Probleme bei Disney+: Bob Iger bleibt zwei Jahre länger Disney-Chef

Der amtierende Disney-CEO Bob Iger hat seinen Vertrag bis 2026 verlängert und wird damit zwei Jahre länger das Unternehmen leiten als es zunächst geplant war. Im November 2022 kehrte Iger überraschend als Disney-Chef zurück und löste Bob Chapek nach zwei Jahren als CEO ab. Iger hatte Chapek selbst als CEO ausgewählt.
Ursprünglich sollte Iger Disney bis 2024 leiten und in dieser Zeit einen Nachfolger für den Chefposten finden. Nun bleiben dem 72-Jährigen für diese Aufgabe zwei Jahre länger. In einer Stellungnahme von Disney(öffnet im neuen Fenster) heißt es, dass die CEO-Nachfolge "nach wie vor eine Priorität" für das Unternehmen darstelle.
Der Vertrag zwischen Disney und Iger wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Bevor Iger als CEO zu Disney zurückkehrte, leitete er das Unternehmen 15 Jahre lang und formte es zu dem, was Disney heute ist. In seiner Amtszeit übernahm er Studios wie Pixar, Marvel und Lucasfilm sowie große Teile des Konkurrenten 21st Century Fox.
Iger brachte Disney+ auf den Markt
Unter seiner Führung wurde das Streamingabo Disney+ entwickelt, das mit hohen Verlusten zu kämpfen hat. Nachdem Iger zurückkehrte, verloren viele Mitarbeiter in mehreren Entlassungsrunden ihren Arbeitsplatz. Rund 7.000 Disney-Angestellte mussten das Unternehmen verlassen .
In einer Erklärung sagte Iger, er bleibe länger, "weil ich sicherstellen möchte, dass Disney gut aufgestellt ist, wenn mein Nachfolger das Ruder übernimmt" . Er fuhr fort: "Die Bedeutung des Nachfolgeprozesses kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden" .
Strategische Änderung für Disney+
Die strategische Ausrichtung von Disney+ wurde zuletzt verändert: Iger selbst hatte zum Start von Disney+ damit geworben, dass Abonnenten langfristig eine Art Videothek für alle Disney-Inhalte haben, die jederzeit zur Verfügung stehen. Die Bereitstellung verursacht allerdings Kosten, die nun eingespart werden sollen.
Ende Mai 2023 wurden mehr als 100 Eigenproduktionen aus dem Abo von Disney+ entfernt. Aber auch Filmklassiker wie das Musical Meine Lieder, meine Träume (The Sound of Music) sowie den James-Cameron-Streifen Abyss - Abgrund des Todes (The Abyss) verschwanden aus dem Abo von Disney+ , wie eine Recherche von Golem.de ergab. Beide Filme gibt es derzeit bei keinem anderen Streamingabo, Abyss wird nicht einmal digital als Leih- oder Kauftitel angeboten.
Im Juli 2023 wurden weitere Eigenproduktionen aus dem Abo von Disney+ entfernt. Der Film Crater wurde nach der Premiere bereits wieder aus dem Abo genommen. Der für Mitte Juli 2023 geplante Deutschlandstart der Serie The Company You Keep wurde komplett gestrichen. Die Disney-Eigenproduktionen gibt es üblicherweise dann auch nicht mehr bei anderen Abodiensten - die Titel verschwinden also komplett in der Versenkung.



