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Probefahrt mit Solarauto Sion: Nichts für Schattenparker

Der Sion von Sono Motors ist das wohl am besten geeignete Elektroauto für die Energiewende . Doch ein Erfolg des Münchner Startups ist alles andere als sicher.
/ Friedhelm Greis
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Der aktuelle Prototyp des Sion von Sono Motors (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der aktuelle Prototyp des Sion von Sono Motors Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Wer mit einem schwarzen Auto im Sommer einen Parkplatz sucht, hält bislang ganz selbstverständlich Ausschau nach einer schattigen Stelle unter einem Baum. Sollte sich das Konzept von Sono Motors und anderen Autoherstellern aber durchsetzen, werden künftig die begehrtesten Parkplätze in der prallen Sonne liegen.

Mit einer installierten Leistung von 1,2 Kilowatt (kW) an Solarzellen soll der Sion von Sono Motors seinen eigenen Strombedarf zu einem großen Teil decken. Den für die Markteinführung nötigen Finanzbedarf will das Münchner Startup nun mit einem Börsengang in New York bewerkstelligen, der 135 Millionen US-Dollar einbringen soll. Doch das Börsenprospekt hat es in sich.

Bei einem Besuch in der Firmenzentrale im nördlichen Stadtviertel Lerchenau führt Firmengründer Laurin Hahn stolz durch die Ahnengalerie des Unternehmens. Zusammen mit Jona Christians und Navina Pernsteiner hat Hahn von 2012 bis 2015 den ersten Prototyp des Sion in einer Garage entwickelt. Der Umbau des Renault Twingo hat den Solar-Bastlern gezeigt: Die erforderlichen Solarzellen, die möglichst unauffällig in die Karosserie integriert sein sollen, müssen selbst entwickelt werden.

Solarmodule fast nicht mehr sichtbar

Das Kapital für weitere Prototypen und Eigenentwicklungen besorgte sich das Startup in diversen Crowdfunding-Kampagnen. Die erste Runde brachte 850.000 Euro, "das war unglaublich viel Geld für uns" , sagt Hahn rückblickend. Damit sei die Firma gegründet worden. Erste Mitarbeiter wurden eingestellt.

In einem ersten Artikel von Golem.de im Juli 2017 zu den Plänen von Sono Motors hieß es noch: "Die Serienfertigung soll 2019 starten. Sonomotors hofft, bis 2027 eine sechsstellige Zahl von Fahrzeugen absetzen zu können." Der im Juli 2017 vorgestellte Prototyp steht ebenfalls in der Ahnengalerie und sieht noch sehr nach Bastelprojekt aus.

Die aktuellen, auf der CES 2021 vorgestellten Prototypen , Salt und Pepper genannt, verfügen bereits über die dritte Generation der Solarpaneele. Deren Gewicht hat sich im Laufe der Entwicklung von 20 auf 4 kg pro Quadratmeter reduziert. Dabei sind die Solarzellen nahtlos in die Karosserie eingearbeitet und optisch kaum noch von dieser zu unterscheiden. "Das Color-Matching wird in der Serie 100 Prozent sein" , erläutert Hahn. Das Ziel sei, dass die Module "fast nicht mehr sichtbar sind" .

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Peak-Leistung von 600 Watt möglich

Die installierte Leistung der 248 Zellen beim aktuellen Prototyp liegt bei 1,2 kW. Das entspricht allerdings nicht der maximalen Leistung, die die Zellen gleichzeitig liefern können. Denn wenn die Sonne voll aufs Dach scheint, erhalten die Türen entsprechend weniger Licht.

Sion von Sono Motors Probe gefahren
Sion von Sono Motors Probe gefahren (01:20)

Dabei verteilt sich die installierte Fläche zu einem Drittel aufs Dach und zu zwei Dritteln auf den Rest der Karosserie. Allerdings liefert das Dach die Hälfte des Stroms. In der Mittagszeit sei durchaus eine Peak-Leistung von 600 Watt möglich.

Doch erzeugen die Solarzellen im Alltag wirklich nennenswert Strom?

Bis zu 245 km Reichweite durch Solarstrom pro Woche

Ein jüngster Test des Hyundai Ioniq 5 brachte ein eher ernüchterndes Ergebnis. Mit einer Peakleistung von 205 Watt soll man laut Hyundai bis zu 2.000 km Reichweite im Jahr gewinnen können. Unser Testwagen hat in den drei Monaten seit der Zulassung allerdings nur 19 Kilowattstunden (kWh) erzeugt. Das reicht gerade einmal für 100 Kilometer.

Sono kalkuliert hingegen mit einer täglichen Stromerzeugung von 5,5 kWh, was einer durchschnittlichen Reichweite von 112 km in der Woche entspreche. In den Sommermonaten sollen es sogar 245 km pro Woche sein. Eine solche Reichweite ist in vielen Fällen durchaus ausreichend.

"Was machen die Menschen, die in der Stadt wohnen und keine eigene Ladestation haben?" , fragt Hahn. Wer sein Auto nicht gerade in der Tiefgarage oder unter einem dichten Laubdach abstellt, könnte daher auf eine eigene Wallbox verzichten.

Beim Sion haben die Solarmodule aber noch den Effekt, dass die Karosserie nicht lackiert werden muss. Dadurch spare man sich die kostenintensive und umweltbelastende Lackierstraße in der Produktion.

Bidirektionales Laden mit bis zu 11 kW

Erstaunlicherweise hat Hyundai noch ein weiteres Konzept von Sono Motors übernommen. Ebenso wie beim Ioniq 5 ist mit dem Sion ein bidirektionales Laden möglich. Auch in diesem Fall hat Sono das Konzept weiter geführt. Zum einen ist beim Sion kein unhandlicher Adapter erforderlich. Die entsprechende Steckdose befindet sich gleich neben der Ladebuchse im Kühlergrill. Zum anderen kann das Solarauto über einen Typ 2-Stecker sogar 11 kW abgeben. Beim Ioniq 5 ist die Leistung auf 3,6 kW begrenzt.

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Darüber hinaus bietet der Sion die Möglichkeit, den 54-kWh-Akku mit einem Heimenergie-Managementsystem (HEMS) zu koppeln. Dadurch kann beispielsweise überschüssiger Solarstrom vom Dach in den Akku eingespeist und bei Bedarf wieder abgerufen werden. Dazu will das Unternehmen eine günstige Wallbox auf den Markt bringen , die bidirektionales Laden ermöglicht, ohne selbst einen Wechselrichter zu benötigen. Denn dieser ist ohnehin schon im Auto integriert.

Das Konzept macht deutlich: Der Sion ist mehr als ein konventionelles Elektroauto, das einfach nur seinen Akku an der Ladesäule auflädt und durch die Gegend fährt. Das Auto soll darüber hinaus zwei Probleme der Elektrifizierung des Individualverkehrs angehen: die Erzeugung und Speicherung von erneuerbarem Strom. Ebenfalls soll die integrierte Car-Sharing- und Ride-Pooling-Funktion eine gemeinschaftliche Nutzung des Autos erleichtern.

Doch finden sich für dieses Konzept genügend Käufer, um die Produktion langfristig zu finanzieren? Und schafft es Sono Motors überhaupt, diese Produktion ins Laufen zu bringen?

Börsengang soll bis zu 156 Millionen Dollar bringen

Bislang hat Sion in mehreren Finanzierungsrunden 100 Millionen Euro eingenommen , um den seriennahen Prototyp zu entwickeln. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 bis Mitte dieses Jahres hat Sono Motors 108,8 Millionen Euro verbrannt, alleine 56,8 Millionen Euro im Jahr 2020. Doch bis zum Produktionsstart im ersten Halbjahr werden noch hunderte Millionen Euro zusätzlich benötigt.

Einen großen Teil davon will Sono Motors mit einem Gang an die New Yorker Börse einnehmen. Dabei will die niederländische Muttergesellschaft Sono Motors N.V. 10 Millionen Stammaktien zum Preis zwischen 14 und 16 US-Dollar anbieten. Dem Börsenprospekt zufolge(öffnet im neuen Fenster) rechnet das Unternehmen mit einem Nettoerlös in Höhe von 135,2 Millionen Dollar (116,7 Millionen Euro) bei einem erwarteten Preis von 15 Dollar. Der Erlös könnte auf 156,1 Millionen Dollar steigen, wenn die Investoren Kaufrechte für weitere 1,5 Millionen ausübten.

Anlegerrisiken auf 40 Seiten

Den Vorgaben der US-Börsenaufsicht SEC zufolge müssen die Aktienkäufer im Prospekt über mögliche Risiken für ihr Investment aufgeklärt werden. Und davon gibt es einige. Die Risikoeinschätzungen(öffnet im neuen Fenster) machen alleine 40 Seiten des Börsenprospekts aus. Damit will sich das Unternehmen rechtlich absichern, um bei einem Misserfolg Ansprüche der Anleger abzuwehren.

Elektroauto Sion (Firmenvideo)
Elektroauto Sion (Firmenvideo) (01:20)

Das derzeit bekannteste Risiko betrifft die Abhängigkeit vom Produktionspartner NEVS im schwedischen Trollhättan. So heißt es unter anderem, dass NEVS nicht die gesamte Belegschaft des schwedischen Autoherstellers Saab übernommen habe und die Mitarbeiter möglicherweise nicht das Qualitäts- oder Quantitätsniveau der ehemaligen Saab-Belegschaft erreichten. "Es gibt keine Garantie dafür, dass NEVS Fahrzeuge herstellt, die unseren Spezifikationen und Qualitätserwartungen entsprechen" , heißt es weiter.

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NEVS hat spezielles Kündigungsrecht

Problematisch könnte auch die Tatsache werden, dass NEVS dem chinesischen Immobilienkonzern Evergrande gehört, der in seinem Heimatland finanziell ins Straucheln geraten ist. Zum einen schließt Sono Motors nicht aus, dass Evergrande politischem oder wirtschaftlichem Druck ausgesetzt werden könnte, wenn sich das Verhältnis zwischen China und den USA verschlechtere. Ebenso könne von heute auf morgen das Management ausgetauscht werden.

Ein weiteres Risiko: In einer Vereinbarung mit Sono Motors behalte sich NEVS das Recht vor, "nach eigenem Ermessen zu kündigen, wenn wir einen neuen Hauptaktionär haben, der ein direkter Wettbewerber von NEVS oder Evergrande ist" . Evergrande hat kürzlich angekündigt, sich künftig auf Elektromobilität konzentrieren zu wollen .

Die aktuelle Schuldenkrise des chinesischen Konzerns könnte außerdem zur Folge haben, dass die schwedische Tochterfirma verkauft werden müsste. Dadurch könnte Sono Motors gezwungen werden, die Konditionen für die Produktion neu zu verhandeln oder gar die Belegschaft zu übernehmen.

Kein Wunder, dass sich das Münchner Startup schon nach anderen Standorten für die Produktion umschaut.

Noch kein geeigneter Ersatz für NEVS garantiert

"Obwohl wir mit zwei potenziellen alternativen Herstellern erste Sondierungsgespräche auf hochrangiger Ebene geführt haben, kann nicht garantiert werden, dass wir einen geeigneten Ersatz für NEVS sicherstellen können" , heißt es weiter.

Auf Anfrage von Golem.de versicherte Sono, die Produktion des Sion bei NEVS sei " von der Restrukturierung aktuell nicht betroffen und die Vorbereitungen der Produktionsanlagen für die Vorserienproduktion in 2022 und die Sion Serienproduktion im ersten Halbjahr 2023 laufen bereits planmäßig ". Sono erwartet, " dass wir auch in Zukunft mit NEVS als eigenständiger Produktionspartner für den Sion rechnen können ".

Selbst wenn es Sono gelingt, den Produktionsprozess zusammen mit seinen Zulieferern und NEVS erfolgreich zu starten, gibt es noch genügend weitere Risikofaktoren für das Startup. Zwar gibt es inzwischen schon 16.000 kostenpflichtige Reservierungen(öffnet im neuen Fenster) für den Sion, doch diese können ohne finanzielle Verluste wieder storniert werden. Zudem gibt es 15.000 Reservierungen von Geschäftskunden, für die keine Anzahlung erforderlich war.

Finanzbedarf von 354 Millionen Euro bis zum Produktionsbeginn

Allein die Umwandlung der kostenpflichtigen Reservierungen in komplette Aufträge würde dem Unternehmen Einnahmen in Höhe von 342 Millionen Euro bescheren. Laut Börsenprospekt braucht Sono zwischen September 2021 und dem ersten Halbjahr 2023 mindestens 354 Millionen Euro für zusätzliche Entwicklungsaktivitäten, den Serienstart im ersten Halbjahr 2023 und sogenannte Gemeinkosten.

Vom Sion sollen über den gesamten Produktionszyklus hinweg 257.000 Exemplare gebaut werden. Davon 14.000 im Jahr 2023 und 43.000 in den folgenden fünf bis sechs Jahren. Es stellt sich daher die Frage, ob sich neben der bisherigen Fangemeinde genügend Käufer für das Solarauto finden.

Akku von BYD-Tochter Findreams?

Schließlich schläft die Konkurrenz nicht und bietet für den künftigen Preis des Sion in Höhe von 28.500 Euro in bestimmten Punkten deutlich attraktivere Elektroautos an. So kostet der neue Hyundai Ioniq 5 in der Basisversion mit 55-kWh-Akku und Heckantrieb mit 32.330 Euro nur wenige tausend Euro mehr. Dessen Ausstattung geht mit Abstandsregeltempomat, Spurhalteassistent, Rückfahrkamera und zwei großen Displays deutlich über die des Sion hinaus. Von den zusätzlichen Ausstattungsoptionen, auf die Sono verzichtet, einmal ganz abgesehen.

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Sono will die Kosten durch Rückgriff auf Standardkomponenten von Zulieferern möglichst reduzieren. So stammt der Elektroantrieb von Continental (jetzt Vitesco Technologies), wie er auch in der E-CMP-Plattform von Opel und Peugeot zum Einsatz kommt. Weitere Partner sind Hella und Casco Schoeller. Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit einer Kapazität von 54 kWh stammt offenbar von Findreams, einer Tochterfirma des chinesischen Anbieters BYD . Zumindest wird Findreams im Börsenprospekt als Zulieferer genannt.

Der Akku ist mit 54 kWh nicht besonders groß, entspricht aber den Basisversionen anderer Modelle wie dem VW ID.4 in dieser Preisklasse. Die Reichweite von 305 km nach WLTP ist demzufolge ebenfalls nicht besonders groß. Nachteilig bei längeren Strecken ist die niedrige Ladeleistung von maximal 75 kW. Ein Problem ist in diesem Zusammenhang das Ein-Varianten-Konzept von Sono. Wer die Basisausstattung des Sion nicht gut findet, hat bis auf eine zusätzliche Anhängerkupplung keine anderen Optionen.

Sono Motors ermöglicht bislang nur Probefahrten auf dem Parkplatz des Firmengeländes.

Kurze Probefahrt auf dem Firmengelände

Mit seinem kleinen Fahrerdisplay und dem zentralen Bildschirm über der Mittelkonsole erinnert der Sion dabei ein wenig an den VW ID.3 oder ID.4. Auffällig ist natürlich die grüne Moos-Leiste im Armaturenbrett. Dabei ist das Moos "nicht nur zentrales Design-Highlight im Interieur des Fahrzeugs, sondern sorgt auch für ein angenehmes Raumklima" , schreibt Sono. Die Luft wird allerdings vorher schon durch einen normalen Partikelfilter geleitet.

Anders als beim Hyundai Ioniq 5 liefert der Sion deutlich detailliertere Angaben zur Stromerzeugung der Solarzellen. So lässt sich im Zentraldisplay abrufen, welches Modul aktuell wie viel Leistung generiert. Bei unserer Testfahrt lieferte beispielsweise das Dach in der Vormittagssonne gut 100 Watt. Fuhr man in den Schatten, sank die Leistung auf null. Auch gibt der Sion an, wie viel der Energie prozentual über die Sonne geladen wurde.

Keine Assistenzsysteme, aber eine App

Mit Assistenzsystemen wie Einparkhilfen oder einem Tempomat können die Testwagen bislang nicht dienen. Doch diese sollen später hinzukommen, weil künftig Notbremssysteme in Autos vorgeschrieben werden. Die dafür erforderliche Sensorik könne dann auch für andere Funktionen verwendet werden.

Immerhin ist der Sion schon über eine eigene App vernetzt. Über diese lässt sich nicht nur ein Car-Sharing verwalten. Aus der Ferne lässt sich der Sion ebenfalls vorklimatisieren, damit er im Sommer bei Fahrtantritt nicht zu heiß ist, wenn er in der Mittagshitze Solarstrom lädt.

Fahrzeugintegrierte Photovoltaik im Kommen

Insgesamt zeigt der Sion in vielen Punkten auf, wie nachhaltigere Individualmobilität aussehen könnte. Ob das Versprechen, einen Großteil des eigenen Strombedarfs mit Sonnenenergie zu decken, erfüllt werden kann, muss sich aber in der Praxis zeigen.

Zuletzt hat beispielsweise Volkswagen entschieden, den geplanten ID.Buzz nicht mit einem Solardach auszustatten. Nach Meinung der VW-Techniker liefere es trotz seines relativ großen Formats nicht genügend Strom, berichtete das Portal Edison.media(öffnet im neuen Fenster) .

Mercedes-Benz hat hingegen in einer Studie einen Sprinter mit Solarzellen ausgestattet , die bis zu 850 Watt liefern können. Damit lässt sich laut Mercedes eine zusätzliche Reichweite von rund 2.500 km im Jahr gewinnen, in sonnenreichen Regionen wie in Südspanien sogar 3.800 km.

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Lkw-Testprojekt und Pickups mit Solarzellen

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) wiederum testet ein Jahr lang einen Lkw(öffnet im neuen Fenster) , dessen Dach mit Solarzellen ausgestattet wurde. "Der direkt am Fahrzeug produzierte Solarstrom kann 5 bis 10 Prozent des LKW-Energiebedarfs decken" , schreibt das ISE. Vom 6. bis 8. Dezember 2021 findet die erste internationale Konferenz statt(öffnet im neuen Fenster) , die sich dem Thema fahrzeugintegrierte Photovoltaik widmet.

In der kommenden Woche will zudem das chinesisch-amerikanische Startup Edison Future auf der LA Auto Show einen Pickup und einen Lieferwagen mit Solarzellen präsentieren(öffnet im neuen Fenster) .

Nische oder Massenmarkt?

Das heißt: Fahrzeuge wie der Sion könnten durchaus aus ihrem Nischendasein heraustreten, wenn sich der Einsatz von Solarzellen als sinnvolle Energiequelle für Elektroautos herausstellen würde. Laut Börsenprospekt schätzt Sono Motors, dass im Jahr 2030 mehr als die Hälfte der verkauften Elektroautos für eine Nachrüstung mit Solarzellen geeignet sind, davon etwa ein Drittel für eine solare Integration. Zudem geht das Unternehmen davon aus, dass dieser Anteil steigen wird und sich 2040 mehr als zwei Drittel der verkauften Fahrzeuge für die sogenannte Solarintegration(öffnet im neuen Fenster) eignen.

Vorerst muss das Unternehmen erst einmal beweisen, dass es mit seinem Konzept die Anleger überzeugen und mit dem eingenommenen Geld den Produktionsstart im ersten Halbjahr 2023 bewältigen kann. Falls das gelingt, könnte Sono eine sonnige Zukunft bevorstehen. Vielleicht als Autohersteller, vielleicht aber auch nur als Lieferant für die automobile Solarintegration.

Nachtrag vom 12. November 2021, 20:37 Uhr

Wir haben präzisiert, dass der Antrieb von der früheren Conti-Tochterfirma Vitesco Technologies stammt.


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