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Programmiersprache: Linux erscheint erstmals mit Rust-Support

Die aktuelle Version 6.1 des Linux-Kernels könnte eine Zeitenwende für das Projekt einläuten.

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Linux 6.1 ist erschienen. (Bild: Pixabay)

Wie geplant ist die Version 6.1 des Linux-Kernels erstmals mit der Unterstützung für die als besonders sicher geltende Programmiersprache Rust erschienen. Wie so oft würdigt Chef-Entwickler Linus Torvalds einzelne Funktionen und Neuerungen in seiner Release-Ankündigung der stabilen Version nicht, auch wenn es sich um derart grundlegende Änderungen handelt.

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Torvalds äußerte sich bereits im Sommer zuversichtlich über die Aufnahme von Rust in den Linux-Kernel. Damals nannte der Linux-Chefentwickler aber noch keinen konkreten Termin. Nach zahlreichen Diskussionen der Beteiligten untereinander sind die größten Hürden inzwischen aber überwunden und Torvalds bestätigte im September die nun erfolgte geplante Veröffentlichung.

Diskussionen zur möglichen Umsetzung von Rust im Linux-Kernel als alternative Sprache zu dem bisher hauptsächlich genutzten C reichen einige Jahre zurück. Einen konkreten technischen Austausch dazu gibt es seit etwa zweieineinhalb Jahren. Bereits damals signalisierte Torvalds, keine grundsätzlichen Einwände zu haben. Seit rund einem Jahr finanziert Google den Hauptentwickler des Projekts für Rust im Kernel.

Rust im Kernel erst am Anfang

In einer Auswertung zur Rust-Nutzung in Android bekräftigte Google erst vor wenigen Wochen, dass dem Unternehmen viel daran liege, künftig vor allem Treiber in Rust schreiben zu können. Das Unternehmen ist aber nicht der einzige Unterstützer des Rust-Codes. So entsteht bereits etwa der GPU-Treiber des Asahi-Linux-Projektes in Rust, hinzu kommen Experimente mit einem NVMe- und Dateisystem-Treiber, wie LWN berichtet.

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Noch stehen die Arbeiten aber erst am Anfang, so dass Torvalds darauf bestand, den Support-Code für Rust zunächst möglichst klein zu halten und diesen dann erst schrittweise zu verbessern. So kann mit dem Rust-Support in Linux 6.1 nicht viel mehr als ein Hello-World-Beispieltreiber erstellt werden. Den geplanten Rust-Code für das kommende Linux 6.2 reichte der Hauptentwickler Miguel Ojeda aber bereits zur Aufnahme ein. Dieser umfasst einige neue Makros und String-Support.

Zu den weiteren Neuerungen von Linux 6.1 gehören Verbesserungen an der Control Flow Integrity (CFI). Diese erschien erstmals mit Linux 5.13, wurde nun aber neu geschrieben. Das alte DECnet wurde aus dem Kernel entfernt und die Speicherverwaltung erhielt große Überarbeitungen. Dazu gehören der Kernel-Memory-Sanitizer, eine neue Datenstruktur (Maple Tree) sowie Multi-Generational LRU (MGLRU). Letzteres soll vor allem die Speichernutzung verbessern und teils beschleunigen und wird von Google unterstützt. Das Unternehmen will die Technik vom Rechenzentrum bis hin zu Android-Smartphones großflächig einsetzen.