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Probefahrt VW ID.Polo: Ein Stromer für fast alle

Der neue VW ID.Polo glänzt mit agilem Fahrverhalten, Golf-Komfort und großem Nutzwert. Ein Elektroauto für beinahe Jedermann, aber kein Billigheimer.
/ Franz W. Rother (Edison)
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Auf einer ersten Testfahrt hat der VW ID.Polo überzeugt. (Bild: VW)
Auf einer ersten Testfahrt hat der VW ID.Polo überzeugt. Bild: VW
Inhalt
  1. Probefahrt VW ID.Polo: Ein Stromer für fast alle
  2. Klare Akku-Empfehlung: Bitte die große Packung!

Erst am 5. September 2026 wurde bei den deutschen VW-Händlern der ID.Polo offiziell präsentiert. Manche lockten ihre Kunden mit speziellen Events, mit Einladungen zu Kaltgetränken und Snacks. Andere sparten sich den Aufwand, stellten das Auto einfach in den Showroom – und sammelten die Bestellungen ein. Und von denen gibt es nun bereits reichlich: Wie am Rande der Fahrpräsentation in Wien bekannt wurde, liegen für den kompakten Stromer europaweit bereits mehr als 30.000 Bestellungen vor.

Wer sich erst jetzt für das Modell entscheidet, wird sich deshalb auf entsprechend lange Lieferzeiten einstellen müssen. "Beim ID.Polo ist die gesamte Reihe ausverkauft. Die Wartezeit liegt bei mindestens zehn Monaten", erklärte der Chef einer (nicht genannten) großen VW-Autohausgruppe dieser Tage auf Anfrage der Automobilwoche.

Das sind mal gute Nachrichten für den krisengeschüttelten Volkswagen-Konzern: Mit den neuen Kleinwagen auf der frontgetriebenen Plattform MEB plus – die neben dem ID.Polo unter anderem auch der Cupra Raval und der Skoda Epiq nutzt – hat man in Zeiten hoher Benzinpreise und steigender Akzeptanz von Elektroautos offenbar einen Volltreffer gelandet.

VW zeigt wieder Liebe zum Detail

Unter dem Namen ID. 2All – ID für Jedermann – und unter dem Motto ''For the People'' war das neue bezahlbare Einstiegsmodell in die Elektromobilität im März 2023 vorgestellt worden. Und vieles von dem, was Markenchef Thomas Schäfer damals versprochen hatte, erfüllt das Serienmodell, zeigt unsere erste Ausfahrt durch den Wienerwald: Der ID.Polo bietet für ein Auto von 4,05 Metern Länge erstaunlich viel Platz und Fahrkomfort, es lässt sich zumindest mit dem 155 kW oder 211 PS starken Frontmotor der aktuellen Topversion (ein GTI wird später noch einiges mehr bieten) herzerfrischend agil bewegen.

Und die Insassen erfreuen sich dabei Qualitäten, die in der kurzen Ära von Konzernchef Herbert Diess und beim ID.3 der ersten Generation vorübergehend verloren gegangen waren: Liebe zum Detail, Bedienerfreundlichkeit und Praktikabilität sowie eine hohe Aufenthaltsqualität.

Es gibt wieder Schalter nicht nur für alle vier elektrischen Fensterheber, für die Regelung der Luftzufuhr oder die Lautstärke des Infotainmentsystems. Die Oberflächen im Innenraum sind wieder mit hochwertig anmutenden Materialien bezogen – und nebenbei ein wenig Spaß: auf Wunsch werden die Fahrinformationen in digitaler Form im Stil der 1980er-Jahre, wie beim VW Polo der zweiten Generation, angezeigt. Bei Designchef Andreas Mindt firmiert dies unter "Secret Sauce" – das wohltuende Gefühl, bei aller Disruption und Transformation nicht seine automobilen Wurzeln kappen zu müssen.

Fahrdynamik auf höchstem Niveau

Wobei der Wechsel zum Elektroantrieb viele Vorteile bringt. Und das nicht nur in Form eines großzügigeren Platzangebots. Vor allem die hohe Laufruhe des Antriebs und die schnelle Reaktion des Antriebs auf die Befehle, die der rechte Fuß an das Fahrpedal sendet, kann begeistern. Wer auf den kurvigen Bergpassagen rund um Wien das Pedal durchdrückt, spürt sofort: Hier schiebt kein müder Verlegenheitsstromer an.

Verantwortlich für den flotten Vortrieb ist die von Volkswagen neu konstruierte permanenterregte Synchronmaschine namens APP290. Sie bringt gerade einmal 75 Kilogramm auf die Waage, stemmt aber im gefahrenen Topmodell stramme 290 Newtonmeter Drehmoment auf die Vorderachse. Im Zusammenspiel mit den 155 kW (211 PS) der Spitzenversion zoomt sich der ID.Polo in flotten 7,1 Sekunden auf Tempo 100. Noch wichtiger für den automobilen Alltag: Auch Überholmanöver auf der Landstraße gehen mühelos und ohne jede Verzögerung von der Hand. Bei 160 km/h regelt die Elektronik sanft ab – während manche Konkurrenten schon bei 135 oder 150 km/h die Segel streichen, schwimmt der elektrische Polo damit auf der Autobahn souverän mit.

Fahrdynamisch profitiert der ID.Polo spürbar vom niedrigen Schwerpunkt der im Unterboden verbauten Batteriepacks. Das speziell abgestimmte Fahrwerk mit McPherson-Vorderachse und einer leichten Verbundlenker-Hinterachse bügelt fiese Querfugen und Schlaglöcher gelassen weg, ohne den Wagen je schwammig wirken zu lassen.

Dazu passt das neue One-Box-Bremssystem mit Scheibenbremsen an allen vier Rädern: Es beendet das beim heckgetriebenen und mit Trommelbremsen ausgerüsteten VW ID.3 mitunter kritisierte synthetische Pedalgefühl und liefert einen sauberen, präzisen Druckpunkt. Wer mag, schaltet über den rechten Lenkstockhebel in die Fahrstufe "B" und genießt vollwertiges One-Pedal-Driving bis zum Stillstand – ideal für den Stadtverkehr. Zudem rollt der ID.Polo extrem leise ab; ein Fahrgeräusch von nur 66 dB(A) sorgt für Oberklasse-Ruhe in der Hütte.


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