Probleminhalte: Management von Youtube soll Hassvideos ignoriert haben

Youtube-Chefin Susan Wojcicki habe sich nicht für Videos mit Verschwörungstheorien und Hass interessiert, so ein Medienbericht. Andere Mitarbeiter der Plattform sollen derartige Inhalte sogar auf Anraten von Anwälten bewusst ignoriert haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Youtube-Chefin Susan Wojcicki im Oktober 2018 auf einer Veranstaltung in San Francisco
Youtube-Chefin Susan Wojcicki im Oktober 2018 auf einer Veranstaltung in San Francisco (Bild: Matt Winkelmeyer/Getty Images for WIRED25)

Ruhig mal ausprobieren: Wer auf Youtube ein einigermaßen seriöses Video etwa über die Krankheit Krebs oder das Impfen von Kindern angeschaut hat, bekommt von den Algorithmen als nächstes meist ein etwas reißerisches Filmchen empfohlen. Kritiker machen dieses System für die Massen an Hassinhalten und schrägen Verschwörungstheorien verantwortlich. Nun schreibt das Magazin Bloomberg, dass Firmenchefin Susan Wojcicki und leitende Mitarbeiter diese Vorgehensweise jahrelang gefördert und inhaltliche Probleme der Plattform bewusst ignoriert haben sollen.

Stellenmarkt
  1. Corporate Datenschutz-Manager (m/w/d)
    Dürr AG, Bietigheim-Bissingen
  2. Senior Automatisierungstechniker (m/w/d)
    Rentschler Biopharma SE, Laupheim
Detailsuche

Kritik aus den eigenen Reihen und Bitten um einen Wechsel der Strategie hätten dagegen keine Chance gehabt - stattdessen soll immer nur die Steigerung der Klickzahlen im Mittelpunkt gestanden haben, etwa durch die Empfehlungen. Wojcicki, die ihren Posten seit 2014 inne hat, soll sich für Probleminhalte schlicht nicht interessiert haben.

Wojcicki habe sich lediglich für "die Leitung des Unternehmens" zuständig gefühlt - so beschreibt ein anonymer Mitarbeiter ihre Einstellung. Die Beschäftigung mit der systematischen Begünstigung von Hassbotschaften und Verschwörungstheorien habe Wojcicki offenbar nicht zu ihren Aufgaben gezählt.

Laut Bloomberg sollen Anwälte sogar die Empfehlung ausgesprochen haben, dass leitende Mitarbeiter von Youtube, die nicht zum Moderatorenteam gehören, sich möglichst wenig mit Hassinhalten beschäftigen. Als Beispiel werden Lügenvideos über eine umstrittene US-Bundesrichterin genannt.

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Photoshop Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    15./16.12.2022, Virtuell
  2. Container Management und Orchestrierung: virtueller Drei-Tage-Workshop
    06.-08.03.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Logik hinter dem Rat der Juristen: Falls es einmal zu Rechtsstreitigkeiten über solche Filme kommen sollte, könnten die Mitarbeiter es etwas leichter haben, wenn sie diese Videos nie gesehen haben. Derlei Tipps habe es nur mündlich gegeben, nie in Schriftform.

Auf Anfrage von Bloomberg hat eine Sprecherin von Youtube bestritten, dass Empfehlungen eher reißerische Videos aussuchen. Seit 2017 sollen die Algorithmen primär einem Wert namens Verantwortung (Responsibility) bevorzugen, der über Zuschauerbefragungen nach Videos ermittelt wurde. Youtube erhalte jede Woche viele Millionen solcher Umfrageergebnisse - die in sozialen Netzwerken übrigens so gut wie nie Thema sind.

In den vergangenen Monaten hat Youtube eine Reihe weiterer Maßnahmen umgesetzt, um gegen Probleminhalte vorzugehen. Videos mit bestimmten Verschwörungstheorien (flache Erde) tauchen nicht mehr in Empfehlungen auf, bei anderen Themen (etwa Videos von Impfgegnern) sollen zunächst in Indien, später auch im Rest der Welt sogenannte Faktenchecks eingeblendet werden. In den Suchergebnissen ist dann beispielsweise ein Hinweis zu sehen, der vor einer Falschmeldung warnt und auf zusätzliche Informationen verlinkt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


slemme 05. Apr 2019

Ich bin da anderer Meinung, ich finde man sollte solche dummen Ideen ins...

Clown 05. Apr 2019

Die Alternative für Deutschland in Kanada? :D

Trollversteher 04. Apr 2019

Also wie vermutet: Keine Ahnung von nichts, aber große Töne spuckend herumtrollen. Viel...

DerET 04. Apr 2019

Man sollte langsam merken, wie stark die eigene Bubble ist, wenn man jemanden...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesarbeitsgericht
Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten zwingend erfassen

Das vollständige Urteil des BAG zur Arbeitszeiterfassung liegt nun vor. Diese muss zwingend erfolgen, aber nicht unbedingt elektronisch.

Bundesarbeitsgericht: Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten zwingend erfassen
Artikel
  1. Halbleiterproduktion in Leixlip: Intel will durch unbezahlten Urlaub sparen
    Halbleiterproduktion in Leixlip
    Intel will durch unbezahlten Urlaub sparen

    Angestellte des Chipherstellers sollen "freiwillige Auszeiten" nehmen. Intel will allein im kommenden Jahr 3 Milliarden US-Dollar einsparen.

  2. E-Auto-Ranking: Tesla beim ADAC-Vergleich nur im Mittelfeld
    E-Auto-Ranking
    Tesla beim ADAC-Vergleich nur im Mittelfeld

    Der ADAC hat ein neues E-Auto-Ranking für verschiedene Fahrzeugklassen veröffentlicht. Tesla ist demnach nicht mehr der Branchen-Primus.

  3. Datenschutz und Microsoft 365: Die Verantwortung für den Datenschutz liegt bei den Firmen
    Datenschutz und Microsoft 365
    "Die Verantwortung für den Datenschutz liegt bei den Firmen"

    Nach Ansicht der deutschen Datenschutzbehörden ist der Einsatz von Microsoft Office weiterhin datenschutzwidrig. Wie geht es nun weiter?
    Ein Interview von Christiane Schulzki-Haddouti

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Amazon Last Minute Angebote: Neue Rabatt-Aktion • NBB: Samsung Odyssey G5 WQHD/165 Hz 203,89€ u. Odyssey G9 49"/DQHD/240Hz 849,90€ • ViewSonic VX3258 WQHD/144 Hz 229,90€ • Mindstar: Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 199€ • 4x Philips Hue White Ambiance 49,99€ [Werbung]
    •  /