Programmiersprache: Java 11 erscheint mit neuem Supportmodell und TLS 1.3

Die aktuelle Version 11 der Java-Plattform erhält Langzeitunterstützung, jedoch anders als bisher, da Oracle sein Supportmodell ändert. Zu den Neuerungen gehören bessere Kryptofunktionen, eine neue HTTP-Client-API sowie experimentelle Garbage Collector. Alte Java-Bestandteile fliegen außerdem raus.

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Java 11 ist erschienen.
Java 11 ist erschienen. (Bild: Michael Camilleri/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Erst vor rund einem Jahr ist Java 9 erschienen, das sich lange verzögerte und mit dem Project Jigsaw eine sehr große Änderung enthielt. Darauf folgten große Veränderungen des Umgangs von Oracle mit der Java-Plattform, die unter anderem zu einem Veröffentlichungsrhythmus von sechs Monaten führten, der mit Java 10 erstmals eingeführt wurde. Inzwischen ist Java 11 erschienen, welches das Supportmodell der Java-Plattform ändert.

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Oracle hat angekündigt, sein Produkt Java SE 11 standardmäßig die kommenden fünf Jahre bis September 2023 mit Updates unterstützen zu wollen und möchte darüber hinaus auch noch erweiterten Support anbieten. Der vollumfängliche Einsatz des Oracle JDK gilt allerdings hauptsächlich nur für Kunden des kommerziellen Supports und Lizenzprogramms des Unternehmens. Die bisher frei verfügbaren Updates des Oracle JDKs sind künftig nur noch für Entwicklung, Tests, Entwurf- und Vorführzwecke zur Nutzung erlaubt und außerdem lediglich sechs Monate lang verfügbar.

Updates für das OpenJDK durch die Community

Zusätzlich dazu gibt es aber natürlich weiterhin das OpenJDK, das bereits seit Jahren als Standardimplementierung für Java gilt. Laut Oracle gibt es mittlerweile keine funktionalen Unterschiede mehr zwischen dem Oracle JDK und dem OpenJDK, das unter der GPL steht und auch als fertiges Build von Oracle bereitgestellt wird.

Wie der bei Red Hat für die Java-Entwicklung verantwortliche Andrew Haley im Blog des Unternehmens schreibt, will der Open-Source-Spezialist mit Unterstützung der Community jedoch nicht nur das bisherige OpenJDK 8 mit Langzeitunterstützung bis mindestens 2023 pflegen, sondern auch die Langzeitpflege für die freie Variante von Java 11 mit dem OpenJDK übernehmen.

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Neben verschiedenen Organisationen, die bereits jetzt in der Community des OpenJDK aktiv sind und die Pläne von Red Hat aktiv unterstützen, habe Haley auch Angebote von neuen Mitstreitern für die Java-Pflege erhalten. Dazu gehört etwa der Cloud-Dienst Amazon Web Services, der offenbar das OpenJDK mit Langzeitpflege für seine Kunden bereitstellen will. "Das verheißt Gutes, aber es kann einige Zeit dauern, bis wir alle als Teil der Community arbeiten können", schreibt Haley dazu in der Ankündigung.

Neue Garbage Collector und moderne Krypto

Zu den neuen Funktionen in Java 11 gehören unter anderem die bisher auf das kommerzielle Oracle JDK beschränkten Techniken wie der sogenannte Flight Recorder, mit dem Java-Anwendungen analysiert werden sollen, sowie der noch als experimentell bezeichnete Z Garbage Collector, der eine geringe Latenz aufweisen soll. Ebenfalls neu ist der Garbage Collector Epsilon, der lediglich Speicherzuweisungen vornimmt, diesen jedoch anders als vorgesehen nicht wieder freigibt. Ist der Heap vollständig belegt, beendet sich die JVM. Gedacht ist das vor allem zum Testen.

Die erstmals mit Java 9 eingeführte neue HTTP-Client-API ist nun standardisiert. Genutzt werden kann nun außerdem die neue TLS-Version 1.3 sowie die Kryptoalgorithmen ChaCha20 und Poly1305, die natürlich auch gemeinsam als AEAD-Chiffre zur Verfügung stehen. Zum Schlüsselaustausch können außerdem die elliptischen Kurven Curve25519 und Curve448 genutzt werden, jedoch noch nicht direkt in TLS 1.3. Java 11 unterstützt ebenso Unicode 10.

Entfernt hat das Team die bisher noch verfügbaren Java-EE- und Corba-Module, die Nashorn-Javascript-Engine gilt zudem offiziell als veraltet. Aus dem Oracle JDK entfernt worden ist darüber hinaus die Unterstützung für Applets und die Web-Start-Technologie. Eine neuen Heimat gefunden haben die JavaFX-Bibliotheken in dem OpenJFX-Projekt, das wie das OpenJDK unter GPL steht.

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