Processwire im Vergleich mit Wordpress und Typo3

Um den Einstieg ins Arbeiten mit Processwire etwas zu kontextualisieren, stellen wir einen kurzen Vergleich mit Wordpress und Typo3 an.

Stellenmarkt
  1. Software Architect - Data Infrastructure (m/f/d)
    Advantest Europe GmbH, Böblingen
  2. Software Consultant/IT Project Manager (m/w/d)
    ecovium GmbH, Neustadt, Düsseldorf, Pforzheim (Home-Office möglich)
Detailsuche

Die Installationen unterscheiden sich nicht nennenswert. Processwire führt den Nutzer etwas verständlicher durch die Installationsroutine als Wordpress und Typo3, aber letztendlich geht es bei allen um dasselbe: Dateien herunterladen, Server konfigurieren, Datenbank anlegen, fertig.

Nach der Installation vermitteln die beiden Konkurrenten den Eindruck, man könne sofort loslegen und mit ein paar Knopfdrücken die erste Seite veröffentlichen - gerade das umfangreiche bunte Backend von Typo3. Processwire hat in diesem Aspekt die realistischere Bildsprache und ist weniger verwirrend.

Alle drei Systeme installieren eine Ordner- und Dateistruktur, in der weitergearbeitet werden muss. Insgesamt befinden sich in der Standardinstallation von Wordpress etwa 220 Elemente. Bei Processwire sind es etwa 150 und bei Typo3 nur knappe 40. Obwohl Processwire hinsichtlich der Mächtigkeit an Informationen in der Mitte liegt, ist es trotzdem am übersichtlichsten.

Golem Karrierewelt
  1. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    13.10.2022, Virtuell
  2. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    10./11.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Weder die vielen Elemente von Wordpress noch die wenigen von Typo3 sind mehrheitlich sprechend benannt. Nutzer müssen den Inhalt von Dateien oft erraten, sich anlesen oder Datei für Datei durchklicken. Bei Processwire dagegen trifft man fast durchgehend auf Bezeichnungen wie "templates", "styles", "config.php", "home.php" und "_main.php" - die genau das enthalten, was jeder mäßig erfahrene Systemadministrator oder Entwickler erwartet.

Bei der Funktionalität innerhalb der Templates gibt es weitere nennenswerte Unterschiede. Typo3 führt mit Typoscript und Fluid gleich mehrere Konzepte ins Feld, die nicht zum Web-Standardrepertoire gehören. Wordpress seinerseits nutzt einen Katalog vordefinierter PHP-Funktionen. Processwire schließlich erfordert lediglich objektorientierten Standard-PHP-Code. Eine Kurzschreibweise für diesen kann optional genutzt werden. Somit ist der Einarbeitungsaufwand bei Processwire am geringsten.

  • Der Backend-Bereich für Felder: Es sind schon einige Felder für die weitere Gestaltung von Seiten angelegt. (Screenshot: Claus Godbersen)
  • Das Processwire-Backend ist übersichtlich. (Screenshot: Claus Godbersen)
  • Der Backend-Bereich für Nutzerkonten: Es sind bereits einige wenige mit unterschiedlichen Rollen angelegt. (Screenshot: Claus Godbersen)
  • Der Anfang der Datei main.php zeigt, wie gut die Standarddateien von Processwire kommentiert sind. (Screenshot: Claus Godbersen)
  • Eine mit Processwire entstehende Website nach ein paar Minuten Arbeit. Man sieht die automatisch angelegten Navigationselemente. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keinerlei CSS-Einstellungen vorgenommen worden.  (Screenshot: Claus Godbersen)
Der Anfang der Datei main.php zeigt, wie gut die Standarddateien von Processwire kommentiert sind. (Screenshot: Claus Godbersen)

Fazit

In vielen Punkten ähnelt Processwire anderen Content-Management-Systemen. In entscheidenden Aspekten ist es aber anders.

Für CMS-Neulinge ist das Zusammenspiel zwischen Backend und Templates tendenziell schwer zu durchschauen. Processwire löst dies besser als manch anderes System.

Processwires große Stärke ist seine Dokumentation, die den Einstieg beispiellos einfach macht. Um sich einzuarbeiten, braucht man weder Youtube noch Stackoverflow. Die von den Entwicklern zur Verfügung gestellten Erklärungen und Beispiele sind überschaubar und didaktisch gut aufbereitet.

Handbuch für Softwareentwickler: Das Standardwerk für professionelles Software Engineering

Als weitere Stärke zeigt sich, dass das Administrations-Backend keine Mogelpackung ist. Anders als manche Konkurrenten vermittelt der spartanische Adminbereich gerade nicht den Eindruck, man könne sofort loslegen und mit wenigen Klicks die Homepage eines neuen Projekts erstellen.

Außerdem ist die Verzeichnis- und Dateistruktur, die bei einer leeren Processwire-Installation erzeugt wird, sehr übersichtlich, mit sprechenden Namen versehen und die meisten Konfigurationsdateien beginnen mit hilfreichen Kommentaren. Hier sollte man sich ruhig ein paar Minuten lang orientieren, bevor man Google bemüht.

Ob Processwire sich langfristig bei großen, komplexen Projekten ähnlich gut schlägt wie beim Einstieg, ist eine andere Frage. Für den Zweck, ohne Rückgriff auf verbrauchte Themes schnell eine einfache Website zu erstellen und dafür ein einfaches Redaktionssystem mit Rollen und Benutzern aufzubauen, ist es aber gewiss eine gute Wahl.

Claus Godbersen ist studierter Politikwissenschaftler und arbeitet als Beauftragter für Qualitätsmanagement und Datenschutz in der Sozialwirtschaft. Sein im Laufe der Jahre gewachsenes Interesse für Bildung, Wissenschaft und IT hat ihn zur Kieler Linuxinitiative geführt, wo er sich als Mitorganisator und Referent der Kieler OpenSource- und Linuxtage engagiert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Das Processwire-Backend ist minimalistisch
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Superbase V
Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt

Vor dem Verkaufsstart über die eigene Webseite verkauft Zendure seine Superbase V über Kickstarter - mit teilweise fast 50 Prozent Rabatt.

Superbase V: Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt
Artikel
  1. Tesla Optimus: Elon Musk zeigt Roboter-Prototyp
    Tesla Optimus
    Elon Musk zeigt Roboter-Prototyp

    Roboter könnten für Tesla aus Sicht von Elon Musk bedeutender werden als Elektroautos. Der Konzern zeigte seinen ersten Roboter-Prototypen.

  2. Microsofts E-Mail: Modern Auth in Exchange macht Admins Arbeit
    Microsofts E-Mail
    Modern Auth in Exchange macht Admins Arbeit

    Ab dem 1. Oktober 2022 müssen Exchange-Clients zwingend Microsofts moderne Authentifizierung nutzen. Das bedeutet Mehrarbeit.
    Eine Analyse von Oliver Nickel

  3. Google: Nutzer fordern Bluetooth-Freigabe für Stadia-Controller
    Google
    Nutzer fordern Bluetooth-Freigabe für Stadia-Controller

    Mit der Einstellung von Stadia können auch Tausende der speziellen Controller ohne ein Update nicht mehr drahtlos genutzt werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u. a. LC-Power LC-M27-QHD-240-C-K 389€) und Damn-Deals (u. a. Kingston A400 240/480 GB 17,50€/32€, NZXT Kraken X73 139€) • Alternate: Weekend Sale • Razer Strider XXL 33,90€ • JBL Live Pro+ 49€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000 Radeon Edition 2.500€ • LG OLED65CS9LA 1.699€ [Werbung]
    •  /