Suche
Anzeige
(Bild: Jetbrains/Apache License 2.0)

Programmiersprache für Android: Kotlin ist auch nur eine Insel

Die recht junge Programmiersprache Kotlin gewinnt zunehmend mehr Liebhaber. Als Java-Alternative gestartet, folgt Kotlin nun als zweite offizielle Sprache für Android. Wir stellen die wichtigsten Eigenschaften der Sprache vor.

Eigentlich ist die tschechische Firma Jetbrains für ihre Java-Entwicklungsumgebung Intellij bekannt. Da sich deren Entwickler im Laufe der Zeit jedoch zunehmend an den Eigenheiten von Java gestört haben, haben sie mit Kotlin kurzerhand ihre eigene Sprache erstellt. Der Name Kotlin leitet sich übrigens von einer Insel im Finnischen Meerbusen ab, nicht weit entfernt von St. Petersburg, wo Jetbrains eine Niederlassung unterhält. Obwohl die erste stabile Version 1.0 von Kotlin erst Anfang 2016 erschienen ist, kann Kotlin bereits einige prominente Nutzer vorweisen - darunter Pinterest, Gradle, Evernote und Uber. Google hat Kotlin Mitte Mai sogar zu einer offiziellen Sprache für Android O erhoben und den Support dafür in Android Studio umgesetzt, das auf Intellij basiert. Grund genug für eine kurze Einführung in die Details und Besonderheiten der Programmiersprache.

Anzeige

Kotlin läuft fast überall

Kotlin ist eine statisch typisierte, objektorientierte Programmiersprache. Wichtigster Punkt für die Android-Entwicklung ist wohl die Kompatibilität zu Java, womit sich bestehende Java-Bibliotheken und -Frameworks leicht weiternutzen lassen. Darüber hinaus eignet sich Kotlin laut dem Entwicklerteam explizit zum Schreiben von serverseitigen Anwendungen. Das in der Java-Entwicklung beliebte Spring-Framework beispielsweise unterstützt Kotlin mit speziellen APIs, Jetbrains wiederum arbeitet mit Ktor an einem eigenen Web-Framework für Kotlin.

Video: What can Kotlin do for me (GDD Europe '17) [30:17]

Android und die Java Virtual Machine sind aber nicht die einzigen Zielplattformen. So existiert mit Kotlin/Native ein Backend für den LLVM-Compiler, der Kotlin-Quellcode in nativen Binärcode für verschiedene Betriebssysteme umwandelt. Alternativ konvertiert der Kotlin-Compiler den Quellcode in Javascript für die Ausführung im Browser. Über Funktionen aus der Standardbibliothek können Webentwickler bequem in Kotlin die DOM-Objekte einer Webseite manipulieren. Des Weiteren lassen sich bestehende Javascript-Bibliotheken einbinden, wie etwa JQuery oder React, was viele Freiheiten beim Aufbau eines Web-Stacks mit Kotlin bietet.

Die Entwicklungsumgebung Android Studio unterstützt Kotlin ab Version 3.0, Intellij IDEA seit Version 15. Ein Plugin für die IDE-Konkurrenz Eclipse bringt diesem die Syntax von Kotlin bei. Kleine Codeschnipsel können Entwickler in einer Testumgebung auf der Kotlin-Homepage ausprobieren. Puristen übersetzen ihren Quellcode mit dem offiziellen Kotlin-Compiler auf der Kommandozeile.

Hallo Welt!

In jedem Kotlin-Programm bildet die Funktion main den Einstiegspunkt, die Funktion println() gibt den ihr übergebenen Text aus. Das obligatorische Hallo-Welt-Beispiel sieht damit in Kotlin wie folgt aus:

  1. // Dies ist ein Kommentar
  2. fun main(args: Array <String>) {
  3. println("Hallo Welt!")
  4. }

Entwickler können die einzelnen Anweisungen mit einem Semikolon abschließen, müssen es aber nicht. Kotlin stellt eine Standardbibliothek mit zahlreichen nützlichen Funktionen bereit, von denen einige automatisch importiert werden. Dazu gehört beispielsweise auch println(). Weitere Funktionen holt man ähnlich wie in Java per import-Anweisungen hinzu.

  1. Funktional und voll unter Kontrolle
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6