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Software ersetzt Hardware

Insgesamt überrascht uns bei der Fahrt, wie schnell man sich an ein Fahrzeug ohne viele Hebel, Schalter und Armaturenbrett gewöhnt. Anders als bei den meisten Elektroautos ist es nicht erforderlich, zunächst die Bedienungsanleitung zu studieren, um überhaupt die Funktionen nutzen zu können. Das Auto wirkt dadurch im Innern sehr aufgeräumt und entspannend.

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Die wenigen Funktionen lassen sich über den Bildschirm schnell aufrufen und einstellen. Das geht über die Schnellsteuerung. Was uns aber gewundert hat: Es gibt dahinter keine "ausführliche Steuerung", die sich beispielsweise nur bei stehendem Fahrzeug nutzen lässt, um den Fahrer während der Fahrt nicht zu sehr abzulenken. Vermisst haben wir zudem die Möglichkeit, sich wie beim Model S beispielsweise den Stromverbrauch grafisch darstellen zu lassen. Diese Energie-App ist nun neben einem Webbrowser in der neuen Software-Version 9.0 enthalten.

Das Smartphone als Autoschlüssel

Damit entsprechen die digitalen Funktionen inzwischen recht genau denen des Model S. Da das Model 3 voll vernetzt ist, lassen sich beispielsweise Musikdienste streamen. Aber auch über USB und Bluetooth lassen sich Medien und Geräte einbinden. Über Bluetooth können zudem Telefonate über das eingebundene Smartphone geführt werden. Ebenso wie das Model S verfügt das Model 3 über ein WLAN-Modul, das vor allem für Software-Updates genutzt werden soll.

  • Das Model 3 ist seit etwa einem Jahr in den USA erhältlich. Häufig schließen die Türen nicht richtig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Limousine ist in vieler Hinsicht kein gewöhnliches Auto. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im Innenraum gibt es kaum Schalter und Hebel, dafür einen großen zentralen Bildschirm. (Foto: Karin Cooper)
  • Es gibt nur einen Hebel für Blinker (2) und Gangwahl (4) sowie zwei Scroll-Buttons (13, 15) am Lenkrad. (Grafik: Tesla)
  • Der Touchscreen hat zwei Bereiche. Zwei Drittel sind für die Navigation reserviert. (Foto: Karin Cooper)
  • Es gibt keinen Türschlüssel, sondern nur einen dünne Schlüsselkarte. (Foto: Tesla)
  • Zum Losfahren muss die Karte an einen Transponder in der Mittelkonsole gehalten werden. (Foto: Tesla)
  • Der Ladestecker in den USA unterscheidet sich vom europäischen Typ-2-Stecker. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • An einem Supercharger lässt sich mit bis zu 120 kW der 75-kWh-Akku aufladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Supercharger in Petaluma verfügt inzwischen über 20 Ladesäulen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ist der Akku noch mehr als halb voll, lädt er nur mit einer deutlich geringeren Leistung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Model 3 hat acht Kameras, zwei davon an den beiden vorderen Kotflügeln. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zusätzlich gibt es zwölf Ultraschallsensoren und ein Radar. (Grafik: Tesla)
  • Im vorderen Kofferraum findet sich Platz für die Ladeadapter. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Model 3 verfügt über ein Kofferraumvolumen von insgesamt 425 Litern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Es gibt keinen Türschlüssel, sondern nur einen dünne Schlüsselkarte. (Foto: Tesla)

Selbstverständlich lässt sich das Model 3 per App überwachen und teilweise steuern. Doch nicht nur das. Per Bluetooth lässt sich das Smartphone auch als Schlüssel verwenden. Das ist laut der (nicht mehr aktuellen) Bedienungsanleitung "der angenehmste Zugangsweg zu Ihrem Model 3, weil Sie es niemals aus der Tasche nehmen müssen". Die entsprechenden Funktionen lassen sich in der App aktivieren. Dann öffnet und schließt das Fahrzeug, wenn sich der Fahrer annähert oder vom Auto entfernt.

Hardware-Verzicht nicht immer sinnvoll

Bis zu drei Smartphones können auf diese Weise als Schlüssel genutzt werden. Diese Möglichkeit bietet nicht einmal das Model S. Tesla empfiehlt den Fahrern jedoch, zur Sicherheit immer die Schlüsselkarte parat zu haben. Der Handyschlüssel funktioniert übrigens auch, wenn das Gerät nicht entsperrt ist. Wer also sein Smartphone verliert, sollte schleunigst den Tesla-Support kontaktieren, um die App zu deaktivieren. Da einige Fahrer offenbar Probleme mit der Bluetooth-Verbindung hatten, will Tesla künftig wohl doch wieder einen richtigen Autoschlüssel mitliefern.

Das Beispiel macht deutlich: Beim Model 3 hat Tesla an vielen Stellen an Hardware gespart und sie durch Software ersetzt. Das funktioniert meist ganz gut. Warum braucht man einen Schalter für die Scheinwerfer, wenn er doch meistens auf Automatik steht? Selbst der Scheibenwischer lässt sich beim Model 3 nur dauerhaft über den Touchscreen ein- und ausschalten. Lediglich die Waschanlage startet per Tastendruck am Blinkerhebel. Zwar gibt es seit Januar 2018 auch eine Automatikfunktion in der Betaversion für die Scheibenwischer. Doch diese basiert auf Kameradaten, die laut Tesla-Nutzern im Dunkeln nicht immer zuverlässig sind.

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 Umständliche Bedienung ohne HebelGelungenes Elektroauto als Work in progress 
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Lasse Bierstrom 24. Dez 2018

Der Artikel ist interessant, aber wirkt auf mich übertrieben euphorisch... Ich kann...

sampleman 29. Okt 2018

Anders herum wird ein Schuh draus. Als Tesla vor sechs Jahren in die Massenproduktion...

norbertgriese 16. Okt 2018

Ich erwarte einen Börsengang mit neuen Aktien im Wert von ca. 3 Milliarden Dollar, was...

norbertgriese 16. Okt 2018

Natürlich hat das Model 3 eine Verkehrszeichenerkennung gehabt, aber wie so vieles bei...

ffx2010 16. Okt 2018

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