Probefahrt mit Vivaro-e Hydrogen: Der Opel mit den drei Gastanks

Opel bietet noch in diesem Jahr einen Transporter mit Brennstoffzellenantrieb an. Wir sind den Vivaro-e Hydrogen Probe gefahren und haben uns die Produktion angeschaut.

Ein Bericht von Dirk Kunde veröffentlicht am
Den Opel Vivaro-e Hydrogen hat drei Wasserstofftanks.
Den Opel Vivaro-e Hydrogen hat drei Wasserstofftanks. (Bild: Dirk Kunde)

Es ist sowohl ein Versuch als auch ein Kompromiss. Noch lohnt sich keine eigene Produktionsstraße für die Brennstoffzellenversion des Opel Vivaro. Somit werden batterie-elektrische Versionen bei der Abteilung Opel Special Vehicles angeliefert und dann umgerüstet.

Inhalt:
  1. Probefahrt mit Vivaro-e Hydrogen: Der Opel mit den drei Gastanks
  2. Zuladung und Ladevolumen unverändert

Die Transporter stehen an Arbeitsstationen in einer Halle auf dem Opel-Gelände in Rüsselsheim. Arbeiter demontieren die elektrische Antriebseinheit aus der Front sowie den Akku aus dem Boden. Letzterer wird durch drei Wasserstofftanks mit jeweils 25 mm Wandstärke ersetzt. Die drei Röhren sind in einem Rahmen befestigt, dessen Größe dem Akku entspricht. Er wird an denselben Stellen wie der Akku mit dem Fahrzeug verschraubt. E-Motor und Leistungselektronik werden um eine Brennstoffzelle mit Protonen-Austausch-Membranen ergänzt und eingebaut.

Kombination aus Akku und Brennstoffzelle

"In der Phase des Hochfahrens dieser Technologie haben wir uns für ein Mid-Power-Concept entschieden", sagt Lars Peter Thiesen, Manager für die Brennstoffzellenstrategie bei Stellantis, dem neuen Mutterkonzern von Opel. Die Brennstoffzelle ist mehr als ein Range-Extender. Doch mit 45 kW Leistung gehört sie nicht zu den stärksten.

Zum Vergleich: Im Toyota Mirai arbeitet eine Zelle mit 128 kW und im Hyundai Nexo eine mit 95 kW. Beide Pkw transportieren keine 1.000 kg Zuladung. Bei Beschleunigung, Überholvorgängen sowie der Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h hilft ein 10,5-kWh-Lithium-Ionen-Akku. Er ist unter den beiden Frontsitzen montiert und stammt aus der E-Version des Peugeot 508.

Auch elektrisches Nachladen möglich

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Zum Kompromiss gehört auch, dass man diesen Akku mit einem Typ-2-Stecker (11 kW) aufladen kann. Sind die 50 km Akkureichweite verbraucht, kann man nachladen. Dafür findet sich schneller eine Ladesäule als eine Wasserstofftankstelle. Laut H2 Mobility liefern in Deutschland 95 Tankstellen gasförmigen Wasserstoff.

Sind die drei Tanks im Boden mit maximal 4,4 kg Wasserstoff gefüllt, liegt die Gesamtreichweite bei 400 km nach dem Prüfzyklus WLTP. Ein vollständiger Tankvorgang soll drei Minuten dauern. Beim Praxistest an der Shell-Station in Weiterstadt landen innerhalb von zwei Minuten nur 1,72 kg in meinen Tanks. Das mag daran liegen, dass an diesem Tag ein halbes Dutzend Vivaro-e dort tanken.

  • Der Vivaro-e Hydrogen ist ein Kleintransporter mit Brennstoffzellenantrieb. (Foto: Opel)
  • Damit besetzt Opel eine sehr kleine Nische auf dem Markt. (Foto: Opel)
  • Opel bietet das Fahrzeug in zwei Größen: M ist 4,96 m lang, L hat einen längeren Überhang und kommt so auf 5,31 m. (Foto: Opel)
  • Wasserstofftankstellen sind rar gesät: Im Juni 2022 gibt es 95 in ganz Deutschland. (Foto: Opel)
  • Der Tankvorgang kann erst starten, wenn der erforderliche Druck aufgebaut ist. (Foto: Opel)
  • Bei einem aktuellen kg-Preis von 12,85 Euro für den Wasserstoff ist der Betrieb recht teuer. (Foto: Dirk Kunde)
  • Der Vivaro-e Hydrogen lässt sich zunächst für 700 Euro monatlich leasen. (Foto: Opel)
  • Das Platzangebot unterscheidet sich nicht von der Verbrennerversion. (Foto: Opel)
  • Der zusätzliche Akku lässt sich trotz der CSS-Buchse nur mit Wechselstrom laden. (Foto: Dirk Kunde)
  • Die drei Tanks fassen maximal 4,4 kg Wasserstoff. (Foto: Opel)
  • Der Innenraum unterscheidet sich nicht vom elektrischen Vivaro. (Foto: Opel)
  • Auch der Brennstoffzellenantrieb hat die drei Fahrmodi Eco, Normal und Power. (Foto: Opel)
  • Die Gesamtreichweite soll bei 400 km nach WLTP liegen. (Foto: Opel)
  • Opel baut den Wasserstoff-Vivaro in der Abteilung Special Vehicles in Rüsselsheim. (Foto: Dirk Kunde)
  • Die drei Tanks werden anstelle der Batterie im Unterboden eingebaut. (Foto: Dirk Kunde)
  • Die Brennstoffzelle liefert nur eine Leistung von 45 Kilowatt. (Foto: Dirk Kunde)
  • Aus dem Auspuff kommt nur Wasser. (Foto: Dirk Kunde)
  • Ein Brennstoffzellenantrieb benötigt viel Technik. (Foto: Dirk Kunde)
  • Opel will künftig 10.000 solcher Fahrzeuge jährlich produzieren. (Foto: Dirk Kunde)
  • Zunächst ist die Produktion aber auf 1.000 Stück im Jahr begrenzt. (Foto: Dirk Kunde)
Der Vivaro-e Hydrogen ist ein Kleintransporter mit Brennstoffzellenantrieb. (Foto: Opel)

Es dauert, bis die Säule den erforderlich Druck sowie die Temperatur erreicht hat. Bei meinem vorangegangenen Wasserstofftankstopp kostete das Kilogramm 9,50 Euro. Dieses Mal zeigt die Anzeige 12,85 Euro. Der Vivaro verbraucht circa 1,2 kg auf 100 km. Die Strecke kostet somit 15,42 Euro, was deutlich mehr als bei einem Elektroauto ist.

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Zuladung und Ladevolumen unverändert 
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Eheran 24. Jun 2022 / Themenstart

Weil es nur noch um Krach und hohe Zahlen ging. Gewünscht hätte ich mir trotzdem eine...

senf.dazu 18. Jun 2022 / Themenstart

Stimmt der Studien und des theorietisierenden Gefasels ist genug. Man muß solche Dinger...

geeky 18. Jun 2022 / Themenstart

Die LKW-Hersteller interessieren sich scheinbar auch für Elektifizierung: https://www.now...

Laoban 18. Jun 2022 / Themenstart

https://assets.siemens-energy.com/siemens/assets/api/uuid:03c38fba-c207-495e-9874...

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