Bis zu 245 km Reichweite durch Solarstrom pro Woche

Ein jüngster Test des Hyundai Ioniq 5 brachte ein eher ernüchterndes Ergebnis. Mit einer Peakleistung von 205 Watt soll man laut Hyundai bis zu 2.000 km Reichweite im Jahr gewinnen können. Unser Testwagen hat in den drei Monaten seit der Zulassung allerdings nur 19 Kilowattstunden (kWh) erzeugt. Das reicht gerade einmal für 100 Kilometer.

Sono kalkuliert hingegen mit einer täglichen Stromerzeugung von 5,5 kWh, was einer durchschnittlichen Reichweite von 112 km in der Woche entspreche. In den Sommermonaten sollen es sogar 245 km pro Woche sein. Eine solche Reichweite ist in vielen Fällen durchaus ausreichend.

"Was machen die Menschen, die in der Stadt wohnen und keine eigene Ladestation haben?", fragt Hahn. Wer sein Auto nicht gerade in der Tiefgarage oder unter einem dichten Laubdach abstellt, könnte daher auf eine eigene Wallbox verzichten.

Beim Sion haben die Solarmodule aber noch den Effekt, dass die Karosserie nicht lackiert werden muss. Dadurch spare man sich die kostenintensive und umweltbelastende Lackierstraße in der Produktion.

Bidirektionales Laden mit bis zu 11 kW

Erstaunlicherweise hat Hyundai noch ein weiteres Konzept von Sono Motors übernommen. Ebenso wie beim Ioniq 5 ist mit dem Sion ein bidirektionales Laden möglich. Auch in diesem Fall hat Sono das Konzept weiter geführt. Zum einen ist beim Sion kein unhandlicher Adapter erforderlich. Die entsprechende Steckdose befindet sich gleich neben der Ladebuchse im Kühlergrill. Zum anderen kann das Solarauto über einen Typ 2-Stecker sogar 11 kW abgeben. Beim Ioniq 5 ist die Leistung auf 3,6 kW begrenzt.

Darüber hinaus bietet der Sion die Möglichkeit, den 54-kWh-Akku mit einem Heimenergie-Managementsystem (HEMS) zu koppeln. Dadurch kann beispielsweise überschüssiger Solarstrom vom Dach in den Akku eingespeist und bei Bedarf wieder abgerufen werden. Dazu will das Unternehmen eine günstige Wallbox auf den Markt bringen, die bidirektionales Laden ermöglicht, ohne selbst einen Wechselrichter zu benötigen. Denn dieser ist ohnehin schon im Auto integriert.

  • Der Sion vom Münchner Startup Sono Motors soll einen Großteil seines Strombedarfs mit den eigenen Solarzellen decken. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Sono Motors hat das Konzept seit 2012 anhand verschiedener Prototypen entwickelt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zunächst wurden noch konventionelle Solarmodule verwendet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der nächste Prototyp nutzte bereits selbst entwickelte Solarzellen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch diese Zellen hoben sich optisch noch stark von der Karosserie ab. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Bei den aktuellen Prototypen ist die Integration der Zellen noch weiter fortgeschritten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Sion soll eine praktische Familienkutsche für fünf Personen sein. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der zweite Ladeboden verfügt ebenfalls über viel Stauraum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Fahrzeuginnere ist schlicht und ohne viel Schnickschnack. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Lithium-Eisenphosphat-Akku hat eine Kapazität von 54 Kilowattstunden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Antrieb mit 120 kW (162 PS) stammt von Continental. Der Sion wird bei 140 km/h abgeregelt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Sion kann auch zur Stromversorgung genutzt werden. Über eine Typ-2-Buchse (l.) mit bis zu 11 kW oder einen Schuko-Stecker (M.) mit bis zu 3,6 kW. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Damit lässt sich sogar ein ganzes Haus mit Strom versorgen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Armaturenbrett hat zwei Displays. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im 10-Zoll-Display über der Mittelkonsole lässt sich die generierte Leistung der Solarmodule ablesen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf dem Dach befindet sich ein Drittel der Zellen, die jedoch die Hälfte des Stroms erzeugen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im Fahrerdisplay wird angegeben, welcher Anteil der Energie von den Solarzellen stammt. Die Angabe im Testfahrzeug entspricht jedoch nicht der Realität. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im Schatten sinkt die Solarleistung entsprechend auf null. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Moos soll nicht nur schön aussehen, sondern auch zusätzlich die Luft filtern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Firmenzentrale befindet sich im Münchner Stadtteil Lerchenau. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Laurin Hahn hat die Firma zusammen mit zwei anderen Partnern gegründet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der Sion vom Münchner Startup Sono Motors soll einen Großteil seines Strombedarfs mit den eigenen Solarzellen decken. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Das Konzept macht deutlich: Der Sion ist mehr als ein konventionelles Elektroauto, das einfach nur seinen Akku an der Ladesäule auflädt und durch die Gegend fährt. Das Auto soll darüber hinaus zwei Probleme der Elektrifizierung des Individualverkehrs angehen: die Erzeugung und Speicherung von erneuerbarem Strom. Ebenfalls soll die integrierte Car-Sharing- und Ride-Pooling-Funktion eine gemeinschaftliche Nutzung des Autos erleichtern.

Doch finden sich für dieses Konzept genügend Käufer, um die Produktion langfristig zu finanzieren? Und schafft es Sono Motors überhaupt, diese Produktion ins Laufen zu bringen?

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 Probefahrt mit Solarauto Sion: Nichts für SchattenparkerBörsengang soll bis zu 156 Millionen Dollar bringen 
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Antischwurbler 23. Nov 2021

Nein, er hat vollkommen Recht. Photovoltaik-Integration passt denkbar schlecht zu einem...

SpaceReptile 16. Nov 2021

also die räder beim e rad mit einer geschlossenden felge auszustatten und diese ist dann...

Paule 15. Nov 2021

Wahrscheinlich immer noch in Erforschung, da eventuell die Herstellung so viel teurer...

Vögelchen 15. Nov 2021

Ich glaube, hier ist vor allem erst einmal ein Bedarf an Physik-Kenntnissen.



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