Programmiersprache: Rust 1.26 verbessert Traits, Match und Main
Während die vorherigen Updates eher kleiner ausfielen, bringe Rust 1.26.0 die meisten neuen Funktion seit Version 1.0 mit, schreibt das Rust-Core-Team in der Release-Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) auf seinem Blog. An erster Stelle der Ankündigung erwähnen die Beteiligten allerdings die Dokumentation: Das Buch The Rust Programming Language ist nun in zweiter Ausgabe erschienen und sei "eine Verbesserung in alle Richtungen". Für die gedruckte Ausgabe, die bei No Starch Press erscheinen soll, erhalte die Dokumentation noch letzte Korrekturen, sie lässt sich aber bereits unter doc.rust-lang.org nachlesen oder über den Befehl rustup doc -book lokal generieren.
Zu den neuen Funktionen, die die Veröffentlichung für das Team so wichtig machen, gehört unter anderem das impl Trait, das einen "existenziellen Typ" implementiert. Auf eine Funktion angewendet bedeutet das für diese, dass sie keine Argumente akzeptieren muss, aber einen Typ zurück gibt, der das Trait Trait implementiert.
Mit Traits lassen sich Mengen von Methoden auf eine Art und Weise zusammenfassen, sodass dabei bestimmte Probleme der Vererbung umgangen werden. Genutzt wird dies etwa in Javascript (Ecmascript 8), Kotlin, Perl, PHP(öffnet im neuen Fenster) und anderen Sprachen. In Rust sei die neue Funktion besonders für jene Methoden interessant, die Closures(öffnet im neuen Fenster) oder Iteratoren zurückgeben. Ausführliche Hintergründe dazu liefert der Blogpost.
Zusätzlich machen es die Entwickler einfacher, match für Referenzen auf Optionen anzuwenden. Der dazu bisher nötige Code sieht nicht nur etwas ungewöhnlich aus, die dafür nötigen Änderungen bringen Entwickler auch nicht wirklich weiter, heißt es in den Blog. Dank Match Bindings referenziert und dereferenziert der Compiler Match Statements nun automatisch und lässt Entwickler so weniger Boilerplate Code schreiben.
Auch auf Slice Patterns haben die Nutzer von Rust laut Blogpost länger gewartet. Damit funktionieren Matches für Teile von Arrays, selbst wenn deren Länge nicht ganz klar ist. Auch hierfür liefert das Blog Beispiele.
Main-Methode mit Rückgabewert
Die Main-Methode kann neuerdings über den ?-Operator einen Fehlercode mitsamt Debug-Informationen zurück liefern. Das ging bislang nicht, weil der Operatur einen Typ Result benötigte, dieser in der Main-Methode selbst aber nicht funktionierte. Vor allem neue Entwickler griffen daher auf etwas umständliche Workarounds zurück.
Lange vor Rust 1.0 war es außerdem möglich, exklusive Bereiche zu definieren. Eine Schleife wie for i in 1..3 {...} zählte dann für i die Werte 1 und 2, nicht aber 3. Seit Rust 1.26.0 ist auch die inklusive Schleife for i in 1..=3 {...} erlaubt, das die 3 in den Bereich einschließt und in der Schleife für i mitliefert. Neu ist auch, dass Rust in Version 1.26.0 128-Bit-Integer erlaubt, natürlich in Form von i128 und u128.
Für die Veröffentlichung haben die Entwickler zudem die Leistung des Compilers gesteigert, der benötige zum Übersetzen des Codes nun durchschnittlich 12 Prozent weniger Zeit. Die Bibliothek fs::read_to_string sei stabilisiert und lese nun problemlos eine komplette Datei in den Arbeitsspeicher.
Für den Paketmanager Cargo gibt es weniger neue Funktionen, die Rust-Entwickler haben ihn allerdings weiter stabilisiert und schneller gemacht. Herunterladen lässt sich Rust 1.26.0 über die Webseite, ein rustup update stable aktualisiert auf die neue Version.
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