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Experimentelle Informatik und Devart

Ein Teilbereich der IT, in dem es genau darum geht, ohne konkreten Zweck oder Auftrag mit Code zu experimentieren und dadurch Innovation anzustoßen, ist die Experimentelle Informatik, wie sie an der Kunsthochschule für Medien Köln erforscht wird. Die Macher des Studiengangs gehen laut Selbstbeschreibung davon aus, dass die Wissenschaft bisher nicht über die Frage des Machens, also des Know-hows hinausging - was einer der Gründe dafür sei, dass die Gesellschaft die Technik intellektuell nie wirklich gemeistert habe. Nicht das technische Gewusst-wie stehe deshalb im Zentrum des Experimentieransatzes, sondern ein Untersuchen von Möglichkeiten.

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In der Praxis verhalten sich die Programmierer also ähnlich wie die Künstler an der Kunsthochschule, bauen Installationen auf und schenken nach dem in der IT elementaren Trial-and-Error-Prinzip Fehlern genauso große Beachtung wie Erfolgen. Beispielsweise wurden Glitches, die bei dem Coden eines Body-Scanners für die Tanzkünstlerin Charlotte Triebus an der KHMK entstanden und die eingescannten Tanzbewegungen seltsam verzerrten, später selbst zur Hauptattraktion ihres Kunstwerks.

Georg Trogemann, der als Professor den Fachbereich leitet, schreibt in seiner Einführung in die Programmierung als künstlerische Praktik: "Virtuos programmieren zu können, stellt noch nicht sicher, dass man auch ein tieferes Verständnis vom Wesen dieser Tätigkeit besitzt. Bekanntlich kann man sich leichter auf eine Sache verstehen, als die Sache selbst zu verstehen. Die theoretische und ästhetisch-praktische Reflexion des Programmierens geschieht jedoch nicht von selbst, sondern bedarf eigener Methoden und Strategien der Analyse, des Experiments und der individuellen Auseinandersetzung."

Devart: Code als Medienkunst

Einige - wenn auch aufgrund der Komplexität der Materie nicht allzu viele - Medienkünstler bedienen sich Methoden der Experimentellen Informatik. Devart ist eine Kunstrichtung, bei der Code dazu genutzt wird, Kunstwerke mit technologischem Bezug zu erschaffen. Der Computational Designer Kartsen Schmidt versucht etwa die ganze Welt, die ihn umgibt, mit den Augen eines Programmierers zu betrachten und zu dekonstruieren, um sie in Form von Code neu widerzuspiegeln.

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So betrachtet er etwa einen Baum im Park und versucht, die Prozesse, die ihn am Leben halten und die ihn ausmachen, in generatives Design und Software zu übersetzen. "Ein Computer ist eigentlich nur Silizium und Elektrizität, aber die Kombination ist die stärkste bewusstseinserweiternde Kombination, die wir je geschaffen haben", sagt er dazu.

Programmieren kann in vielerlei Hinsicht Kunst sein. Es geht dabei nicht nur um den Code selbst, sondern auch um kreative Wege, zu einem technologischen Ziel zu kommen, oder mit beschränkten Möglichkeiten Lösungen zu finden, zum Beispiel auf einem winzigen Mikroprozessor eine weite Funktionalität zu kreieren, die man sich ein paar Jahre zuvor noch gar nicht vorstellen konnte. Es sind also bei weitem nicht alle Programmierer Künstler - und sollen es auch gar nicht unbedingt sein. Aber in Code stecken auf jeden Fall Möglichkeiten, Kunst zu werden, wenn man ihn meisterlich beherrscht.

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 Guter Code: Zeitdruck und Effizienzansprüche vs. Kreativität und Innovation
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Kleba 02. Aug 2020

Das würde ich so pauschal nicht unterschreiben. Zumindest wenn ich privat an etwas...

jg (Golem.de) 29. Jul 2020

Danke für den Hinweis, ist korrigiert!

DrC 29. Jul 2020

Für mich ist Softwareentwicklung wie ein Gang durch ein Museum, ob eleganter oder...

divStar 28. Jul 2020

Als Softwarearchitekt, der einige Jahre als Softwareentwickler gearbeitet hat (und es...

c0t0d0s0 28. Jul 2020

Man gucke sich bitte all die großen Unternehmen wie Alphabet an: Hier werden Code...


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