Probefahrt mit VW ID.Buzz: Nicht billig, aber bullig

Der neue VW ID.Buzz soll moderne Elektromobilität mit Retrocharme verbinden. In einem wichtigen Punkt hängt er die Konkurrenz deutlich ab.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Der ID.Buzz Pro überzeugt mit einem niedrigen Verbrauch.
Der ID.Buzz Pro überzeugt mit einem niedrigen Verbrauch. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Wenn es ein Modell gibt, auf das Elektroauto-Fans schon seit Langem gewartet haben, dann ist es wohl der ID.Buzz. Zwar sind inzwischen schon einige vollelektrische Kleinbusse auf dem Markt, aber in Sachen Preis oder Leistung haben uns weder der EQV von Mercedes-Benz (g+) noch der Opel Zafira-e (g+) überzeugt.

Schafft Volkswagen das nun mit der elektrischen Variante des legendären Bulli? Auf einer ersten Probefahrt in und um Kopenhagen in der fünfsitzigen Pro-Version hat uns der ID.Buzz in vielerlei Hinsicht gut gefallen. Bei einigen Kaufargumenten für einen Transporter muss VW derzeit aber noch passen.

Fünfeinhalb Jahre ist es her, seit VW in Detroit die erste Studie des ID.Buzz vorgestellt hat. Der vollelektrische VW-Bus sollte dabei wieder verstärkt an die eher rundlichen Karosserien der ersten Modelle T1 und T2 erinnern. Zudem sollte vom Frontmotor, wie er seit dem T4 üblich ist, wieder auf Heckantrieb gewechselt werden.

Nicht besonders retro

Doch besonders retro ist der ID.Buzz am Ende nicht geworden. Wer einmal einen T2 aus den 1970er Jahren gefahren hat, schätzte nicht nur die erhöhte Position vom Fahrersitz, sondern auch die direkte Nähe zur Fahrbahn. Der Abstand zwischen Lenkrad und Windschutzscheibe war kurz und hinter der Scheibe hörte der VW-Bus praktisch auf, die Karosserie fiel senkrecht ab. Das geht heutzutage schon alleine aus Sicherheitsgründen nicht mehr, Stichwort Knautschzone. Zudem muss VW die gesamte Klimatechnik und Steuerungselektronik unter dem tief gezogenen Armaturenbrett unterbringen.

Stellenmarkt
  1. Ingenieur (w/m/d) Kommunikationstechnik
    Deutscher Bundestag, Berlin
  2. IT-Engineer / Administrator Network Services (m/w/d)
    GILDEMEISTER Beteiligungen GmbH, Bielefeld
Detailsuche

Doch bei einem Elektroauto besteht noch ein anderes Problem: Die Frontpartien des T2 oder T3 haben den cw-Wert einer Schrankwand. Verbunden mit der großen Stirnfläche führt dies zu einem sehr hohen Luftwiderstand. Kein Zufall, dass sowohl der EQV als auch der Zafira-e bei unseren Tests im Winter rund 30 Kilowattstunden (kWh) pro 100 km benötigten.

Gute Aerodynamik

Während der EQV dies mit einem großen Akku von 90 kWh kompensieren kann, ist die Kapazität des ID.Buzz mit 77 kWh um fast 15 Prozent geringer. Dennoch soll die WLTP-Reichweite des VW-Modells mit 423 km diejenige des EQV um 67 km, umgerechnet 19 Prozent, übertreffen. Damit wäre der ID.Buzz deutlich effizienter als der EQV und ebenfalls langstreckentauglich.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Erreichen will VW das mit einer aerodynamischen Karosserie, die einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,285 erzielt. Das entspricht exakt dem cw-Wert eines Opel Astra. Beim klassischen T1 lag der Wert noch bei 0,44. Der ID.Buzz schafft das aber nur, weil die Windschutzscheibe ebenso wie bei den neueren Modellen wie dem T6 recht schräg verläuft. Nur die fast senkrecht stehende Fronthaube erinnert entfernt an die ersten Bullis.

  • Die Bulli-Parade geht weiter: Der vollelelektrische ID.Buzz führt die Tradition der VW-Transporter fort. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die drei Desing-Streifen am Heck sollen den Bus dynamisch wirken lassen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch wenn es aus dieser Perpektive täuschen mag: Der ID.Buzz ist breiter als hoch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit 4,7 m ist der ID.Buzz für einen Transporter eher kurz. Eine längere Version soll folgen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zunächst ist der ID.Buzz Pro nur als Fünfsitzer verfügbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Innenausstattung wirkt nicht so billig wie bei den anderen ID-Modellen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Rücksitze sind zwar umklappbar und lassen sich etwas verschieben. Aber herausnehmbar sind sie nicht. (Foto: Volkswagen)
  • Das Platzangebot für die Passagiere ist gut. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit umgeklappten Sitzbänken beträgt das Ladevolumen 2.205 Liter. (Foto: Volkswagen)
  • Für die Passagierversion gibt es eine stabile zweite Ebene. Mit umgeklappten Sitzen bietet sich dann eine breite Fläche zum Übernachten. (Foto: Volkswagen)
  • Unter dieser Zwischenebene lassen sich auch die Ladekabel unterbringen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Den ID.Buzz Cargo gibt es wahlweise mit einer Sitzbank vorne für drei Personen oder mit zwei Einzelsitzen. (Foto: Volkswagen)
  • In die Cargo-Version passen zwei Europaletten hinein. Das Ladevolumen beträgt 3.900 Liter. (Foto: Volkswagen)
  • Unter der Fronthaube ist kein Platz für weiteren Stauraum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ungewöhnlich ist die Position der Kamera am unteren Ende der Frontscheibe. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Radarsensor ist in das Rautenmuster integriert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Wulst für die Kameraeinheit ist aus der Fahrzeugkabine gut zu sehen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die maximale Ladeleistung des ID.Buzz beträgt 170 kW. (Foto: Volkswagen)
  • Die Bedienelemente sind fast identisch mit denen der übrigen ID-Modelle. (Foto: Volkswagen)
  • Das kleine Fahrerdisplay mit 5,3 Zoll bietet nur wenige Informationen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Nur gegen Aufpreis ist das zentrale Display mit 12 Zoll Bilddiagonale und Navigationssystem Discover Pro erhältlich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Mittelkonsole kann herausgenommen und in den Fond verschoben werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Halterung für Tablet oder Getränke für die Fondpassagiere wirkt etwas klapprig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der ID.Buzz wird bei 145 km/h abgeregelt. Viel zu schnell für dänische Autobahnen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf Karten lassen sich die Ladestationen in der Umgebung anzeigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Rundumsicht ist zwar gut, doch Kameras erleichtern das Einparken. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der ID.Buzz verfügt über die Softwareversion 3.2 mit vielen neuen Funktionen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Hauptmenü ist jedoch unverändert geblieben. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die neue Software ermöglicht unter anderem bidirektionales Laden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Verbrauch war auf der Testfahrt mit 18,6 Kilowattstunden erstaunlich niedrig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die ID-Software kann inzwischen die Ladestopps in der Routenplanung berücksichtigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Einbindung von Android Auto über Bluetooth und WLAN funktionierte problemlos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Schon 12.500 Käufer hat VW für den ID.Buzz gewinnen können. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Die Bulli-Parade geht weiter: Der vollelelektrische ID.Buzz führt die Tradition der VW-Transporter fort. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Überraschend niedrig war daher der Verbrauch auf der knapp 170 km langen Fahrt bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad Celsius.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Niedriger Verbrauch - zumindest im Sommer 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


gadthrawn 14. Sep 2022 / Themenstart

Und dann triffst du auf Vendor-Locked-In Systeme ala Tesla.

gadthrawn 14. Sep 2022 / Themenstart

Na dann mal mit den Worten von e-Enthusiasten: Es ist absurd ein Auto zu kaufen für...

gadthrawn 14. Sep 2022 / Themenstart

Lustigerweise sind die Tanks in einem BMW tatsächlich winzig, da das für den...

gadthrawn 14. Sep 2022 / Themenstart

KBA. Sie verkaufen sich schlecht. Heißt: Ja jemand will sie. Aber kaum jemand der sagt...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Die große Umfrage
Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023

Golem.de und Statista haben 23.000 Fachkräfte nach ihrer Arbeit gefragt. Das Ergebnis ist eine Liste der 175 besten Unternehmen für IT-Profis.

Die große Umfrage: Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023
Artikel
  1. Smart-Home-Hub: Ikea Dirigera für rund 60 Euro gelistet
    Smart-Home-Hub
    Ikea Dirigera für rund 60 Euro gelistet

    Ikea hat das Smart-Home-Hub Dirigera auf seiner Website angekündigt. Das Gerät ist für den Matter-Standard geeignet.

  2. Elektrosportwagen: Maserati Granturismo Folgore ist so flach wie ein Verbrenner
    Elektrosportwagen
    Maserati Granturismo Folgore ist so flach wie ein Verbrenner

    Der Elektrosportwagen Maserati Granturismo Folgore ist von einem Verbrenner nicht zu unterscheiden, wenn da nicht die fehlenden Auspuffrohre wären.

  3. Google: 4K-Inhalte könnte es bei Youtube bald nur noch im Abo geben
    Google
    4K-Inhalte könnte es bei Youtube bald nur noch im Abo geben

    Google testet derzeit bei Youtube, ob Zuschauer bereit wären, für 4K-Inhalte extra zu bezahlen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn Gutscheinheft • Günstig wie nie: LG OLED 48" 799€, Xbox Elite Controller 2 114,99€, AOC 28" 4K UHD 144 Hz 600,89€, Corsair RGB Midi-Tower 269,90€, Sandisk microSDXC 512GB 39€ • Bis zu 15% im eBay Restore • MindStar (PowerColor RX 6700 XT 489€) [Werbung]
    •  /