Probefahrt mit VW ID.Life: Volksstromer mit Kinoleinwand und Espressomaschine

Der Volkswagen ID Life soll zum Einstiegsauto für die Generation E werden - ab Frühjahr 2025. Wir haben eine Runde mit dem Elektroauto gedreht.

Ein Bericht von Thomas Geiger/Edison.media veröffentlicht am
Der VW ID.Life ist bislang nur eine Konzeptstudie.
Der VW ID.Life ist bislang nur eine Konzeptstudie. (Bild: Volkswagen)

Es ist grau und kühl auf der kleinen Teststrecke im Wolfsburger VW-Werk. Doch für Dzemal Sjenar strahlt trotzdem die Sonne. Denn nur wenige Tage nach der Weltpremiere auf der IAA Mobility bittet der oberste Prototypenbauer der Niedersachsen heute zum ersten Test mit seinem jüngsten Baby und schickt hinter meterhohen Zäunen und drei Sicherheitsschleusen den ID.Life auf seine Jungfernfahrt mit einer ausgewählten Schar von Journalisten.

Inhalt:
  1. Probefahrt mit VW ID.Life: Volksstromer mit Kinoleinwand und Espressomaschine
  2. Leinwand aus dem Armaturenbrett
  3. Rückkehr zum preiswerteren Frontantrieb

Zwar dauert es noch fast vier Jahre, bis der kleine Stromer in Serie geht und in größeren Stückzahlen auf die Straße rollt. Doch sind der Wagen und seine Botschaft für die Wolfsburger zu wichtig, um bis dahin in Schweigen zu verharren. Schließlich soll der Elektro-Zwerg als neues Einstiegsmodell der ID-Familie dem Namen "Volkswagen" wieder gerecht werden und die Elektromobilität auch für Normalverdiener erschwinglich machen.

Denn bei aktuell mindestens 35.460 Euro für den ID.3 ist Volkswagen von volkstümlichen Preisen weit entfernt. Das Geschäft mit größeren Stückzahlen zu kleineren Preisen muss der Konzern da Importeuren wie Renault, Honda oder Fiat, im schlimmsten Fall den Chinesen überlassen.

Kleiner Raumriese

War der Kleinwagen in München noch der große Star, wirkt er auf dem Testgelände im Herzen des Werkes fast schon verloren. Schließlich ist er mit seinen 4,09 Metern Länge fast 20 Zentimeter kürzer als der ID.3. Und das bisschen mehr Bodenfreiheit, das ihn näher an einen T-Cross rückt als an den gleich langen Polo, hebt ihn auch nicht wirklich in den Blickpunkt - da können seine Kulleraugen, die vorne wie hinten bis auf die Farbe absolut symmetrisch sind und verdächtig an den Honda E erinnern, noch so charmant grinsen.

  • Der ID.Life soll 2025 für einen Einstiegspreis von 20.000 Euro auf den Markt kommen. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Die Innenausstattung ist stark reduziert. Es gibt aber eine herausfahrbare Leinwand und einen Videobeamer. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Das Platzangebot im Fond sieht beengt aus. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Für Fronthaube und Dach gibt es spezielle Luftkammer-Textilien mit Reißverschlüssen. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Der ID.Life ist bislang nur eine Studie und kein Produktionsfahrzeug. (Foto: Friedhelm Greis)
Der ID.Life soll 2025 für einen Einstiegspreis von 20.000 Euro auf den Markt kommen. (Foto: Friedhelm Greis)
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Doch spätestens bei der Sitzprobe ändert sich das Bild - und zwar radikal. Denn wie alle dezidierten Elektroautos ist auch der ID.Life ein Raumriese: Hinten wähnt man sich deshalb bei 2,65 Metern Radstand besser aufgehoben als in jedem Golf. Und vorne kommt fast Bulli-Gefühl auf - so luftig ist der umbaute Raum.

Keine Schalter, keine Taster, keine Anzeigen

Das liegt allerdings auch am radikal reduzierten Cockpit, gegen das selbst die auch schon ziemlich kahle Armaturentafel des ID.3 hoffnungslos überladen aussieht. Nicht nur, dass es im ID.Life praktisch keine Schalter und keine Taster mehr gibt. Auch die Anzeigen haben Sjenar und seine Truppe eingespart. Und selbst das Lenkrad überlebt in dieser Vision und wie bei Tesla nur noch als Lenkhorn.

Die einzigen Sensorflächen gibt es noch im Zentrum des Lenkrades. Alle Anzeigen laufen wahlweise übers Head-Up-Display oder das mitgebrachte Smartphone. Und die allermeisten Kommandos flüstert man dem ID.Life über die Sprachsteuerung ein.

Schon damit beamt VW künftige Kunden in eine neue Welt. Doch wirklich spannend wird es erst, wenn der ID.Life vom Fahrzeug zum Stehzeug wird.

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Leinwand aus dem Armaturenbrett 
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Dwalinn 07. Okt 2021

Wenn ein Polo 16k kostet bzw. 22k wenns mit Automatik sein soll, dann sind 20k für ein...

Dwalinn 07. Okt 2021

Projektor und drehsitze sind bestimmt Sonderausstattung (wenn sie überhaupt kommen) aber...

Dwalinn 07. Okt 2021

Also der Zoe (mit kleinem Akku ohne Schnelladung) ist ja mit 30k noch halbwegs günstig...

Kawim 05. Okt 2021

Du könntest Recht haben und die Autos die ich gefahren bin haben mir absichtlich falsche...



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