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Profilbilder untersucht: KI-Bildanalyse lässt Rückschlüsse auf Berufserfolg zu

Anhand der Profilbilder von Hochschulabsolventen hat eine KI den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt prognostiziert.
/ Mike Faust
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Menschen sind in Berufen am erfolgreichsten, die am besten zu ihrer Persönlichkeit passen. (Bild: Pixabay / StartupStockPhotos)
Menschen sind in Berufen am erfolgreichsten, die am besten zu ihrer Persönlichkeit passen. Bild: Pixabay / StartupStockPhotos

Die US-amerikanische Forschungsorganisation National Bureau of Economic Research hat untersucht, wie mittels KI-gestützter Persönlichkeitsanalyse berufliche Werdegänge vorhergesagt werden können. Die in einem Arbeitspapier veröffentlichten(öffnet im neuen Fenster) Ergebnisse legen nahe, dass nicht-kognitive Fähigkeiten einen messbaren Einfluss auf den Erfolg in hochqualifizierten Berufen haben.

Für die Analyse wurden 96.000 Linkedin-Profilbilder von MBA-Absolventen (Master of Business Administration) auf die fünf Persönlichkeitsmerkmale Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus untersucht.

Die so ermittelten Charakterzüge sollen eine erhebliche Vorhersagekraft für den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt bieten und signifikant mit dem Ranking der besuchten Hochschulen, der Einstiegsvergütung, Gehaltssteigerungen sowie der Geschwindigkeit von Beförderungen korrelieren.

Forscher warnen vor dem Einsatz

Die Untersuchung zeigte auch, dass sich Menschen gezielt Berufe suchen, die zu ihrer Persönlichkeit passen, und mehr Geld verdienen, wenn ihre Charaktermerkmale mit den spezifischen Anforderungen ihres Berufsfeldes übereinstimmen. Die Forscher merkten allerdings an, dass die Vorhersagekraft der Gesichtsanalysen mit Faktoren wie ethnischer Herkunft, Attraktivität oder dem Bildungshintergrund vergleichbar sei.

Da diese Werte nur schwach in Zusammenhang mit den Ergebnissen des Graduate-Management-Admission-Test stünden, einem weltweit standardisierten Test für die Eignung von Absolventen für weiterführende Studien, könnten sie wertvolle zusätzlich Informationen liefern, hieß es weiter.

Trotz der hohen Skalierbarkeit warnten die Autoren davor, die Technologie in der Praxis einzusetzen. Sie sehen Gefahren durch statistische Diskriminierung, die Verletzung der individuellen Privatsphäre und den Verlust der Autonomie, wenn Algorithmen über Karrieren entscheiden.

Da Unternehmen bereits KI-Tools für das Screening und die Auswahl von Bewerbern einsetzen, halten die Autoren die wissenschaftliche Bewertung dieser Technologie für dringend nötig.


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