Project Atlas: EA überführt Frostbite in cloudbasierte Plattform

In einem längeren Artikel in einem Blog hat Ken Moss(öffnet im neuen Fenster) , der Technikchef von Electronic Arts, erstmals ausführlich - aber gleichzeitig auch im wahrsten Sinne des Wortes etwas "wolkig" - ein Project Atlas vorgestellt. Dabei gehe es darum, die "Frostbite-Engine und Spielservices von EA sowie künstliche Intelligenz nahtlos zusammenzuführen" , schreibt Moss. "So entsteht eine neue Entwicklungsplattform, die für eine cloudfähige Welt optimiert ist."
Derzeit arbeiten laut Moss rund tausend interne Entwickler an Project Atlus, dazu kommen externe Studios. Die Entwicklungsplattform soll so unterschiedliche Funktionen wie Matchmaking, Rendering, das Verhalten von computergesteuerten Figuren, die Verwaltung von Mods aus Spielerkreisen und mehr erlauben. Zumindest zum Teil soll sie dabei von modernen KI-Algorithmen unterstützt werden.

Ein Ziel ist laut Moss, dass Spieler die von Project Atlas erstellten Welten auf jeder Plattform betreten können - der Technikchef spricht dabei zwar vor allem von Streaming, aber auch von kleinen Clients. Das wesentliche andere Ziel sei es, die Entwickler zu unterstützen. So sei es denkbar, dass die Plattform in der Lage sei, mit Hilfe von Big Data riesige Bergwelten zu generieren, die so glaubwürdig und abwechslungsreich sind wie von Hand erstellte Umgebungen.
Nur kurz nach der Veröffentlichung des Beitrags Ende Oktober 2018 hat Andrew Wilson, der Konzernchef von Electronic Arts, im Gespräch mit Analysten einige der Themen von Moss aufgegriffen. Wilson hat ein paar Andeutungen darüber gemacht, dass Streaming bei der nächsten Konsolengeneration eine größere Rolle spielen werde und dass EA sich darauf vorbereite - womit er vermutlich auch Project Atlas meint. In der Branche arbeiten mehrere Firmen an Streaming, Microsoft etwa will Anfang 2019 sein Project Xcloud öffentlich testen, das auch bei der nächsten Xbox eine Rolle spielen dürfte.
Welche sichtbaren und spürbaren Folgen Project Atlas für Spieler haben wird, ist derzeit schwer abzusehen. Vorstellbar ist, dass nach und nach immer mehr Teile aus Titeln wie Fifa, Battlefield oder dem für Februar 2019 geplanten Anthem auch auf dem Smartphone zur Verfügung stehen.
EA kann sich den Aufwand für den großangelegten Umbau seiner Entwicklungsumgebung derzeit wohl leisten: Das Unternehmen hat zumindest im letzten Geschäftsquartal(öffnet im neuen Fenster) gut verdient. Der Umsatz in den Monaten Juli bis September 2018 stieg auf 1,29 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 959 Millionen US-Dollar). Als Nettoeinkommen blieben 255 Millionen US-Dollar in der Kasse - im Vorjahr fiel noch ein Verlust von 22 Millionen US-Dollar an.



