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Produktfälschungen: Europol beschlagnahmt fast 300 Domains

Europol und US-Behörden haben Durchsuchungen in 19 Ländern durchgeführt, um gegen Produktfälschungen vorzugehen. Verhaftungen sollen folgen, wenn das beschlagnahmte Material ausgewertet ist.
/ Achim Sawall
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Europol-Chef Rob Wainwright (Bild: Jerry Lampen/Reuters)
Europol-Chef Rob Wainwright Bild: Jerry Lampen/Reuters

Europol hat wegen Produktfälschungen 292 Domains beschlagnahmt und gesperrt(öffnet im neuen Fenster). Die Durchsuchungsaktionen wurden zusammen mit Strafverfolgungsbehörden in 19 Ländern durchgeführt. Die gefälschten Produkte kamen aus den Bereichen Luxusgüter, Sportbekleidung, Elektronik, Pharmazie und illegale Kopien von Filmen und Musik.

Laut einem Bericht der BBC(öffnet im neuen Fenster) wurde während der Durchsuchungen niemand verhaftet. Laut Ermittlerkreisen sei auf Grundlage des beschlagnahmten Materials aber mit Verhaftungen zu rechnen. Vor Weihnachten wollte Europol noch die Zahl der illegalen Onlineangebote reduzieren.

Die Domains wurden vorläufig an die Regierungen in den betroffenen Staaten übergeben. Diese sind Albanien, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Island, Italien, Litauen, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Serbien, Spanien, Großbritannien und Kolumbien.

"Produktfälscher profitieren von der Ferienzeit und verkaufen überall billige Fälschungen an ahnungslose Verbraucher", sagte Bruce Foucart, amtierender Direktor des National Intellectual Property Rights Coordination Center aus den USA, das die Aktion unterstützte.

Der Chef des Europol Cybercrime Centre, Troels Oerting, will Hintertüren in Software nutzen, um Cyberkriminelle zu überführen. Er sagte im Oktober 2014: "Ich rede nicht gern über Backdoors, aber es muss eine Möglichkeit für die Strafverfolger geben, wenn sie die Erlaubnis dafür haben, Einblick in das zu nehmen, was jemand in seiner Online-Welt verstecken will."

Es gebe ein Recht auf Privatsphäre, aber kein Recht auf Anonymität im Internet, so Oerting. Weltweit existierten nur 100 Drahtzieher in der Cybercrime-Szene, erklärte Oerting. "Wir wissen in etwa, wer sie sind. Wenn wir sie aus dem Geschehen nehmen, dann wird der Rest in sich zusammenfallen", sagte er.


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