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Probleme mit Antriebseinheit: Tesla verzögert offenbar Produktion in Grünheide

Die Produktion in der Gigafactory Berlin kommt nicht richtig in die Gänge. Nun soll Tesla Probleme mit einem wichtigen Bauteil haben.

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Tesla hat Probleme mit der Produktion des Model Y in Grünheide. (Bild: Pool/Reuters)

Der US-Autohersteller Tesla verzögert derzeit offenbar die Produktion und Auslieferung von Elektroautos aus seiner Fabrik in Grünheide bei Berlin. Das berichten zahlreiche Tesla-Kunden im Forum Tesla Fahrer & Freude (TFF). Demnach wurden Auslieferungstermine beispielsweise von Ende Juni 2022 auf einen Zeitraum zwischen Mitte August und Anfang Oktober 2022 verschoben. Anderen Kunden wurde gar kein neuer Termin mehr genannt.

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Als Grund nennt Tesla offenbar einen "erheblichen Mangel" an der Antriebseinheit, der nicht per Software-Update behoben werden könne. Der Fehler soll bereits bei etlichen ausgelieferten Fahrzeugen aufgetreten sein.

In diesem Zusammenhang verweist das Magazin Teslamag.com auf eine Rückrufaktion in China, die mit Problemen des Wechselrichters im Zusammenhang stand.

Der Wechselrichter, auch Inverter genannt, wandelt den Gleichstrom der Hochvoltbatterie in Wechselstrom für den Elektromotor um. Inverter, Motor und Getriebe sind bei Elektroautos häufig in einer kompakten Einheit verbaut, der sogenannten E-Achse. Der chinesisch-schwedische Hersteller Polestar musste im Oktober 2020 ebenfalls mehrere tausend Fahrzeuge wegen Problemen mit dem Wechselrichter zurückrufen.

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Umfang der Probleme unklar

Wie viele der in Grünheide produzierten Fahrzeuge von den Problemen betroffen sind, ist derzeit unklar. Tesla reagiert in der Regel nicht auf entsprechende Presseanfragen. In der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) findet sich kein entsprechender Eintrag. Seit dem Produktionsstart im März 2022 dürften rund 10.000 Fahrzeuge hergestellt worden sein. Mitte Mai hieß es, dass dort nur 86 Fahrzeuge pro Tag produziert würden.

Zuletzt bezeichnete Tesla-Chef Elon Musk die Fabriken in Grünheide und Texas als "gigantische Geldverbrennungsöfen". In dem Gespräch mit dem Fanclub Tesla Owners of Silicon Valley nannte er die beiden vergangenen Jahre mit Blick auf die Lieferkettenprobleme der Autoindustrie einen "absoluten Albtraum". Der Tesla-Chef warnte: "Wir haben es noch nicht hinter uns." Jetzt gehe es darum, den Betrieb am Laufen zu halten, damit die Beschäftigten weiter bezahlt würden und der Konzern nicht in die Insolvenz gerate.