Probefahrt mit Volvos Polestar 2: Warum mir das Model 3 besser gefällt

Der neue Polestar 2 von Volvo soll ein ernsthafter Konkurrent für das Tesla Model 3 sein. Doch eine erste Probefahrt zeigt einige Nachteile auf.

Ein Bericht von Björn Schäfer veröffentlicht am
Der Polestar 2 ist inzwischen in Deutschland erhältlich.
Der Polestar 2 ist inzwischen in Deutschland erhältlich. (Bild: Björn Schäfer)

Ist der neue Polestar 2 des chinesisch-schwedischen Autokonzerns Volvo/Geely tatsächlich ein Konkurrent für Teslas Model 3? Da ich den Tesla seit gut einem Jahr fahre und für Golem.de schon einmal von einer Fahrt ans Nordkap berichtet habe, hat mich der direkte Vergleich interessiert. In Frankfurt am Main gibt es inzwischen die Möglichkeit, den neu auf den Markt genommenen Polestar zur Probe zu fahren. Nun gibt es gleich mehrere Gründe für mich, vorerst nicht von einem Tesla auf einen Polestar zu wechseln.

Inhalt:
  1. Probefahrt mit Volvos Polestar 2: Warum mir das Model 3 besser gefällt
  2. Eingezwängt wie im Flugzeugcockpit
  3. Fazit

Die beiden Elektroautos sind sich in etlichen Punkten sehr ähnlich. Der Polestar 2 ist wie das Model 3 eine Schrägheck-Limousine, die von zwei Elektromotoren angetrieben wird. Diese ermöglichen einen Allradantrieb mit einer Leistung von 300 Kilowatt und einem Drehmoment von 660 Newtonmeter. Aus dem Stand beschleunigt das Auto in weniger als fünf Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde.

Teurer trotz geringerer Reichweite

Der Polestar verfügt über einen Akku mit einer Speicherkapazität von 78 Kilowattstunden (kWh). Die Reichweite beträgt nach dem WLTP-Zyklus 470 Kilometer. Geladen wird mit Leistung bis zu 150 kW Gleichstrom oder 11 kW Wechselstrom. Das Elektroauto kostet in der Basisversion knapp 58.000 Euro. der Testwagen mit Performance Paket und Anhängerkupplung knapp 61.000 Euro.

Das Model 3 ist in meiner Version LR AWD mit Performance Upgrade ein bisschen stärker (340 kW), ein bisschen schneller (3,4 s von 0 auf 100 km/h) und hat eine Reichweite von 530 Kilometern. Dabei wiegt es mit 1.967 kg rund 150 kg weniger als der Polestar und ist mit einem Preis von 59.000 Euro (in meiner Konfiguration) etwas günstiger. Der Polestar ist das erste Serienfahrzeug mit Android Automotive OS. Andere Hersteller haben bereits angekündigt, diese ebenfalls nutzen zu wollen.

  • Der Polestar 2 wird vom chinesisch-schwedischen Konzern Volvo/Geely produziert. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Fließheck-Limousine gilt als ernstzunehmender Konkurrent für das Tesla Model 3. (Foto: Björn Schäfer)
  • Über der Mittelkonsole ist ein senkrecht angebrachter Touchscreen mit 11,12 Zoll Diagonale angebracht. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Mittelkonsole ist sehr wuchtig. Man fühlt sich etwas eingeengt. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Sicherheitsgurte der Performance Edition sind gelb. (Foto: Björn Schäfer)
  • Im Fond ist nicht mehr viel Platz für Kinder, wenn vorne große Personen sitzen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Das Lenkrad ist deutlich wuchtiger als beim Model 3, verfügt dafür über eine Heizung. (Foto: Björn Schäfer)
  • Das Display des Armaturenbretts lässt sich konfigurieren. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Polestar 2 ist das erste Auto mit Android Automotive OS. (Foto: Björn Schäfer)
  • Über das Betriebssystem sind Fahrzeugdaten, Radiosender oder auch eine große Navigationsansicht zuschaltbar. (Foto: Björn Schäfer)
  • Es gibt erst wenige Apps wie Google Maps. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Verarbeitung im Innenraum ist wertiger als beim Model 3. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Außenspiegel verfügt über einen optischen Totwinkelassistenten. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Ladeboden im Kofferraum lässt sich senkrecht teilen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Im vorderen Kofferraum ist immerhin Platz für das Ladekabel. (Foto: Björn Schäfer)
  • Bei der Performance Edition gibt es 20-Zoll-Felgen. (Foto: Björn Schäfer)
Der Polestar 2 wird vom chinesisch-schwedischen Konzern Volvo/Geely produziert. (Foto: Björn Schäfer)

Besseres Fahrwerk

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Die Beschleunigung des Polestar liegt nahe an derjenigen des Model 3 Performance und reicht mir vollkommen aus. Die Bremsen sind allerdings deutlich besser als beim Model 3 LR. Zwar konnte ich die Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h auf der Autobahn nicht ausfahren, doch bei 190 km/h liegt der Polestar tadellos auf der Straße.

Das Fahrwerk erinnert dabei weniger an einen Sportwagen, sondern eher an eine Limousine zum Cruisen. Dessen Abstimmung gefällt mir besser als beim Model 3, der sehr hart auf der Straße liegt. Ein Test der Fahrassistenzsysteme wie die adaptive Geschwindigkeitsregelung war im teilweise dichten Verkehr bei der Probefahrt leider nicht möglich. Es gibt allerdings keinen Autopilot, der mit Teslas System vergleichbar wäre. Der Pilot Assist unterstützt den Fahrer durch sanftes Eingreifen in die Lenkung dabei, den Polestar 2 in der Mitte der Fahrspur zu halten. Als Vorteil empfinde ich den Totwinkelassistenten mit optischer Einblendung im Spiegel, das macht Tesla nur akustisch.

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Eingezwängt wie im Flugzeugcockpit 
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Vertox 04. Sep 2020

"Leider versagt Polestar meiner Ansicht nach komplett beim Onboard Entertainment (kein...

gadthrawn 02. Sep 2020

Genau das wundert mich. Ich habe weder in den 3 noch S bequem gepasst... aber es soll...

barni_e 02. Sep 2020

genauso werde ich das machen.

ThomasSV 31. Aug 2020

1. Was Pferde an CO2 ausfurzen, haben sie vorher als gebundenes CO2 gefressen. Da das ein...

berritorre 31. Aug 2020

Gut, das kann ich nicht beurteilen. Bin seid einigen Jahren keinen VW mehr gefahren. Mein...



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