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Ablenkung Nummer eins: das Smartphone

Auch wenn diese Apps meiner Arbeitsweise mehr Struktur gegeben haben, so greife ich trotzdem immer noch zum Smartphone und lasse mich ablenken. Regelmäßig vibriert es, der Bildschirm leuchtet auf oder das LED-Licht blinkt blau. Neue Nachricht, neuer Kommentar, neue Erwähnung. Mein Smartphone verlangt ständig nach Aufmerksamkeit.

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Und weiß ich erst mal, dass es etwas Neues gibt, kann ich das Smartphone nur noch schwer ignorieren. Genau das ist das Ziel der Hersteller von Smartphones und Apps. Sie sind so gestaltet, dass sie menschliche Gewohnheiten ausnutzen und süchtig machen. Bunte Farben oder endlose Timelines sollen uns dazu verleiten, länger in den Apps zu bleiben.

Willst du wirklich, dass dieser Baum stirbt?

Dabei entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass es Smartphone-Apps gegen exzessive Smartphone-Nutzung gibt. Trotzdem will ich das Problem in den Griff bekommen, weil mein Arbeitsfluss durch das Smartphone zu oft unterbrochen wird. Zuerst will ich erfahren, welche meiner Apps besonders viel Zeit fressen. Da mein Smartphone keine entsprechende Funktion besitzt, lade ich mir ein passendes Tool herunter, in meinem Fall Usage Time.

Die Ergebnisse erschrecken mich: Bis zu vier Stunden hänge ich täglich vor dem Bildschirm. In der Spitze entsperre ich mein Smartphone über 120-mal. Whatsapp, Twitter, Instagram, Reddit - die üblichen Verdächtigen nutze ich am längsten. Einmal geöffnet, scrolle ich minutenlang durch die Timelines. Gerade während meiner Arbeitszeit.

Stechuhren-Apps helfen zwar dabei, die Arbeitszeit zu strukturieren, verhindern aber nicht den Griff zum Smartphone. Ich finde eine App namens Forest, die dieses Problem lösen möchte. Das Tool schafft störungsfreie Zeitslots, nicht ganz unähnlich den Pomodoro-Apps. Frei wählbar sind Intervalle von zehn Minuten bis zwei Stunden. In dieser Zeit wächst ein virtueller Baum. Macht der Nutzer in dieser Zeit etwas anderes am Smartphone, stirbt der Baum. Je größer die Willensstärke, desto größer wird der virtuelle Wald auf dem Smartphone. Jedes Mal, wenn ich eine andere App öffnen möchte, schaltet sich Forest dazwischen. Willst du wirklich, dass der Baum stirbt?

Wie sich aber herausstellt, habe ich auch im digitalen Leben keinen grünen Daumen. Ein totes Stück digitales Holz scheint für mich weniger Anreiz zu sein, als ich beim Download dachte. Die Unlust auf die Arbeit siegt. Mein virtueller Wald ist bis heute leer.

Was nach ein paar Wochen mit zahllosen Effizienz-Apps hängenbleibt: Die meisten Apps verschlingen mehr Zeit, als sie einsparen - und bewirken damit genau das Gegenteil ihres Zwecks. Je reduzierter die App, desto mehr hat sie geholfen.

Überhaupt ist es mir ein Rätsel, warum es für viele Zeitmanagement-Techniken eine eigene App gibt. Denn oft reicht eine Eieruhr - oder, das ablenkende Handy in ein anderes Zimmer zu bringen. Wenn das Smartphone erst mal außer Reichweite liegt, steigt meine Produktivität deutlich.

Aber egal, wie praktisch das eine oder andere Tool war, eines haben die Effizienz-Apps bewirkt: dass ich ausgiebig über meine eigenen Gewohnheiten bei der Arbeit nachgedacht habe. Warum sitze ich oft bis spätabends noch am Laptop? Dieses Nachdenken hat in Kombination mit Apps wie Todoist und Ike dazu geführt, dass ich seltener bis in die Nacht am Schreibtisch sitzen muss. Ich habe weniger Stress bei dringenden Aufgaben, mehr Freizeit - und endlich die Möglichkeit, das Basilikum-Pesto aus dem Youtube-Video auszuprobieren.

Individuelle Unterstützung zu Themen rund um Job & Karriere gibt Shifoo, der Service von Golem.de - in 1:1-Videosessions für IT-Profis von IT-erfahrenen Coaches und Beratern.

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 Produktivitäts-Apps im Selbsttest: Nicht ablenken lassen
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Peter Brülls 30. Sep 2019

Ich setze es nicht oft ein, aber imho ist eine Sanduhr da noch am besten. Denn die ist...

Peter Brülls 30. Sep 2019

Ist zwar richtig, aber Zeitmanagement und Selbstdisziplin sind größtenteils erlernbare...

alex2020 23. Sep 2019

Hi, kann mir jemand n Programm/Firewall für Windows nennen bei der man URLs (http...

devarni 22. Sep 2019

Interessanter Artikel ;) Ich denke diese Apps führen oft zu einem neuen Problem...

brunobrotspecht 22. Sep 2019

Ein Umzug ist jedenfalls nicht geplant. :) Das Redesign ist auch gerade frisch raus...


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