• IT-Karriere:
  • Services:

Programmieren: "Programming, Motherfucker. Do you speak it?"

Nerds sind leichenblass und sozial inkompetent? Das war womöglich einmal. Programmierer sind gesellschaftsfähig geworden, wie Hackathons, Brogrammer und Coding Camps zeigen.

Artikel von Anna Biselli veröffentlicht am
Ein Foto aus dem Flickr-Stream des Berliner Startups Small Improvements
Ein Foto aus dem Flickr-Stream des Berliner Startups Small Improvements (Bild: small-improvements.com)

"An deiner ungesunden Bildschirmbräune (leichenblasse Haut mit einem fahlen Graustich) erkennt dich jeder als das, was du bist: der Proto-Nerd. Cola und Chips sind für dich eine Hauptmahlzeit, du gehst Menschen aus dem Weg, streitest dich mit Mitinformatikern im Chat über Prozessorgeschwindigkeiten. Und fragt dich jemand versehentlich, ob du auf eine Party mitkommst, täuschst du einen epileptischen Anfall vor und wendest dich glucksend ab." Diese Auswertung bekommt, wer beim Nerd-o-mat der Uni Passau 20 von 20 Punkten auf der Nerdigkeitsskala erzielt. Informatikstudenten und Programmierern haftet das Nerdklischee fest an, und in Serien wie IT Crowd und Filmen wie Startup wird es seit Jahren bereitwillig manifestiert. Doch dieses Bild ist veraltet: Programmierer sind längst nicht mehr nur eine echte Teilmenge des Nerdklischees.

Inhalt:
  1. Programmieren: "Programming, Motherfucker. Do you speak it?"
  2. Programmieren ist sozialer geworden
  3. Teamplayer braucht die Branche
  4. Bro + Programmer = Brogrammer

Genauso wie der Begriff des Hackers mittlerweile auch in Mainstream-Medien, zum Beispiel in Berichten vom jährlichen Chaos Communication Congress, mehr mit Kreativität und Drang zur Lösungsfindung denn mit destruktivem Black-Hat-Verhalten assoziiert wird, ist auch der Programmierer in der öffentlichen Wahrnehmung aus seinem dunklen Keller hinter seinem monochromen Röhrenmonitor hervorgekrochen. Programmieren ist sozialer geworden und bekommt bei Hackathons und Coding Camps bisweilen sogar Eventcharakter.

Die neue Programmierergeneration sitzt in hippen Cafés oder in Co-Workingspaces. Im Büro von Google in Berlin gehören Sofaecken in grellen Farben, Lavalampen und Spielzeug bereits zur Standardeinrichtung. Die Entwickler haben ihr Macbook auf dem Schoß, eine gesündere Hautfarbe bekommen und die Cola durch die "Hackerbrausen" wie Club Mate ersetzt. Doch der Aufstieg aus einem einsamen Keller in hippe Startup-Büros passierte nicht von heute auf morgen, er führte durch Studentenwohnheimzimmer und Garagen - wie der von Steve Jobs und Steve Wozniak.

Der Nerd, der zum Popstar wurde

Als die beiden 1976 in einer Garage in Palo Alto begannen, den Apple I zusammenzuschrauben, legte das den Grundstein für ein Zeitalter, in dem Computer nicht mehr nur Mittel zum Zweck sein sollten und schließlich zum Fetisch einer ganzen Gesellschaft wurden. Steve Jobs war der Prototyp für einen Nerd, der zum Popstar wurde. Schon in frühen Tagen zeichnete sich ab, dass er sich maßgeblich von The Woz unterschied, den wir gut und gern als Vollblutnerd bezeichnen dürfen. "Als wir versucht haben, Geld für das Drucken der Platinen für den Apple II zusammenzubekommen, habe ich meinen VW-Bus verkauft und er [Wozniak] seinen Taschenrechner." Ein Satz von Jobs, der die fundamentalen Gegensätze im Leben der beiden Elektronikpioniere ausdrückte - Jobs besorgte den Auftrag für ein Spiel, Wozniak erfand und programmierte Breakout in vier Tagen. Und während Jobs sich in Indien mit der Urschreitherapie beschäftigte, entwickelte Wozniak den ersten technisch-wissenschaftlichen Taschenrechner.

Stellenmarkt
  1. ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, Mülheim an der Ruhr
  2. Hays AG, Nürnberg

Jobs bezeichnete sich lieber als Hippie denn als Nerd, auch wenn er in der öffentlichen Wahrnehmung letzteres Label nicht mehr loswurde. In der Dokumentation "Triumph der Nerds" gehörte er zu den Hauptpersonen und gab dem Autor Robert Cringely ein 70-minütiges Interview. Noch in einem Nachruf von ABC News wurde er als "revolutionärer Nerd" bezeichnet. Seine abweichende Selbstdefinition begründet Jobs damit, dass Computer für ihn nicht mehr nur einen Selbstzweck darstellten. "Die Leute, mit denen ich arbeite, haben nicht mit Computern gearbeitet, um mit Computern zu arbeiten. Es geht darum, etwas mit anderen zu teilen. Das ist das Medium, mit dem ich etwas mitteilen kann." Dieses Teilen ist ein wichtiger Schritt, der den Programmierer verändert hat.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Programmieren ist sozialer geworden 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 44,99€
  2. 44,49€

Neuro-Chef 14. Sep 2014

Diagnose: Zwangserkrankung.

Morpf 26. Mai 2014

vim, soviel Zeit muss sein. :P

chris m. 19. Mai 2014

nur aus neugier, hast du programmierer gefunden?

George99 17. Mai 2014

Der Artikel war tatsächlich Schrott, es war wohl einer dieser zugekauften Artikel, die...


Folgen Sie uns
       


Zhaxoin ZX-U6780U - Fazit

Wir testen den ZX-U6780U von Zhaxoin, einen achtkernigen x86-Prozessor aus China, der im 16-nm-Verfahren gefertigt wird. Die x86-Lizenz stammt von Centaur, einer Tochter von Via Technologies.

Zhaxoin ZX-U6780U - Fazit Video aufrufen
Threat-Actor-Expertin: Militärisch, stoisch, kontrolliert
Threat-Actor-Expertin
Militärisch, stoisch, kontrolliert

Sandra Joyces Fachgebiet sind Malware-Attacken. Sie ist Threat-Actor-Expertin - ein Job mit viel Stress und Verantwortung. Wenn sie eine Attacke einem Land zuschreibt, sollte sie besser sicher sein.
Ein Porträt von Maja Hoock

  1. Emotet Die Schadsoftware Trickbot warnt vor sich selbst
  2. Loveletter Autor des I-love-you-Virus wollte kostenlos surfen
  3. DNS Gehackte Router zeigen Coronavirus-Warnung mit Schadsoftware

Campus Networks: Wenn das 5G-Netz nicht jeden reinlässt
Campus Networks
Wenn das 5G-Netz nicht jeden reinlässt

Über private 4G- und 5G-Netze gibt es meist nur Buzzwords. Wir wollten von einer Telekom-Expertin wissen, was die Campusnetze wirklich können und was noch nicht.
Von Achim Sawall

  1. Funkstrahlung Bürgermeister in Oberbayern greifen 5G der Telekom an
  2. IRT Öffentlich-rechtlicher Rundfunk schließt Forschungszentrum
  3. Deutsche Telekom 5G im UMTS-Spektrum für die Hälfte der Bevölkerung

Mars 2020: Was ist neu am Marsrover Perseverance?
Mars 2020
Was ist neu am Marsrover Perseverance?

Er hat 2,5 Milliarden US-Dollar gekostet und sieht genauso aus wie Curiosity. Einiges ist dennoch neu, manches auch nur Spielzeug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer


      •  /