Project Ara: Neue Details zu modularem Smartphone
Auf dem Launch-Festival 2014(öffnet im neuen Fenster) in San Francisco sind weitere Details zu Googles Project Ara bekanntgegeben worden: Project-Ara-Chef Paul Eremenko hat in einem Interview ein Modell des modularen Smartphones gezeigt und technische Details verraten. Auch auf die geplante Lizenzierung der Einzelteile ging er ein.

Ziel von Project Ara ist es, ein Smartphone auf den Markt zu bringen, dessen Bestandteile vom Nutzer frei gewählt und je nach Anwendungssituation ausgetauscht werden können. Laut Eremenko gibt es bereits einen funktionierenden Prototyp, der allerdings vor dem Launch-Festival nicht gebootet habe.
Drei verschieden große Rahmen
Die verschiedenen Komponenten des Project-Ara-Smartphones werden in einen Rahmen gesteckt, den Eremenko "Endoskelett" nennt. Insgesamt soll es drei verschieden große Endoskelette geben: ein kleines, ein mittelgroßes und ein großes. Das von Eremenko gezeigte kleine Modell dürfte sich vom Display her im Größenbereich von um die 4,3 Zoll bewegen, das mittlere Modell scheint deutlich größer als 5 Zoll zu sein. Das große Modell zeigt er nicht.
Je nach Rahmengröße können unterschiedlich viele Module eingesteckt werden. Die Module gibt es in drei Größen, 1x1, 2x1 und 2x2, zusätzlich dazu passende Display- und Kameramodule für die Vorderseite. Im kleinsten Rahmen können keine 2x2-Module verwendet werden, das gezeigte Modell bietet auf der Rückseite Platz für vier 2x1-Module und zwei 1x1-Module. Das mittlere Modell soll mit zwei 2x2-Modulen, vier 2x1-Modulen und zwei 1x1-Modulen verwendet werden können. Das große Modell hat laut Eremenko Platz für jeweils zwei zusätzliche 1x1- und 2x1-Module.
Elektromagnete halten Module in Position
Die Module werden durch kleine Magneten in Position gehalten. In den Modulen selbst sind dafür Elektromagneten eingebaut, deren Kraft im ausgeschalteten Zustand ausreichen soll, damit die Module nicht aus der Halterung fallen. Wird das Smartphone eingeschaltet, verstärkt sich die Magnetkraft – dadurch sollen die Bausteine im laufenden Betrieb nicht aus Versehen herausfallen. Die Strom- und Datenübertragung erfolgt über eine Mipi(öffnet im neuen Fenster) -konforme Schnittstelle.
Hot-Swap-Funktion für Akkutausch bei laufendem Betrieb
Auch der Akku soll als Modul angeboten werden. Zusätzlich haben die Rahmen einen eingebauten Akku, der die Energieversorgung auch dann gewährleistet, wenn der Hauptakku herausgenommen und gegen einen anderen getauscht wird. Eine ähnliche Technik nutzt beispielsweise Panasonic bei einigen Geräten (Hot Swap).
Die Rahmen sollen laut Eremenko von Google hergestellt werden, für die Module sollen auch Fremdhersteller gewonnen werden. Dafür soll ein Module Developer Kit (MDK) vorgestellt werden, das die Modulentwicklung ermöglicht. Zudem wird am 15. und 16. April 2014 eine erste Entwicklerkonferenz(öffnet im neuen Fenster) in San Francisco abgehalten.
Google soll es nicht um Gewinn gehen
Zur Preisgestaltung äußert sich Eremenko ebenfalls. Das günstigste Project-Ara-Modell soll Produktionskosten von 50 US-Dollar nicht übersteigen, ist allerdings technisch dementsprechend schwach ausgestattet. Eremenko bezeichnet ein solches Gerät als Übergang zwischen Feature Phone und Smartphone. Generell gehe es Google bei Project Ara weniger darum, eine hohe Gewinnmarge zu haben, als um die Einführung neuer Technik. Angesichts der Preispolitik bei den letzten Nexus-Geräten ist ein solcher Schritt durchaus denkbar und möglich, dass die Basismodelle zu einem vergleichsweise geringen Preis erscheinen.
Die Frage, ob nächstes Jahr bereits erste Nutzer ein Project-Ara-Smartphone benutzen werden, hat Eremenko zumindest nicht verneint. Geräte für Entwickler sollen seiner Aussage nach bereits deutlich früher bereitstehen. Einen genauen Zeitplan nannte er allerdings nicht.
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