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Klare Akku-Empfehlung: Bitte die große Packung!

Bei den Energiespeichern wird Volkswagen erstmals die zusammen mit der Konzerntochter PowerCo entwickelte Einheitszelle in Cell-to-Pack-Bauweise nutzen – die allerdings erst später zum Einsatz kommt. Aktuell kommen Batteriezellen von Gotion aus dem chinesischen Hefei zum Einsatz.

Zur Wahl stehen dabei zwei Speichergrößen – und hier trennt sich für Autokäufer die Spreu vom Weizen: Für die Basisversionen Trend (85 kW / 116 PS) und die kleineren Life- sowie Style-Modelle (99 kW / 135 PS) sieht VW einen 37-kWh-Akku mit LFP-Zellchemie vor. Der schafft auf dem Prüfstand zwar zwischen 323 und 331 Kilometer, lädt mit maximal 88 kW am DC-Schnelllader. Dieser kleine Akku taugt somit primär für urbane Pflegedienste, Lieferflotten – oder als reiner City-Zweitwagen für die tägliche Pendelstrecke zum Supermarkt.

Wer den ID.Polo als echten Allrounder nutzen will, sollte zum 52-kWh-Akku (NMC) greifen. Erst mit dieser Batterie und der 155-kW-Maschine wird der Stromer zum vollwertigen Reisebegleiter: Bis zu 454 Kilometer Reichweite nach WLTP machen auch längere Etappen entspannt planbar.

Am Schnelllader fließt der Strom mit bis zu 105 kW, womit der Akku unter optimalen Bedingungen in rund 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt ist. Obendrein dürfen die 155-kW-Varianten gebremste Anhänger von bis zu 1.200 Kilogramm an den Haken nehmen – genug für einen kompakten Wohnwagen oder den Grünschnitt-Anhänger. Und dank serienmäßiger PowerSocket-Funktion dient der Wagen über die Ladebuchse als fahrende Powerbank mit bis zu 3,6 kW Leistung, um E-Bikes oder Camping-Equipment zu versorgen.

Der Blick zur Konkurrenz: Wer hat das Nachsehen?

Dass Volkswagen mit dem ID.Polo spät zur Kleinwagen-Party kommt, entpuppt sich als Vorteil – die Wolfsburger konnten die Schwächen der Konkurrenz studieren. Der stylische Renault 5 E-Tech (Praxistest) etwa punktet zwar mit Retro-Charme und ähnlich sportlichem Antritt, bietet aber im Fond spürbar weniger Knie- und Kopffreiheit. Mit satten 441 Litern Kofferraumvolumen (bei umgeklappter Rückbank sind es 1.240 Liter) deklassiert der ID.Polo den Franzosen als Raumwunder regelrecht.

Die Stellantis-Fraktion rund um den Opel Corsa Electric und Peugeot e-208 wirkt technisch mittlerweile leicht angegraut, bietet langsamere Ladekurven und ein spürbar unruhigeres Fahrwerk. Und der Citroën ë-C3 mag mit Kampfpreisen locken, versprüht im Innenraum aber das Flair einer Sparkassenfiliale, während der VW mit solider Materialauswahl, Recycling-Stoffen und moderner Displaylandschaft schon fast Golf-Niveau atmet. Am gefährlichsten könnte dem VW ID.Polo noch der MG 4 Urban werden, der zum Startpreis von 24.990 Euro einen 43 kWh-Akku mit einer Antriebsleistung von 110 kW oder 149 PS kombiniert.

Hoher Preis schreckt Erstbesteller nicht

In Summe aber bleibt festzuhalten: Volkswagen hat seine Hausaufgaben gemacht: Der ID.Polo kombiniert die Tugenden klassischer Wolfsburger Bestseller – hohe Praktikabilität, klasse Fahrkomfort und intuitive Bedienung – mit einem modernen, agilen E-Antrieb. Die Rückkehr zu echten Tasten, durchdachten Details und die charmante Prise Retro-Nostalgie tun dem Auto sichtlich gut.

Aber ein Discounter-Schnäppchen ist der Wagen keineswegs. Wer den ID.Polo in der mittleren Style-Version mit 52 kWh-Akku ordert, landet auf Stahlrädern und einem Basispreis von 33.785 Euro. Und viele Komfort-Extras wie Matrix-LED-Scheinwerfer, Assistenzpaket oder Panoramadach fehlen dann noch. Das scheint allerdings viele nicht zu schrecken: Wie es am Rande der Fahrpräsentation in Wien hieß, ordern die meisten Kunden vorkonfigurierte Fahrzeuge in der aktuellen Topversion Style zum Durchschnittspreis von 40.000 Euro.

Hinweis: Dieser Artikel ist am 9. September 2026 zuerst bei unserem Kooperationspartner Edison.media erschienen(öffnet im neuen Fenster).


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