Masse machts

Das Vorgehen zur Durchsetzung der GPL ist auch bisher schon prinzipiell zweigeteilt in eine eher ideelle Community-Arbeit einerseits und eben auch andererseits in eine Arbeit mit den verfügbaren juristischen Mitteln, um die Lizenzeinhaltung notfalls zu erzwingen.

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Die Community-Arbeit von Organisationen wie der Free Software Foundation (FSF) oder auch der Software Freedom Conservancy, die Vertretungsberechtigte vieler Urheber von Software unter der GPL sind, zeigt sich etwa an deren Prinzipien. Im Herbst 2015 sind diese erstmals öffentlich kommuniziert worden.

Demnach ist das primäre Ziel der Organisationen, dabei schlicht für eine Einhaltung der Lizenzen zu sorgen, um den Nutzern zu ihren Rechten zu verhelfen. Finanzielle Vorteile dürften dabei nie priorisiert werden. Ebenso sei die Arbeit zur Durchsetzung ein "aufklärerischer Prozess", der dazu führen solle, dass Lizenzverletzer ihre Handlungen einstellten, nicht aber, dass diese bestraft würden. Der Klageweg müsse dabei einzig als letzter Ausweg gesehen werden.

Noch einen Schritt weiter gehen seit einiger Zeit große Unternehmen, die kommerziell Open-Source-Software vertreiben. Aus der Linux-Community heraus ist eine Absichtserklärung zur Durchsetzung der GPL entstanden, die diesem Vorgang etwas an Schrecken nehmen soll. Dieser Idee schlossen sich kurz darauf auch Linux-Distributor Red Hat und viele weitere Firmen an. Umgesetzt wird das unter anderem durch eine speziell dafür geschaffene Lizenzerweiterung.

Gemeinsame Durchsetzung der Rechte

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Ein anderes juristisches Konstrukt sorgt bereits seit Jahren dafür, dass die Urheberrechte an einem Projekt im Zweifel auch unabhängig von einzelnen Urhebern durchgesetzt werden können. Gemeint sind hier die Contributor License Agreements (CLA). Diese sind in den meisten Fällen dazu gedacht, sicherzustellen, dass das Projekt auch tatsächlich die Rechte hat, den Code einzelner Urheber zu vertreiben. Ebenso könnten dank CLAs auch leichter die Lizenzen ganzer Projekte geändert werden.

Auch wenn dies vor allem bei Projekten mit mehrheitlich kommerziellen Trägern oder Unterstützern kaum eine Rolle spielt, können CLA auch dazu dienen, die gesamten Rechte an einem Projekt juristisch durchzusetzen, statt auf einen einzelnen Urheber setzen zu müssen. Eher an der Community orientierte Organisationen wie die FSF oder auch KDE sehen diese Art der einfachen Rechtsdurchsetzung als expliziten Vorteil der Rechteübertragung durch ein CLA.

Für den Linux-Kernel existiert ein derartiges Konstrukt zwar nicht. Hier behalten die freischaffenden beziehungsweise selbstständigen Entwickler alle ihre Rechte. Hellwig schreibt dazu: "Wenn - wie das beim Linux-Kernel typisch ist - zahlreiche Rechteinhaber existieren, werden es einzelne Entwickler schwer haben, allein vor Gericht zu gehen".

Mehrere Entwickler des Linux-Kernels haben aber die Software Freedom Conservancy explizit damit beauftragt, ihre Rechte durchzusetzen, was als GPL Compliance Project for Linux Developers bezeichnet wird. Hinzu kommt das Projekt GPL-Violations.org von Entwickler Harald Welte, der unter anderem für seine GPL-Klagen gegen den Fritzbox-Hersteller AVM bekannt ist.

Beide Projekte könnten künftig noch mehr zur Vernetzung der betroffenen Urheber genutzt werden, um wie von Hellwig angedeutet in Zukunft eventuell als Gemeinschaft klagender Urheber aufzutreten. Je mehr Linux-Entwickler sich solch einer Klage anschließen, umso schwieriger wird es für die Gegenseite, die Urheberschaft zu bezweifeln. Die Urheber von kollaborativ erstellter Software könnten so trotz der derzeit vergleichsweise hohen Hürden dennoch relativ einfach ihre Rechte durchsetzen.

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 Moderne Softwareentwicklung und alte Urheberschaft
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Potrimpo 08. Apr 2019

Nein, heißt es nicht.

maci23 08. Apr 2019

Ich vermute, dass die Richter eher immer der Firma folgen, denn da sind sie überzeugt...

Lawuser 06. Apr 2019

Für Harald Welte wurden offenbar eine Handvoll Entscheidung und Urteile erstritten...

Mik30 05. Apr 2019

Denn es ist mittlerweile eine unausrottbare Seuche geworden, dass Richter den...



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