Project Ara: Erster Hersteller hat rund 100 Smartphone-Module fertig

Für Googles Project Ara hat ein erster Hersteller bereits rund 100 Smartphone-Module entwickelt, berichtet Cnet(öffnet im neuen Fenster) . DDM Brands will unter der Marke Yezz Module für Project Ara vermarkten und verkaufen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona will der Hersteller seine Smartphone-Module zeigen, erklärte der DDM-Brands-Chef Luis Sosa. Passend dazu gibt es bereits eine Countdown-Seite von Yezz(öffnet im neuen Fenster) , auf der bislang aber keine weiteren Details zu finden sind.

"Wir sprechen hier von einer echten Transformation" , sagte Sosa und ergänzt: "Ich glaube, modulare Smartphones werden den Smartphone-Markt in der gleichen Art verändern, wie Apps zuvor die Welt der Smartphones verändert haben." Er sieht eine große Zukunft für modulare Smartphones.


























DDM Brands(öffnet im neuen Fenster) ist mit den Marken Yezz(öffnet im neuen Fenster) , Niu(öffnet im neuen Fenster) und Parla(öffnet im neuen Fenster) auf dem Weltmarkt aktiv und verkauft vor allem preisgünstige Smartphones mit Dual-SIM-Technik. Neben Geräten mit Android werden auch welche mit Windows Phone und Firefox OS angeboten. Auf dem deutschen Markt ist der Hersteller bislang nicht vertreten, er konzentriert sich vornehmlich auf aufstrebende Märkte.
Smartphone mit Modulen verändern
Als Basis von Project Ara(öffnet im neuen Fenster) dient ein sogenanntes Endoskelett. Dort hinein werden Module gesteckt, die den Leistungsumfang des Smartphones bestimmen. Sie können während des Betriebs gewechselt werden, um den Leistungsumfang zu verändern. Das wird über die App Ara-Manager verwaltet. Anfang des Jahres hat Google mit Spiral 2 die zweite Generation des Projekt-Ara-Smartphones vorgestellt. Im Laufe des Jahres soll mit Spiral 3 ein dritter Prototyp folgen.
Google startet mit Project Ara in Puerto Rico
Der Besitzer eines Project-Ara-Smartphones kann beispielsweise das Kameramodul austauschen, um es gegen ein besseres auszutauschen. Falls die Auflösung des verwendeten Displays nicht mehr ausreicht, kann auch das gewechselt werden. Es gibt nur wenige Basisfunktionen, die nicht austauschbar sind.
Modulwechsel im laufenden Betrieb
Alle Module lassen sich im Betrieb wechseln, das gilt sogar für den Akku. Über eine spezielle App können die Module wie USB-Laufwerke ausgeworfen werden. Das Project-Ara-Smartphone läuft dabei mit Android. Derzeit muss der Austausch des Akkus in 30 Sekunden erfolgen. Langfristig ist anvisiert, die Zeitspanne auf ein bis zwei Minuten zu erhöhen.


























Die Module werden mit Hilfe von Magneten im Endoskelett gehalten. Ursprünglich war geplant, dass die Magneten in den Modulen stecken. Mit Spiral 2 wurde das geändert, die Magneten befinden sich jetzt im Endoskelett. Damit soll das Smartphone mit eingesteckten Modulen kleiner werden als mit dem alten Ansatz.
Ara-Module noch mit hohem Stromverbrauch
Der nächste Prototyp ist bereits in Planung und soll später im Jahr erscheinen. Er wird Spiral 3 heißen und soll vor allem Verbesserungen beim Akkumanagement erhalten. Derzeit werden bis zu 20 Prozent der Akkukapazität für das Aufrechterhalten der Modulverbindungen benötigt. Dadurch würde Spiral 2 mit einer Akkuladung keinen ganzen Tag durchhalten. Mit dem kommenden Prototyp sollen die Module selbst also weniger Strom verbrauchen und es ist geplant, dass das Smartphone einen Tag ohne Aufladen des Akkus verwendet werden kann.
Wenn das Ara-Smartphone auf den Markt kommt, will Google einen speziellen Onlinestore eröffnen. Er wird von Google betrieben und dient dem Vertrieb und Verkauf von Ara-Modulen. Damit will Google sicherstellen, dass alle darüber angebotenen Module einwandfrei mit einem Ara-Endoskelett funktionieren. Zudem sollen für Anbieter der Verkauf und die Abrechnung vereinfacht werden. Die Preise für die Module bestimmen die entsprechenden Hersteller selbst - wie es auch in Googles Play Store bei Apps der Fall ist. Bislang ist nicht bekannt, zu welchen Preisen die Module erscheinen werden.
Project-Ara-Testmarkt in Puerto Rico
Zunächst will Google Project Ara im zweiten Halbjahr 2015 in Puerto Rico ausprobieren. Damit soll sich zeigen, ob ein modulares Smartphone eine Chance auf dem Markt hat. Wenn es sich dort erfolgreich etablieren kann, könnte es danach auch in anderen Ländern angeboten werden. Google hat den Verkaufsstart nur grob mit dem zweiten Halbjahr angegeben. Erfahrungsgemäß ist eher vom vierten als vom dritten Quartal des Jahres auszugehen.



