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Project Helix: Microsoft stellt erste Technikdetails zur nächsten Xbox vor

GDC 2026
Ab 2027 geht es los – aber zuerst nur für Entwickler: Microsoft hat sich ausführlich zum Aufbau der nächsten Xbox geäußert.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Xbox auf der GDC 2026 (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Artwork von Xbox auf der GDC 2026 Bild: Peter Steinlechner / Golem

Microsoft hat auf der GDC 2026 erstmals ausführlicher über die nächste Xbox-Generation gesprochen. In einem Vortrag erklärte Jason Ronald, Corporate Vice President für Xbox Hardware bei Microsoft, zentrale technische Details zur kommenden Konsole.

Sie trägt intern den Codenamen Project Helix und soll laut Xbox-Team eine neue technische Basis für Konsolen- und PC-Gaming schaffen. Entwickler sollen ab 2027 erste Alpha-Devkits erhalten.

Project Helix basiert auf einem maßgeschneiderten System-on-Chip von AMD, der gemeinsam mit Microsoft entwickelt wird. Ziel ist eine Plattform, die sowohl klassische Konsolenspiele als auch PC-Titel ausführen kann und dabei deutlich leistungsfähiger arbeitet als die aktuelle Xbox Series X/S.

Jason Ronald beschreibt Helix als Konsole, die "Xbox-Konsolen- und PC-Spiele abspielen kann und dabei eine besonders leistungsfähige Spielerfahrung liefert" .

Der Chip wird für die nächste Generation von DirectX entwickelt und integriert zusätzliche Logik direkt in Grafik- und Compute-Pipeline. Das soll neue Rendering-Techniken ermöglichen und gleichzeitig Effizienz und Skalierbarkeit erhöhen. In dem Vortrag heißt es, Helix bringe "Intelligenz direkt in die Grafik- und Compute-Pipeline" und ermögliche dadurch "sprunghafte Fortschritte bei Effizienz, Skalierung und visueller Komplexität."

Ein zentraler Schwerpunkt ist Raytracing. Die Hardware soll laut Microsoft eine Größenordnung mehr Raytracing-Leistung bieten als die aktuelle Generation. Dadurch sollen komplexere Beleuchtung, Reflexionen und globale Beleuchtung in Echtzeit möglich werden.

Darüber hinaus unterstützt die Plattform eine neue Ausführungsarchitektur namens GPU-directed Work Graph Execution. Dabei generiert die GPU ihre Aufgaben teilweise selbst, ohne dass die CPU jedes einzelne Rendering-Kommando vorbereiten muss. Microsoft erklärt dazu, dass dadurch CPU-Engpässe wegfallen, während gleichzeitig "massive Echtzeit-Simulationen in großen, komplexen Welten" möglich werden.

Ein weiterer Baustein ist neural-assistiertes Rendering. Die Konsole ist für neue KI-basierte Grafikverfahren ausgelegt, darunter neuronale Materialien, ML-Upscaling oder Multi-Frame-Generierung.

Verbessertes Pathtracing

Auch AMDs nächste Version von FSR wird tief in das Xbox Game Development Kit integriert. Dazu gehören laut Microsoft auch neue Verfahren wie Ray Regeneration, die die Performance von Raytracing und Pathtracing erhöhen sollen.

Neben Rendering arbeitet Microsoft an der Datenverarbeitung. Mit Deep Texture Compression sollen Texturen stärker komprimiert werden, teilweise mit neuronalen Verfahren.

Gleichzeitig setzt die Plattform stark auf Zstandard-Kompression und die Weiterentwicklung von DirectStorage, so dass Assets direkt vom SSD-Speicher gestreamt werden können. Laut Vortrag erlaubt das, Speicher effizienter zu nutzen und gleichzeitig sehr große Spielwelten zu laden.

Microsoft verfolgt mit Helix außerdem eine breitere Hardwarestrategie. Statt eines einzelnen Chips für eine Konsole wird eine Familie von Chips entwickelt, die in verschiedenen Geräten eingesetzt werden kann – von Konsolen über Handhelds bis hin zu Cloud-Servern. Ziel ist eine gemeinsame technische Basis für Spiele auf unterschiedlichen Plattformen.

Neuer Xbox Mode für Windows

Parallel dazu baut Microsoft das Xbox-Ökosystem stärker in Richtung PC aus. Ein wichtiger Bestandteil ist der neue Xbox Mode für Windows 11, der ab April 2026 zunächst in ausgewählten Märkten erscheinen soll.

Dieser Modus startet eine Oberfläche, die sich stärker wie eine Konsole verhält und die gesamte Spielebibliothek zentral anzeigt, einschließlich Titeln aus anderen Stores.

Der Xbox Mode übernimmt mehrere Funktionen aus dem Handheld-Projekt ROG Xbox Ally, darunter eine optimierte Darstellung der Spielebibliothek, ein plattformübergreifendes "Zuletzt gespielt" -System sowie Technologien wie Advanced Shader Delivery, die das oft lange Kompilieren von Shadern beim Start eines PC-Spiels vermeiden sollen.

Langfristig arbeitet Microsoft außerdem daran, die Entwicklungsumgebung für PC und Konsole stärker zu vereinheitlichen. Entwickler sollen künftig mit einer gemeinsamen Pipeline arbeiten können, während das Xbox-GDK weiterhin Funktionen wie Achievements, Multiplayer-Services oder Identitätssysteme bereitstellt.


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