Programmierung: Windows bekommt Grafikschnittstelle und Systemaufruf in Rust

Der bei Microsoft für die Betriebssystemsicherheit zuständige David Weston hat auf einem Vortrag(öffnet im neuen Fenster) zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen in Windows in Bezug auf die Sicherheit des Systems zusammengefasst. Weston geht dabei auch detailliert auf die Fortschritte mit der Sprache Rust ein ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ), die Microsoft nun in wichtigen Systemkomponenten von Windows verwendet – bis hin zum Kernel.
Demnach sind der Datentyp Region sowie dazugehörige Funktionen der Win32k-Grafikschnittstelle GDI(öffnet im neuen Fenster) nun in Rust umgesetzt. Der ursprüngliche Code stammt aus den 80er- und 90er-Jahren und ist laut Weston ein "Pflegealbtraum" . Für den Port konnte das Team auf Standard-Rust-APIs wie Vec und Result zurückgreifen. Der Code soll inzwischen etwa 36.000 Zeilen Rust umfassen und eine vergleichbare Leistung zur bisherigen Lösung liefern.
Noch nutze die Umsetzung wegen der zahlreichen Aufrufe zahlreiche Funktionen und Codeblöcke mit dem Unsafe-Schlüsselwort, heißt es. Noch könne die Sicherheit, die Rust bringe, so nicht vollständig ausgenutzt werden. Je mehr Code das Team jedoch auf Rust portiere, umso öfter könne es auf Unsafe-Code verzichten. So sei es dem Team letztlich auch gelungen, einen Systemaufruf komplett in sicherem Rust-Code umzusetzen. Vergleichbare Arbeiten verfolgt die Community des Linux-Kernel derzeit ebenfalls.
Noch kann der beschriebene Rust-Code von Microsoft jedoch nicht von Windows-Nutzern eingesetzt werden. Die Technik ist durch einen Feature-Flag vorerst deaktiviert. Das soll aber geändert werden und der Code in den Insider-Previews getestet werden. Laut Weston startet das System damit problemlos und der Code absolviert sämtliche Tests erfolgreich. Zuvor portierte das Team bereits Teile von Direct Write auf Rust, die bereits genutzt werden können. Auch für das Windows-API gibt es eine Rust-Anbindung .



