Mehr RAM, teurer Preis
Laut Microsoft wird die kommende Generation der Xbox mit einer RDNA-5-GPU ausgestattet, die vermutlich wieder als Custom-APU zusammen mit dem Prozessorteil gebaut wird. RDNA 5 ist AMDs geplante nächste Version. Aktuelle Grafikkarten der Radeon-RX-9000-Serie basieren auf RDNA 4.
Wichtige Punkte für die kommenden Grafikkarten setzte Hauptkonkurrent Nvidia bereits mit dem Narrativ, die Leistung von Games durch KI-Modelle zu verbessern. Features wie KI-gestütztes Upscaling von Auflösungen, Nvidia DLSS oder AMD FSR Upscaling, gibt es schon seit längerem. Mit Blackwell und RDNA 4 kam die vermehrte Nutzung von KI-generierten Zwischenbildern hinzu, sogenannte AI Frame Generation. Sie soll Bildraten künstlich erhöhen und Spiele so flüssiger aussehen lassen.
Es ist wahrscheinlich, dass sich RDNA 5 auf die Verbesserung dieser Features konzentriert, auch, weil AMD in Sachen KI-Features und -Leistung mit RDNA 4 noch hinter Nvidias Blackwell liegt und Aufholbedarf besteht. Und da Playstation 5 und Xbox Series X beide auf dem Stand eines AMD-Mittelklasse-Gaming-PCs aus dem Jahr 2020 sind und auch heute noch mit der Darstellung von 4K-Auflösungen bei 60 Hz zu kämpfen haben, wäre ein Fokus auf KI-Features für bessere Leistung eine zukunftssichere Strategie.
Bis Ende 2028 ist es noch lange hin
Generell sollte die Leistung aber auch ausreichen, um natives 4K darstellen zu können. Schließlich werden Konsolen sicher auch 2028 primär an 4K-Fernseher angeschlossen. Das dürfte mit Blick auf heutige Hardware kein Problem sein. Was 2026 noch als High-End-System gilt, wird 2028 höchstens in der Mittelklasse eingeordnet werden können – wo wir wieder bei der Leistung einer typischen Spielekonsole wären.
Nutzen kommende Konsolen mehr lokale KI-Modelle, etwa auch für mögliche KI-gesteuerte NPC-Interaktionen und andere Features, würde das aber auch einen weitaus erhöhten Bedarf an Arbeitsspeicher bedeuten. Das ist zumindest der Fall, wenn sich am Inferencing und dem generellen Prinzip aktueller KI-Modelle in den nächsten zwei Jahren nichts ändert.

Aktuelle Konsolen verwenden RAM auch als VRAM. Dieser Shared Memory muss also groß genug sein, um Features wie FSR, Ray Tracing und Frame Generation zwischenspeichern zu können. Auch hilft eine merklich verbesserte Speicherbandbreite bei der Performance.
32 oder sogar 48 GByte RAM wären für Playstation und Xbox wahrscheinlich, bei aktuellen RAM-Preisen aber eher unvorstellbar. Microsoft und Sony müssen auf eine Stabilisierung des Marktes hoffen, die laut RAM-Herstellern durch das Erhöhen der Fertigungskapazität im Jahr 2027 eintreten sollte. Mit dem Angebot wird aber auch die Nachfrage weiter steigen. LLMs, Transformer-Modelle und andere KI-Systeme werden auch in Zukunft nicht verschwinden.
Was bedeutet das für Kunden?
Alles in allem: Wahrscheinlich werden viele große Titel in Zukunft für den PC und Konsolen gleichzeitig entwickelt. Das könnte zu generell besser optimierten Titeln führen, die auf beiden Plattformen gut und flüssig funktionieren.
Sony wird die Taktik der Exklusivtitel aber nicht aufgeben, da sich der Konzern unter anderem dadurch eine Vormachtstellung auf dem Markt aufbauen konnte. Der offene Ansatz von Microsoft könnte aber dazu führen, dass Sony Exklusivtitel noch schneller auch für andere Plattformen freigibt.
Kommende Konsolen werden sehr wahrscheinlich mit dem Fokus auf KI-Features entwickelt, um Bildraten und -Qualität zu verbessern. Das wird mehr Video- und Arbeitsspeicher erfordern und mit großer Wahrscheinlichkeit den Kaufpreis für die nächsten Konsolen erhöhen.
Bis zur nächsten Generation wird es aber noch dauern: Microsoft will den Nachfolger der Xbox Series X nicht vor 2028 veröffentlichen. Wahrscheinlich wird ein Release sogar für das Ende des Jahres angepeilt, so wie es bei allen Releases zuvor der Fall war. Fans müssen sich auf einen der längsten Produktzyklen seit dem Start der Xbox One einstellen.
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