaft und der Bevölkerung gefährdet

Ursprüngliche Pläne, das Areal mit Gasturbinen, und Dieselgeneratoren im Dauerbetrieb zu versorgen, mussten nach lokalen Protesten aufgegeben werden. Auch eine geplante 17 Meilen (27,36 km) lange Erdgaspipeline scheiterte bislang zweimal am Widerstand der Behörden bei den Durchleitungsrechten, da sie über staatliches Land führen sollte. Künftig soll unter anderem auf Brennstoffzellen von Bloom Energy gesetzt werden. Die Anwohner und Umweltaktivisten kritisieren zudem, dass das Rechenzentrum das lokale Grundwasser und die regionalen Aquifere anzapft, was die Wasserversorgung der Landwirtschaft und der Bevölkerung gefährdet.

Das Konsortium aus rund 20 Banken, das 18 Milliarden US-Dollar an Krediten für den Bau bereitgestellt hat, reagierte laut einem Bericht der britischen Financial Times(öffnet im neuen Fenster) mit Notverkäufen. Einzelne Banken verkauften erste Kreditanteile am Sekundärmarkt mit Abschlägen von 90 Cent pro Dollar, was ihnen Verluste von mindestens 1,8 Milliarden US-Dollar einbrachte.

Druck durch 300-Milliarden-Deal mit OpenAI

Das Projekt ist Teil von Oracles Zusage an OpenAI, in den kommenden fünf Jahren KI-Infrastruktur im Wert von 300 Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Hierfür hatte Oracle im Rahmen der Stargate-Initiative Rechenkapazitäten von 4,5 Gigawatt in mehreren US-Bundesstaaten zugesagt.

Der Kapitalaufwand (Capex) von Oracle übersteigt seit mehreren Quartalen den operativen Cashflow. Bereits im Juli 2026 stufte S&P Global Ratings die Kreditwürdigkeit von Oracle auf die Stufe BBB herab, das ist nur eine Stufe über dem Junk Status.

Oracle weist die Kritiken zurück. Die Inanspruchnahme von Force-Majeure-Klauseln sei bei Projekten dieser Größenordnung branchenüblich, der Zeitplan für Project Jupiter bleibe bestehen.

Larry Ellison, Mitgründer, Executive Chairman und CTO von Oracle, gehört seit Jahren zu den einflussreichsten und finanzstärksten Unterstützern und Beratern von Donald Trump in der Tech-Branche. Im Stargate-Programm wollen OpenAI, Softbank, Oracle und die Investmentfirma MGX gemeinsam große Rechenzentren bauen und Hunderte Milliarden investieren, doch das gesamte Konzept wackelt. Durch seine besonders menschenverachtenden Pläne zur Energieversorgung durch Dieselgeneratoren und die geplante Zerstörung der Grundwasserversorgung der Region hat Oracle jetzt die Bevölkerung gegen sich aufgebracht.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


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